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Zweckverband

13.02.2015

Schlachtabfälle werden jetzt bei Abholung gewogen

Beim Schlachten gibt es auch Abfälle: Die werden in der Region über einen Zweckverband entsorgt. Die Schlachtabfälle werden jetzt bei der Abholung gewogen und dann nach Gewicht verrechnet.

Kosten für große Schlachtbetriebe und Metzgereien, aber auch für Tierhalter für Entsorgung von Kadavern sinken in diesem Jahr

Für rund 10000 Landwirte und andere Tierhalter, etwa 350 Schlachtbetriebe sowie für den Steuerzahler aus der Region sinken die Entsorgungskosten für Tierkörper und Schlachtabfälle. Seit Januar gilt der neue Vertrag mit fünfjähriger Laufzeit, den der Zweckverband ZTA (siehe Infoartikel) nach einer europaweiten Ausschreibung wieder mit dem Unternehmen Berndt (Oberding) abgeschlossen hat. Entsorgt und verwertet werden Abfälle und Tierkörper aus acht Landkreisen weiter in der Anlage in Kraftisried ( Ostallgäu). Der Zweckverband war jetzt vor Ort, besichtigte die Anlage und beschloss auch den Haushalt für 2015.

Die Berndt-Gruppe ist bereits seit Anfang 2008 mit der Entsorgung im Zweckverbandsgebiet beauftragt. Die Abholung und Entsorgung von Schlachtabfällen kostet jetzt netto 111 Euro pro Tonne (bisher 170 Euro). Bei Tierkörpern sinken die Kosten auf 167 Euro pro Tonne (bisher 180 Euro). Die gestiegenen Einnahmen des Anlagenbetreibers aus der Verwertung der Abfälle machen diese niedrigeren Entsorgungskosten möglich.

Seit Januar werden die Abfälle der Schlachtereien bei der Abholung auch gewogen und die Gebühren dann nach Gewicht berechnet. Betriebe, die mehr Abfall entsorgen lassen, zahlen dann auch mehr dafür. Bislang ergaben sich die Gebühren aus der Behältergröße. Je größer das Gefäß, desto höher die Gebühr – egal, wie es gefüllt war. Das Verwiegungssystem hat sich in mehreren Landkreisen bereits bei der Restmüllentsorgung bewährt. Besonders die Metzgerinnungen der Region hatten sich für die Umstellung auf eine verursachergerechte Abrechnung stark gemacht. Alle Fahrzeuge müssen dazu mit einem geeichten Wiegesystem ausgerüstet sein. Bei der Abholung von verendeten Tieren wird dagegen nicht gewogen.

Seit Jahren sinkt die Zahl der Schlachtbetriebe und die Menge der Abfälle. Zur Jahrtausendwende waren es noch rund 600 Schlachtereien und Metzgereien in der ZTA-Region mit insgesamt rund 1,1 Millionen Einwohnern. Im Verbandsgebiet werden jetzt laut Ausschreibung aus dem vergangenen Jahr die Abfälle bei 365 Schlachtbetrieben wöchentlich abgeholt. Dazu kommen etwa 120 unregelmäßige Abholungen im Monat bei sehr kleinen Metzgereien oder auch für Hausschlachtungen und dazu 15000 Anfahrten für die Entsorgung von Tierkadavern im Jahr. Allein im Wittelsbacher Land gibt es noch über 1000 landwirtschaftliche Betriebe mit Tierhaltung. Im gesamten Verbandsgebiet sind es rund 10000 Tierhalter.

Kreise, Freistaat, Tierhalter und Seuchenkasse teilen sich Kosten

Die acht Kreise müssen bei der Umlage für die kommunale Pflichtaufgabe Tierkörperbeseitigung mitbezahlen. Sie übernehmen einen Teil der Kosten, zwei Drittel steuern Freistaat und die Tierseuchenkasse bei. Dazu kommt noch der Eigenanteil des Tierhalters. In den vergangenen Jahren hat der Zweckverband seine früheren Probleme in Sachen Wirtschaftlichkeit erledigt und Altschulden getilgt. Die Verbandsumlage liegt für 2015 bei insgesamt 520000 Euro für die acht Landkreise der Region. Zum Vergleich: 2008 betrug die Umlage noch 740000 Euro. Der Landkreis Aichach-Friedberg zahlt heuer knapp 94000 Euro. Die Aufteilung der Umlage berechnet sich nach dem Viehbestand in den beteiligten Kreisen.

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