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16.11.2007

Schwarz und Weiß auf 20 mal 20 Zentimetern

In den vergangenen Jahren drängten sich teilweise zwischen 40 und 50 Exponate im verwinkelten Köglturm. Aus der Platznot hat die Jury der Ausstellung "Das kleine Format" heuer eine Tugend gemacht.

Von Nicole Simüller, Aichach

In den vergangenen Jahren drängten sich teilweise zwischen 40 und 50 Exponate im verwinkelten Köglturm. Aus der Platznot hat die Jury der Ausstellung "Das kleine Format" heuer eine Tugend gemacht und strenger ausgewählt.

Die Jury bestand aus Veronika Gmeinwieser, die kürzlich im Aichacher Stadtmuseum ausstellte, Dr. Monika Fahn, die damals bei der Eröffnung sprach, Christian Frosch, Ingrid Martin und Andreas Stucken, dem Vorsitzenden des Aichacher Kunstvereins. Von 200 Exponaten aus ganz Bayern schafften es gerade einmal 32 in den Köglturm. Doch diese 32 können aufatmen, haben sie doch mehr Platz für sich.

"Die drei Künstler in der Jury sehen die Arbeiten mit einem ganz anderen Blick. Sie urteilen strenger über Kollegen", sagte Stucken bei der Vorbesichtigung der Ausstellung, die am morgigen Sonntag um 11 Uhr eröffnet wird. Bekannte Namen sind ebenso dabei wie neue. Die Farben Schwarz und Weiß dominieren heuer im Köglturm.

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Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren sind nur wenige Fotografien zu sehen. Eine davon stammt vom diesjährigen Aichacher Kulturpreisträger, Franz Achter. Ihr Titel lautet "Freisinger Str. 2" (Bild rechts). Der Schwerpunkt der diesjährigen Ausstellung liegt vor allem auf Zeichnungen. So ist Amor Thal mit seiner Tuschezeichnung "beschirmt" vertreten (Bild unten), die mit dem die Konturen verwischenden Regen zu spielen scheint. Auch beim mit Wasserfarben auf Blockpapier gemalten "Ver-Rückten" von Rosa Maria Krinner (Bild unten) verschwimmen die Umrisse. Nur ein Auge schaut aus dem Bild in eine nur ihm sichtbare Ebene zwischen Nah und Fern.

Umso klarer sind die Umrisse bei Beatrix Walters genähtem Bild "Wird" zu erkennen. Die Künstler spielen mit den Konturen ebenso wie mit den Materialien. Hauchdünn hat Markus Krug Streifen von Styropor auf das vorgegebene Format von 20 mal 20 Zentimetern aufgeklebt. Wer schon mit Styropor gearbeitet hat, weiß, wie zerbrechlich es in menschlichen Händen sein kann. Hier präsentiert es sich in ungekannter Zweidimensionalität.

Mehr Gegenständliches ist zu sehen: Die römische Göttin Juno vor flammend rotem Hintergrund etwa. Juno, die mit der griechischen Göttin Hera gleichgesetzt wurde (Bild links), wurde gemalt von Maria Hera. Andere Künstler wie Burga Endhardt ("yellow") oder Katharina Ulke ("black grid indian ink", Bild rechts) vertrauen ganz auf die Farbe. Wer für großformatige Kunst keinen Platz an der Wand und im Geldbeutel hat, könnte in der Ausstellung übrigens fündig werden. Viele Bilder sind erschwinglich.

Die Ausstellung ist bis 9. Dezember mittwochs von 17 bis 19 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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