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Aichach-Friedberg

19.07.2019

Schüler untersuchen Dialekt im Wittelsbacher Land

Schrobenhausener Schüler untersuchen den Dialekt.
Bild: dpa/Daniel Karmann/Symbolfoto

Gymnasiasten aus Schrobenhausen erforschen Mundart. Dialektsprecher gesucht

Wie wird ein Holzsplitter im Dialekt bezeichnet? „Schiefer“, „Schiefing“ oder „Spreitzl“. Darüber diskutieren 17 Schüler des P-Seminar Dialekt am Gymnasium Schrobenhausen lebhaft. Sie erforschen Dialektschätze und -trends in und um Schrobenhausen, auch im Wittelsbacher Land. Das Ergebnis will das P-Seminar unter Leitung von Studiendirektorin Karin Schwendner in einem Dialektbuch festhalten.

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Begonnen hat das Projekt im Februar. Das Befragungsgebiet entspricht dem Einzugsbereich des Gymnasiums, der sich über die drei Landkreise Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen und Aichach-Friedberg erstreckt. Mit Plakaten und 1000 Flyern schwärmten die P-Seminaristen aus, um beim Bäcker, Metzger oder in der Bankfiliale vor Ort Dialektsprecher für die Befragung oder finanzielle Unterstützung für den Druck des Buches zu finden.

Lautschrift war gefragt

Dieses Projektvorhaben verlangt den Schülern nicht nur großes organisatorisches Geschick ab. Das wurde schon bei der korrekten Umsetzung des Titels „Schromhausa Språch“ klar. Um die Aussprache des etwas zum o-Laut tendierenden a-Lautes in ,Sprache‘ darzustellen, griffen sie auf ein besonderes Lautschriftzeichen zurück, das beide Vokale vereint. Diese Lautschrift, die für Dialektwörter nötig ist, gehört nicht zum allgemeinen Deutschunterricht. Für das Know-how wandten sich die Schüler an den Sprachwissenschaftler und Dialektforscher Professor Werner König von der Universität Augsburg. Er führte die Schüler in die Welt des Dialekts und der Sprachforschung ein.

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Mittlerweile hat das P-Seminar nach Auswertung unzähliger alter dialektaler Texte und Sprachkarten ein umfangreiches Fragebuch erstellt, das neben Dialektwörtern auch Fotos und Zeichnungen enthält. Mit diesem starten die angehenden Dialektforscher nun ihre Befragungstour. Neben einem Blatt Papier zum Datenschutz, einem Steckbrief, um beispielsweise das Lieblingsdialektwort der Befragten kennenzulernen, gehört auch ein Handy ins Gepäck. Schließlich sollen die Dialektwörter und „de Gschichtn rund um an Dialekt“ auch aufgenommen werden und später als Hörbeispiele per QR-Code im Dialektbuch erscheinen.

Ein Kapitel für Jugendwörter und moderne Geräte

Ein Kapitel widmet sich Jugendwörtern und modernen Geräten. „Wir wollen nicht nur das Wissen jugendlicher Dialektsprecher über alte Wörter, sondern auch das der älteren Befragungspersonen über moderne Begriffe herausfinden“, berichtet Julia. Wenn die Befragungen zu Beginn des neuen Schuljahres abgeschlossen sind, beginnt die eigentliche Arbeit. „Die Ergebnisse müssen zusammengetragen und ausgewertet, sprachliche Besonderheiten historisch erforscht werden“, erklärt Seminarleiterin Karin Schwendner die nächsten Schritte. Zur Darstellung von Unterschieden in der Lautung oder im Wortschatz werden Dialektkarten erstellt. Und auch einen Vergleich des Dialekts von früher und heute hat sich das P-Seminar vorgenommen. (AN)

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