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Aichach-Friedberg

09.12.2020

Schulen, Straße und mehr: Was der Landkreis 2021 alles baut

Der Erweiterungsbau der Wittelsbacher Realschule in Aichach ist rund 50 Jahre alt und soll ab 2023 grundlegend saniert werden. Kostenschätzung: 12,6 Millionen Euro.
Bild: Erich Echter

Plus Das Wittelsbacher Land investiert nächstes Jahr rund 20 Millionen Euro vorrangig in Schulen und ins Landratsamt. Für Asphalt wird wenig Geld ausgegeben.

Die Einnahmen des Landkreises steigen auch im nächsten Jahr – trotz des Konjunktureinbruchs durch die Corona-Krise. 2021 wird zum 15. Mal in Folge seit 2007 und auch über die Finanzkrise vor einem Jahrzehnt hinweg ein Rekord-Haushaltsjahr. Aller Voraussicht nach allerdings das vorerst Letzte. Es ist gut, dass der Kreis zumindest noch ein fettes Einnahmenjahr vor sich hat, denn das Wittelsbacher Land will rund 20 Millionen Euro verbauen.

Baubudget bis 2025: Der Löwenanteil davon mit rund 19 Millionen wird 2021 vor allem für ein Schulprojekt in Beton und die Erweiterung des Landratsamtes als Holz-Hybridbau investiert.Auch in den nächsten Jahren werden Summen in dieser Größenordnung fällig, um die Hochbauprojekte zu finanzieren. Im Bauprogramm bis 2025 sind insgesamt rund 105 Millionen Euro hinterlegt. Im Vergleich zu früheren Jahren wird dagegen derzeit wenig in Asphalt investiert. Für die Kreisstraßen im Wittelsbacher Land sind 2021 im Bauprogramm nicht mal eine Million Euro vorgesehen. Mittelfristig wird es aber wieder mehr: Im Fünfjahresplan beläuft sich das Budget auf insgesamt 24 Millionen Euro.

Finanzlage: Die aktuell deutlich schwächer sprudelnde Steuerquelle spürt Aichach-Friedberg erst ab 2022. Die Kreisumlage, die von den 24 Kommunen jedes Jahr ans Landratsamt überwiesen wird und den Kreishaushalt maßgeblich trägt, berechnet sich immer nach den Einnahmen der Städte und Gemeinden im Vorvorjahr. Für 2021 also nach den Steuern 2019. Ab 2022 muss Kreiskämmerer Josef Grimmeiß mit geringeren Einnahmen kalkulieren. Dazu kommen die wirtschaftliche Schieflage der Kliniken, die zuletzt Verluste in Millionenhöhe verursachte, steigende Personalkosten und deutlich höhere Zuschüsse für den Augsburger Verkehrsverbund mit über zehn Millionen Euro (drei Millionen mehr als 2020). Der Landkreis versucht, bei den laufenden Ausgaben zu sparen, wo es geht, und sich bei den Investitionen auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Im August war die Baugrube der neuen Vinzenz-Pallotti-Schule am Friedberger Volksfestplatz fertig.
Bild: Manfred Schnell (Archivfoto)

Hochbau aktuell: Im Hochbau steht als größtes Projekt der aktuell laufende Neubau der Vinzenz-Pallotti-Förderschule mit Sporthalle und Sportanlagen am Friedberger Volksfestplatz an erster Stelle. Der Kreis muss handeln, denn der alte Schulbau darf aus Brandschutzgründen nur noch bis Herbst 2022 genutzt werden. Kostenschätzung mit allen „Nebengeräuschen“: rund 35 Millionen Euro.Für den seit Jahren diskutierten Erweiterungsbau am Landratsamt sind aktuell rund fünf Millionen in den Etat eingestellt.

Insgesamt wird für den Anbau in Richtung Münchener Straße (erstes Kreisgebäude mit Holzbau) mit rund 13,8 Millionen gerechnet und für die anschließend geplante Sanierung des Blauen Palais mit weiteren 14,2 Millionen Euro. Macht zusammen 28 Millionen Euro. Das ist insbesondere den Freien Wählern mittlerweile eine zu große Hausnummer. Im Etat 2020 waren im Programm für die nächsten Jahre noch sechs Millionen für die Instandsetzung des Bestandsgebäudes ab 2024 veranschlagt. Im Bau- und im Kreisausschuss gab es jetzt für das Programm drei Gegenstimmen von Vertretern von FW, ÖDP und AfD.

Für die Erweiterung des Landratsamtes Aichach sind aktuell rund fünf Millionen Euro in den Etat des Landkreises eingestellt.
Bild: Echter (Archiv)

Der Kreistag hat dem Projekt zwar schon mit großer Mehrheit zugestimmt. Einen konkreten Baubeschluss für den Start gibt es aber noch nicht. Anfang 2021 soll entschieden werden, und im Herbst würde es laut Zeitplan losgehen. Anfang 2024 könnten dann ein Großteil der Außenstellen des Landratsamtes in Aichach aufgelöst werden und die Mitarbeiter wieder in Büros an die Münchener Straße zurückkehren. Der Altbau in Betonskelett-Bauweise aus den 70er- Jahren soll dann energetisch auf Vordermann gebracht werden. Die Sanierung der WC-Kerne und die Brandschutz-Auflagen verlangen Investitionen in Millionenhöhe. Weil für die Anbindung des Erweiterungsbaus gleich zu Beginn Arbeiten für den Brandschutz im Altbau notwendig werden, hat die Bauverwaltung schon 2021 zwei Millionen Euro dafür in den Etat genommen.

