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Aichacher Volkstheater

05.11.2014

„Scrooge“ fordert die Schauspieler

Das wohl berühmteste Weihnachtsmärchen der Welt setzt das Aichacher Volkstheater mit 25 Darstellern um, die teilweise mehrere Rollen spielen. Nachdem die Schauspielgruppe zuerst im SanDepot probte, laufen die Proben jetzt bereits an der echten Spielstätte, auf der Bühne in der TSV-Halle.
Bild: Aichacher Volkstheater

Aichacher Volkstheater Verein spielt zum 30-jährigen Bestehen das Weihnachtsmärchen von Charles Dickens. 25 Darsteller stehen dabei in 45 Rollen auf der Bühne

Aichach Es ist die wohl bekannteste Weihnachtsgeschichte der Welt, die das Aichacher Volkstheater in diesem Jahr aufführt. Am Samstag, 22. November, ist die Premiere von „Fröhliche Weihnachten Mr. Scrooge“. Es geht um den geizigen Geschäftsmann Ebenezer Scrooge, der in der Weihnachtsnacht von drei Geistern besucht wird. Ein Besuch, der das Leben des Geizhalses komplett verändern wird. Das Volkstheater setzt das Stück mit 25 Darstellern um, die teilweise mehrere Rollen spielen. Regisseur ist Hans Kriss, der mit seiner Frau Afra schon bei mehreren Produktionen mit dem Theater zusammenarbeitete.

30 Jahre wird das Volkstheater in diesem Jahr alt. Ein Jubiläum, das die Theaterspieler mit einem Stück feiern, das schon lange auf ihrer Wunschliste stand. Bisher war eine Aufführung der Weihnachtsgeschichte unter anderem jedoch daran gescheitert, dass die Termine für die Vorstellungen nicht so nah an Weihnachten lagen wie in diesem Jahr. Und es ist ein Regisseur notwendig, der sich das anspruchsvolle Projekt zutraut.

Ingrid Predasch, die auch in diesem Jahr wieder als Regieassistentin dabei ist, weiß: „Das Stück ist eine Herausforderung. Es gibt viele kleine Szenen und viele Rollen.“ Nicht zu kitschig und nicht zu schmalztriefend will der Regisseur das Stück gestalten. Was Kriss an dem von Charles Dickens geschriebenen Weihnachtsmärchen interessiert, ist die Art, wie der Autor seine Hauptfigur Scrooge fast therapeutisch seziert hat. Kriss: „Im Grunde analysiert er den Charakter und gleichzeitig die Gesellschaft.“ Denn Dickens wollte mit seinen Erzählungen nicht nur den literarischen Erfolg, sondern auch das Gewissen seiner Zeit wachrütteln und damit den Weg für soziale Reformen ebnen.

Was Ebenezer Scrooge angeht, so ist der in erster Linie davon überzeugt, dass Weihnachten einfach nur „Humbug“ ist. Sentimentaler Firlefanz, überflüssig und schädlich. Er will nicht mit seinem Neffen Weihnachten feiern und gibt nur widerwillig seinem Schreiber im Kontor frei. Der „Humbug“ bleibt Scrooge allerdings im Hals stecken, als ihn die Geister der vergangenen, der gegenwärtigen und der zukünftigen Weihnacht mit auf eine Reise durch sein Leben nehmen.

Mit Lichtinseln auf der Bühne stellt das Volkstheater Scrooges Reisen zu den verschiedenen Stationen dar. Für die Amateurschauspieler eine besondere Herausforderung. Haben sie bei einem Theaterstück sonst etwas Zeit, sich „warm zu spielen“, müssen sie hier sofort voll da sein, wenn der Lichtstrahl auf sie fällt.

Auch den Beleuchtern verlangt das viel Können und Konzentration ab, immer wieder andere Teile der Bühne in der TSV-Halle anzustrahlen. Auch Richard Bauch ist bei seinem Einsatz als Souffleur gefordert. Er wird voraussichtlich hinter den Kulissen arbeiten, um den Schauspielern im Falle eines Hängers weiterhelfen zu können.

Berufsschule gestaltet Rückwand

Insgesamt sind in dem Stück, das Hans Kriss bearbeitet und an die Bühne und die Spieler des Volkstheaters angepasst hat, 45 Rollen zu spielen. Das bedeutet, dass die 25 Darsteller, darunter acht Kinder, teilweise mehrere Rollen haben. Entsprechend müssen sie sich auch immer wieder umziehen, wenn sie in eine andere Rolle schlüpfen. Die Kostüme stammen teilweise aus dem Fundus des Vereins, teilweise hat das Ingolstädter Theater sie zur Verfügung gestellt.

Eine Konstante in dem Stück ist die von der Berufsschule gestaltete Rückwand des Kontors, die allerdings durch Farbspiele immer wieder in andere „Rollen“ schlüpft. Eine weitere Konstante ist ein Möbelstück, das universell eingesetzt wird. Es stellt sowohl einen Schreibtisch als auch einen Kamin oder ein Bett dar.

„So ein Humbug“, würde Scrooge dazu wohl sagen. Vielleicht aber auch nicht.

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