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Aichach

18.04.2019

Schlägerei in Ecknach ohne strafrechtliche Folgen

Die Schlägerei in einer Ecknacher Gaststätte wird nun nicht vor Gericht verhandelt
Bild: Alexander Kaya/Symbolfoto

Eine Geburtstagsparty mit 90 Gästen eskaliert in einer Gaststätte. Die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren ein

Eine Geburtstagsfeier in einer Gaststätte im Aichacher Stadtteil Ecknach hat im Oktober für Schlagzeilen gesorgt. Rund 90 Gäste, viele von ihnen russisch-stämmig, kamen zu der Party. Am späten Abend prügelten nach damaligen Angaben der Polizei mindestens zehn Gäste aufeinander ein. Als die Beamten eintrafen, waren jedoch nur wenige Partybesucher da. Die anderen hatten sich bereits aus dem Staub gemacht. Die, die noch vor Ort waren, waren wenig auskunftsfreudig.

Die Polizei nahm Ermittlungen wegen Körperverletzung auf und übergab die Sache schließlich zum Jahreswechsel an die Staatsanwaltschaft Augsburg. Wie deren Sprecher, Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai, nun auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, wurde das Verfahren gegen zwei Beschuldigte eingestellt. Die beiden waren zugleich als Geschädigte ermittelt worden. Heißt: Sie sollen nach ersten Erkenntnissen der Polizei ausgeteilt und eingesteckt haben. Darüber hinaus gab es drei weitere aktenkundige Opfer.

Doch Nickolai zufolge kann kein Tatnachweis wegen vorsätzlicher Körperverletzung geführt werden. Das Strafgesetzbuch würde zwar auch eine Verurteilung von Personen erlauben, die an einer Schlägerei mit mindestens drei Leuten beteiligt sind, wenn dabei jemand zu Tode kommt oder schwere Verletzungen erleidet. Doch in Ecknach sei niemand schwer verletzt worden, so Nickolai – zumindest nach dem, was bei der Polizei bekannt ist.

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Um die Verletzten zu versorgen, waren im Oktober ein Notarzt und zwei Rettungsfahrzeuge vor Ort. Wie die Polizei damals mitteilte, verweigerten sie jedoch allesamt ärztliche Hilfe. Lediglich von drei Personen war danach bekannt, dass sie leichte Verletzungen davongetragen hatten. Andere Beteiligte, die möglicherweise ebenfalls verletzt worden waren, waren schon nicht mehr da.

Die Beamten werteten Videomaterial von der Feier aus. Bei der Auseinandersetzung war nachweislich Alkohol im Spiel. Die Polizei bat die an der Schlägerei Beteiligten, die noch anwesend waren, zum Atemalkoholtest. Die Ergebnisse lagen nach damaligen Angaben der Beamten im Bereich von etwa einem bis anderthalb Promille. (nsi)

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