Hochbau mittelfristig: Neben Landratsamt und Vinzenz-Pallotti-Bau stehen mittelfristig zwei Schulprojekte auf der dringlichen Tagesordnung und sollen ab 2023 umgesetzt werden. Zum einen die Erweiterung der Beruflichen Oberschule in Friedberg für den Gesundheitszweig (Kostenschätzung: 16,7 Millionen) und zum anderen gleichzeitig die seit Jahren geschobene Generalsanierung des Erweiterungsbaus der Aichacher Realschule.

Im Bauausschuss wurde dazu eine Machbarkeitsstudie vom Donauwörther Architekten Wolfgang Obel vorgestellt, der schon mehrere Schulprojekte im Landkreis und zuletzt den Gymnasiumbau in Mering geplant hatte. Das fast 50 Jahre alte Gebäude und der Schulhof sollen grundlegend modernisiert werden. Für die Bauzeit ist eine dreigeschossige Containeranlage als Ersatzschule direkt neben der Turnhalle vorgesehen. Obel rechnet mit Kosten von 12,6 Millionen Euro. Das sei aber immer noch deutlich günstiger als ein kompletter Neubau, beantwortete er eine Frage von Kreisrat Leonhard Büchler ( CSU).

Insgesamt soll es künftig in der Wittelsbacher Realschule dann bis zu 34 Klassenzimmer geben. Im dreigeschossigen Erweiterungsbau sind 14 Klassenzimmer plus Fach- und Nebenräume für Biologie, Musik und Zeichnen vorgesehen. Bei einem Baustart im Jahr 2023 könnte das Schulgebäude 2025 wieder bezogen werden.

Ein Geh- und Radweg soll entlang der Kreisstraße AIC3 von Höfarten (Gemeinde Schiltberg) in Richtung Wollomoos (Markt Altomünster) bis zur Grenze zum Landkreis Dachau gebaut werden.
Bild: Erich Echter (Archivfoto)

Tiefbau: Die Ausgaben für die Kreisstraßen liegen im Vergleich zu den Bildungsinvestitionen seit Jahren auf niedrigem Niveau. 2021 und 2022 stehen vor allem Planungskosten im Etat. Kritik äußerten die Grünen am geplanten Ausbau der AIC2 von Schiltberg-Höfarten bis zur Kreisgrenze mit Dachau auf 1,5 Kilometer. Die Straße sei noch in einem guten Zustand und werde nur für viel Geld ausgebaut, weil daneben ein neuer Radweg eine Lücke schließen soll. Die Kreisräte der Grünen und der ÖDP lehnten das Tiefbau-Budget vor allem ab, weil dort auch der Kauf eines Großraumsprayers für den Kreisbauhof verankert ist. Er soll zur Eindämmung des Eichenprozessionsspinners eingesetzt werden. Für Fraktionssprecherin Marion Brülls der falsche Weg, auch wenn ein natürliches Extrakt verspritzt werden soll.

Gebäudewirtschaft: Zu den großen Investitionen der Bauverwaltung kommen viele meist kleinere in den Bestand. Größter Brocken des Sachgebiets Gebäudewirtschaft ist 2021 die Beteiligung an der Sanierung der Freisportanlage in Mering mit 200.000 Euro (Gesamtkosten Landkreis: eine Million Euro). Dazu kommen rund 1,3 Millionen Euro für den laufenden Bauunterhalt der Kreisgebäude. Größter Einzelposten ist die Umstellung der Beleuchtung auf LED in der Turnhalle der Edith-Stein-Förderschule in Aichach (60.000 Euro).

Die Sanierung der Schulsportanlage in Mering ist der größte Brocken des Sachgebiets Gebäudewirtschaft im nächsten Jahr.
Bild: Gönül Frey (Archivfoto)

Hochbau: Investitionen 2021 und Bauprogramm bis 2025

Hochbau-Programm 2021: Insgesamt 19 Millionen Euro für aktuelle Projekte bzw. Planungskosten. Zuschüsse: 4,7 Millionen Euro

Landratsamt Aichach Erweiterung Erweiterung des Gebäudes mit einem Anbau in Richtung Münchener Straße (Kostenschätzung: 13,7 Millionen Euro, 2021: 3,1 Millionen Euro, Baubeginn: ab Herbst 2021)

Landratsamt Aichach Altbau Energetische Sanierung Bestandsgebäude, Brandschutz und WC-Kerne (Kostenschätzung: 14,2 Millionen Euro, 2021: 2 Million Euro, Baubeginn: für Brandschutz ab Herbst 2021)

