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Fest II

18.05.2015

Schüler spielen Basketball mit Profis im Rollstuhl

Schnell, wendig, geschickt und dann auch noch kraftvoll den Basketball in den Korb schmettern: wie das geht, das zeigten die Profi-Rolli-Basketballer, zu denen unter anderen Josef Koppold, der Behindertenbeauftragte im Landkreis Aichach-Friedberg gehört, den Pöttmeser Schülern.
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Schnell, wendig, geschickt und dann auch noch kraftvoll den Basketball in den Korb schmettern: wie das geht, das zeigten die Profi-Rolli-Basketballer, zu denen unter anderen Josef Koppold, der Behindertenbeauftragte im Landkreis Aichach-Friedberg gehört, den Pöttmeser Schülern.

Die Pöttmeser Schule feiert unter dem Motto Inklusion. Hilfe für Tornadogeschädigte in Affing und für Nepal

Sebastian, Daniel, Habib und Lisa sind noch ziemlich außer Puste. Eine halbe Stunde Basketballspielen, das wär’s ja nicht, aber diese halbe Stunde haben sie im Rollstuhl gedreht. Sie haben sich mit Muskelkraft vorwärts bewegt, ohne Bremse gebremst, versucht, im Fahren den Basketball zu fangen, um ihn dann in den Korb zu platzieren. Ihre fünf Mitspieler im gelben T-Shirt sind gut drauf. Die Profi-Rolli-Basketballer, unter ihnen der Behindertenbeauftragte des Landkreises, Josef Koppold, traten als Experten in eigener Sache beim Pöttmeser Schulfest in Aktion. Sinnfälliges Zeichen für gelebte Inklusion, das Motto der Veranstaltung in diesem Jahr.

Ein Schulfest der besonderen Art sollte es nach Wunsch der Veranstalter werden. Die Schulleitung mit Rektorin Ursula Werner, Elternbeirat, Förderverein, Lehrer, Eltern und Schüler wollten mehr als „nur“ Sackhüpfen, Eierlaufen, Kaffee und Kuchen. Sie hatten Experten geladen, zahlreiche Vereine und Betriebe angeschrieben und insgesamt 30 Workshops auf die Beine gestellt, in denen die Themen Integration und Kooperation vielfältig umgesetzt wurden. „Ein rein sozialer Tag“, wie Lehrer Stefan Seidl resümierte.

Kreativität, Teamgeist, Mobilität, handwerkliches Geschick waren gefragt und gefordert. Vom Bienenhotel bis zum bayerisch Schuhplatteln, vom Crêpe-Backen bis zur Gesichtsmassage, vom Blasinstrument bis zum Sumo-Ringen. Dazwischen Tennis, Torwandschießen, Basketball im Rollstuhl. Im Pausenhof demonstrierte die Pöttmeser Feuerwehr unter anderem die Handhabung der schweren Rettungsschere und ließ die Schüler selbst Hand anlegen. In der Garage wurden Sandsteinkugeln mit Hammer und Meißel geformt. Wie ein Hubschrauber funktioniert und wie aus Milch Butter wird, auch das stand im Angebot. „Hand in Hand – wir sind dabei“, ein weiteres Schulmotto, wurde gerade beim Nepal-Informationsstand des Fördervereins und Elternbeirats sinnfällig: Mit dem Verkauf von selbst Gebasteltem unterstützen die jungen Leute die Opfer der Naturkatastrophe in Nepal, und, tragisch aktuell, auch die tornadogeschädigten Menschen in Affing. Die Begeisterung und der Einsatz der 400 Schüler der Grund- und Mittelschule samt Wirtschaftsschule waren in allen Workshops sichtbar und hörbar. Davon konnte sich Schulamtsdirektor Manfred Zwerenz bei einem Kurzbesuch ebenfalls überzeugen. „Toll, super“, umschrieb Rolli-Basketballer Josef Koppold die Leistung der Schüler beim gemeinsamen Spiel. Der Andrang war riesengroß, die Botschaft, dass Menschen mit Behinderung Spaß und Lebensfreude haben, ist angekommen. Wie „normale Menschen“, hätten sie die Profis im Rollstuhl erlebt, bestätigten die Schüler.

Dr. Christian Keck, Leiter der offenen Behindertenarbeit beim Bayerischen Roten Kreuz im Landkreis, sieht sich ermutigt, die Kooperation mit Schulen auf diesem Gebiet generell weiter auszubauen. „Lernen, mit Herausforderungen mutig umzugehen“, ist für den Experten eines der wesentlichen Ziele, die für beide Seiten nur gewinnbringend sein kann.

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