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Gemeinderat

10.04.2014

Schulkinder werden weiter betreut

Die ersten Balken für die Deckenkonstruktion im neuen Affinger Kinderhaus liegen bereits auf den Tragmauern. Im Gegensatz zum alten Kindergarten dürfen hier keine Schulkinder mehr betreut werden. Deshalb muss die Gemeinde nun die Mittagsbetreuung an der Schule ausbauen.
Bild: Martin Golling

Die Eltern haben keinen Anspruch darauf, aber die Gemeinde Affing sorgt für den Nachwuchs. Auf Dauer muss aber eine langfristige Lösung her

Die Eltern in der Gemeinde Affing haben keinen Anspruch darauf, dass ihre Kinder im Grundschulalter am Nachmittag und in den Ferien betreut werden. Aber sie können sich auch in Zukunft darauf verlassen, dass die Gemeinde für eine Betreuung sorgt. Obwohl das immer schwieriger wird, will die Kommune das Angebot aufrechterhalten. Darin war sich der Gemeinderat am Dienstag einig. Es soll aber in nächster Zeit über eine langfristige Lösung nachgedacht werden – die könnte Hort heißen.

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Momentan werden Schulkinder in den Kindergärten in Haunswies (28 Kinder), Bergen (22) und Affing (14) betreut. Das dortige Personal kümmert sich um sie, mit Ausnahme von Bergen, wo eigens Betreuer eingestellt worden sind. Fünfmal pro Woche sind Mädchen und Buben bis 16.30 Uhr in den guten Händen. Auch in fast allen Ferien können Eltern bei Bedarf ihre Schulkinder in den Kindergarten schicken. Daneben gibt es eine Mittags- und Hausaufgabenbetreuung in der Schule, die derzeit 20 Kinder nutzen. Sie läuft viermal wöchentlich bis 15.30 Uhr, freitags bis 14 Uhr. Im Gegensatz zu den Kindergärten wird dort kein Mittagessen angeboten, in den Ferien ist geschlossen.

Ab Herbst kann es so nicht mehr laufen. Grund ist zum einen der Neubau des Kinderhauses in Affing. Aus rechtlichen Gründen darf eine Gemeinde dort keine Schulkinder mehr betreuen. Zum anderen gibt es für Haunswies mehr Anmeldungen als Plätze. Personal flexibel in den verschiedenen Einrichtungen einzusetzen, ist aber nicht erlaubt. Beides rief Ärger hervor. Erich Menhart fragte sich: „Wiehert da der Amtsschimmel?“ Josef Engelschalk und Wolfgang Hörmann kritisierten, dass man wieder einmal vor vollendete Tatsachen gestellt werde.

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Einerlei, eine Lösung muss her. Um die zu suchen, hatten sich die Leiterinnen der Einrichtungen zusammengesetzt. Claudia Ruisinger aus Haunswies informierte den Gemeinderat. Die Lage ab September ist eindeutig: „Insgesamt können wir den Betreuungsbedarf nicht mehr abdecken.“ Ihren Vorschlag nahm das Gremium schließlich an: In Bergen stimmen Anmeldungen und Angebot noch überein. Dort wird nichts geändert. In Haunswies kommen die jüngeren Kinder zum Zug, die Älteren (voraussichtlich dritte und vierte Klasse) müssen die Mittagsbetreuung in Affing in Anspruch nehmen ebenso wie die Affinger Kinder, die derzeit noch im alten Kindergarten betreut werden.

Das bedeutet, dass die Mittags- und Hausaufgabenbetreuung ausgebaut werden muss. Das aber jetzt schon konkret zu planen, ist schwierig. Die Gemeinde weiß zwar, dass es mehr Kinder werden, aber nicht wie oft und wie lange sie kommen, weil es noch keinen Stundenplan gibt, wie Bürgermeister Rudi Fuchs erklärte. Im Zweifelsfall will man das Personal von zwei auf vier Personen aufstocken, die Mehrkosten von in etwa 20000 Euro werden im Haushalt vorsichtshalber reserviert.

Josef Schmid sagte dazu: „Am Geld soll’s nicht scheitern. Für die Ferien wird es auch noch eine Lösung geben.“ Eventuell könne man auch einen Freien Träger engagieren, überlegte Bürgermeister Fuchs. Hubert Brucklachner forderte ebenfalls, man solle die Betreuung in der Schule nicht nur fachlich aufrüsten, „sondern mit allem, was dazugehört“. Also auch mit einem warmen Essen, wie es zum Beispiel Stefan Matzka forderte. Problem: In der Affinger Grundschule gibt es keine Küche und kein Spülbecken. Jetzt wird untersucht, wie all das realisiert werden kann. Das beschloss der Gemeinderat einstimmig. Immerhin: Platz ist vorhanden. Rektor Karsten Weigl hat jedenfalls zugesagt, dass die Schule das flexibel hinbekomme. Unter dem Strich war dem Gemeinderat bewusst, dass all das keine dauerhafte Lösung ist. Optimal wäre nur ein Hort, machte Fachfrau Ruisinger klar. Darüber will sich der Affinger Rat „in der nächsten Zeit“ (Fuchs) unterhalten.

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