Realschule Aichach Anbau Generalsanierung Erweiterungsbau (Gesamtkosten: 12,6 Millionen Euro, Ansatz 2021: 0,8 Millionen Euro, Baubeginn: frühestens ab 2023)

FOS/BOS Friedberg Erweiterung Neubau Erweiterungsgebäude für Gesundheitszweig (Kostenschätzung: 16,7 Millionen Euro, 2021: 0,8 Million Euro, Baubeginn: ab 2023)

Förderschule Friedberg Neubau Ersatzneubau von Schule, Sporthalle und Freisportanlagen, Abbrucharbeiten Bestandsgebäude, ohne Grunderwerb (Gesamtkosten-Schätzung: 35,2 Millionen Euro, 2021: 11,8 Millionen Euro, Fertigstellung: Ende 2022)

Gymnasium Friedberg Sporthalle Ersatzneubau (Kostenschätzung: 8,9 Millionen Euro, Baubeginn: ab 2026)

Realschule Friedberg Sporthalle Generalsanierung (Kostenschätzung: 2,2 Millionen Euro, Baubeginn: frühestens ab 2024)

Berufsschule Friedberg Haus 3+3a Generalsanierung (Gesamtkostenschätzung: 6,1 Millionen Euro, Baubeginn: frühestens ab 2024)

Ambérieu-Sporthalle Mering Sanierung Umkleiden und Haustechnik (Gesamtkosten: 3,9 Millionen Euro, 2021: 0,5 Millionen Euro, Baubeginn: frühestens ab 2022)

Tiefbau: Investitionen 2021 und Bauprogramm bis 2025

Tiefbau-Programm 2021: Insgesamt 800.000 Euro, Zuschüsse: 300.000 Euro, Beteiligung Kommunen: 100.000 Euro

AIC 2 Höfarten – Kreisgrenze Neubau Geh- und Radweg und Ausbau von Schiltberg-Höfarten bis Kreisgrenze Dachau (Buxberg) über 1,5 Kilometer (Gesamtkosten: 3,2 Millionen Euro, 2021: 50.000 Euro für Planung, Baubeginn: ab 2023)

AIC 3 Höfarten – Kreisgrenze Neubau Geh- und Radweg von Schiltberg-Höfarten bis Kreisgrenze Dachau (Altomünster-Thalhausen) über 2,7 Kilometer (Gesamtkosten: 1,65 Millionen Euro, 2021: 50.000 Euro für Planung, Baubeginn: ab 2023)

AIC 7 Ortsdurchfahrt Kühbach Ausbau der Ortsdurchfahrt auf einer Länge von 700 Metern (Gesamtkosten: 1,2 Millionen Euro, 2021: 50.000 Euro für Planung, Baubeginn: ab 2022)

AIC 9 Allmering – Aindling Neubau Geh- und Radweg von Allmering (Gemeinde Rehling) bis nach Aindling auf 2,5 Kilometer (Gesamtkosten: 1,6 Millionen Euro, Baubeginn: ab 2025)

AIC 12 Mering – Unterbergen Neubau Kreisverkehr Abzweigung Mandichosee, Kurvenausbau und Sanierung mit begleitendem Radweg bis Schmiechen-Unterbergen über 2,7 Kilometer (Gesamtkosten: 3,45 Millionen Euro, 2021: Restkosten 0,45 Millionen Euro)

AIC 12 Ortsdurchfahrt Kissing Ausbau der Ortsdurchfahrt in Richtung Ottmaring (Stadt Friedberg) auf 1,5 Kilometer (Gesamtkosten: 3,4 Millionen Euro, 2021: 50.000 Euro für Planung, Baubeginn: ab 2024)

AIC 12/17 Ortsdurchfahrt Unterbergen Ausbau der Ortsdurchfahrten im Schmiechener Ortsteil auf insgesamt 900 Meter (Gesamtkosten: 1,6 Millionen Euro, 2021: 100.000 Euro für Planung, Baubeginn: ab 2022)

AIC 18 Ortsdurchfahrt Steindorf Ausbau der Ortsdurchfahrt Steindorf auf einen Kilometer und Ausbau der Kreisstraße von Eresried (Gemeinde Steindorf) bis Kreisgrenze Fürstenfeldbruck über drei Kilometer (Gesamtkosten: 5,85 Millionen Euro, Baubeginn Ortsdurchfahrt: ab 2023, Baubeginn bis Kreisgrenze: ab 2025)

AIC 21 Ortsdurchfahrt Wessiszell Ausbau Ortsdurchfahrt im Dasinger Ortsteil bis Einmündung AIC 10 auf zwei Kilometer Länge (Gesamtkosten: 4,8 Millionen Euro, 2021: 50.000 Euro für Planung, Baubeginn: ab 2023)

AIC 27 Ortsdurchfahrt Reicherstein Ausbau der Ortsdurchfahrt im Pöttmeser Ortsteil auf 0,6 Kilometer Länge (Kosten: 1,2 Millionen Euro, Baubeginn: ab 2023)

Straßensanierungen 2021

Insgesamt 2021 335.000 Euro

AIC 13 (Hergertswiesen – Landkreisgrenze Dachau)

AIC 14 (Ortsdurchfahrt Ried).

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