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Abschied

24.02.2018

Schulleiter Gerhard Haunschild geht mit Wehmut

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Die Big Band (rechts unten) unter Leitung von Arnold Fritscher umrahmte den Festakt zur Verabschiedung von Gerhard Haunschild, dem Schulleiter des Deutschherren-Gymnasiums. Ein Buch voller Sprüche und guter Wünschen hatten die Schüler des DHG klassenweise zusammengestellt. Das Abschiedsgeschenk der besonderen Art überreichten Salome Higl und Thomas Dietrich von der SMV ihrem scheidenden Schulleiter (links). Die Lobreden auf den Vater und Ehemann verfolgte Haunschilds Familie in der ersten Reihe der DHG-Aula: (Bild rechts oben, von links) Sohn Alexander mit Ehefrau Lea-Martha, Mark, der Freund von Tochter Eva, Dagmar und Gerhard Haunschild sowie Renate Schöffer, die designierte neue Schulleiterin.

 Nach 40 Dienstjahren wird Gerhard Haunschild in den Ruhestand entlassen. Ein Pädagoge mit Hingabe, der Spuren hinterlässt. Da sind sich die Redner einig.

Thomas Dietrich von der Schülermitverwaltung wählte die lockere, gereimt-humorige Tour, um seinem Schulleiter Gerhard Haunschild den Eintritt in den Ruhestand zu erleichtern: „Wo immer einer Abschied nimmt, gibt’s einen, der die Reden hält. Er sucht die schönen Worte aus und reiht sie aneinander, damit am Ende jeder sagt: ,Nein, wirklich! So was kann der!’“ Die „schönen Worte“ wurden in den Reden der vielen Ehrengäste in der Folge keineswegs nur „aneinandergereiht“.

Die Honoratioren sahen in Gerhard Haunschild den passionierten Pädagogen, der sein Amt mit Hingabe und Leidenschaft ausgeübt habe. Oberste Priorität sei stets das Wohl der Kinder gewesen, deren Persönlichkeitsentwicklung er gefördert und geachtet habe.

Bevor die hauseigene Band unter Leitung von Arnold Fritscher zum „Final Countdown“ von Joey Tempest ansetzte, blieb beim Festakt am Donnerstagnachmittag ausreichend Zeit, um dem lang gedienten und verdienten Schulleiter mit Worten, Gesten und Geschenken für sein Wirken am Deutschherren-Gymnasium zu danken.

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Haunschild habe in seiner fast 15-jährigen Schulleiterkarriere Schulgeschichte geschrieben, bestätigte der stellvertretende Landrat Manfred Losinger. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit im Juli 2003 sorgte die Einführung des G8 für erhebliche Turbulenzen. Die umfangreichen Um- und Anbaumaßnahmen des Gymnasiums mit ihren Auswirkungen auf den Schulbetrieb habe der Schulleiter mit großem Einsatz und viel Verhandlungsgeschick gemeistert. Ein zusätzlicher Kraftakt sei der Aufbau des Meringer Gymnasiums gewesen, der von 2012 bis 2015 eine enorme personelle Belastung für die Schulleitung und das Kollegium in Aichach gewesen sei. Der Meringer Schulleiter Josef Maisch bescheinigte Haunschild „eine hervorragende Aufbauarbeit, von der wir heute noch profitieren“.

Bürgermeister Klaus Habermann bemühte die Seemannssprache und sah in Haunschild den verdienten Schulchef, der „das Flaggschiff DHG auch bei stürmischem Seegang sicher führte“. Offen und vertrauensvoll sei man einander begegnet, betonte der Aichacher Bürgermeister: „Gerhard Haunschild nannte die Dinge beim Namen, er und seine Kollegen mussten die Verwerfungen und Defizite der bayerischen Schulpolitik richten und aushalten.“

Für den verhinderten Peter Kempf, Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Schwaben, übernahm dessen Mitarbeiterin Angela Mutter die Laudatio. Das Anforderungsprofil eines Schulleiters komme dem eines Spitzenmanagers oder Zehnkämpfers gleich, der sein berufliches Leben mit Ausdauer, Kraft, Geschicklichkeit, Beharrlichkeit und Selbstvertrauen angehe. Gerhard Haunschilds pädagogischer Ethos habe in allen schulischen Bereichen Spuren hinterlassen, nicht zuletzt auf dem Gebiet der Inklusion. „Es ist Ihnen gelungen, eine angstfreie Leistungsumgebung zu schaffen“, umschrieb Elternbeiratsvorsitzender Michael Feucht Haunschilds größtes Verdienst. Anton Niedermayr lobte dessen Initiative bei der Gründung des DHG-Fördervereins.

Mit Verweisen auf Michael Endes Roman „Momo“ stellte Michael Lang vom Personalrat seine launige Laudatio ganz unter das Motto „Zeit“. Der Schulleiter, der für seine „endlosen Arbeitstage“ bekannt gewesen sei, habe sein Freizeitkonto arg ins Minus manövriert. Das sollte der Ruhestand ausgleichen, denn: „Jetzt gehört die Zeit Ihnen.“ Renate Schöffer als künftige Schulleiterin rückte ihren Noch-Vorgänger in die Nähe des römischen Politikers und Philosophen Cicero, der revolutionäre Ideen mit Beharrlichkeit gefördert habe. Haunschilds Einsatz, seine Umsicht beim Umsetzen neuer Strukturen und sein Verantwortungsbewusstsein hinsichtlich der Schulfamilie hätten Akzente gesetzt. „Ihre Tätigkeit war nicht umsonst“, sagte sie.

Gerhard Haunschild weiß, was er vermissen wird: Die Schüler per Handschlag zu begrüßen, ihre Persönlichkeiten wahrzunehmen, ihre Entwicklung zu verfolgen. „Ich habe es genossen. Das werde ich als Schatz in meinem Herzen aufbewahren.“ So erfülle ihn eine gewisse Wehmut, am Ende einer 40-jährigen Berufskarriere innehalten zu müssen, die ihn in jeder Beziehung viel Kraft gekostet und ihm gleichermaßen viel Freude bereitet habe. Er dankte für alles und er bedankte sich bei allen, die ihn in all den Jahren gestützt, unterstützt und mit ihm engagiert für die Schule und die Schüler gekämpft hätten. Entspannt sieht Haunschild seinem neuen Lebensabschnitt entgegen: „Ich bin gespannt, wie’s wird“.

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