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22.06.2009

Seit zwei Jahren pflegen Pferde und Hirsche den Wald

Königsbrunn/Augsburg "Mit dem bisherigen Projektverlauf sind wir sehr zufrieden", sagt Norbert Pantel vom Landschaftspflegeverband Augsburg (LPV) beim Aktionstag "Zwei Jahre Beweidungsprojekt Stadtwald Augsburg" am Samstag.

Im Projektgebiet an der Königsbrunner Heide feierten dann auch zahlreiche Besucher, ehrenamtliche Helfer und Projektpartner das Jubiläum. Unter ihnen Rainer Schaal, Umweltreferent Augsburg und Vorsitzender des LPV, der Geschäftsführer des Verbandes Nicolas Liebig und der Königsbrunner Stadtrat Walther Engelhardt.

Seit 2007 helfen in einem Pilotprojekt in zwei jeweils rund 15 Hektar großen Gehegen im Naturschutzgebiet "Stadtwald Augsburg" nördlich der Königsbrunner Heide drei Wildpferde und sieben Rothirsche, den lichten Kiefernwald mit seiner außerordentlich hohen Artenvielfalt zu erhalten (wir berichteten). Dabei lichten die Tiere die Strauch- und Grasschicht auf, indem sie diese einfach auffressen.

Am Aktionstag durften Besucher unter anderem an Führungen auch innerhalb des Pferdegeheges teilnehmen. Das Betreten des Hirschgeheges war jedoch wegen der "Feistzeit", das ist die Zeit vor der Brunft, und zum Schutz der frischen Kälber nicht erlaubt.

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150 Führungen in zwei Jahren

Laut Gebietsbetreuer Norbert Pantel seien seit Projektbeginn vor zwei Jahren 150 Führungen veranstaltet worden. Die konstante Gruppengröße von rund 16 Teilnehmern ist für Pantel ein Beleg dafür, dass weiterhin großes Interesse in der Öffentlichkeit für das Projekt besteht. "Wir wollen das Bewusstsein für den Naturschutz wecken. Naturschutz kann nur funktionieren, wenn Leute auch die Natur schätzen, die direkt vor ihrer Tür liegt", sagt Pantel. Dafür bietet der Landschaftspflegeverband offene Führungen an: monatlich jeweils am ersten Sonntag um 14 Uhr und jeden dritten Mittwoch ab 18 Uhr. Führungen könnten aber auch individuell gebucht werden. Gleichzeitig appelliert Pantel aber auch an die Stadtwaldbesucher, ausgewiesene Wege nicht zu verlassen, um Flora und Fauna nicht zu gefährden. In der Heide wachsen zum Beispiel Dutzende Arten von Orchideen wie der Ragwurz oder Mückenhändelwurz. Auch Hundehalter bittet er, ihre Tiere nicht unkontrolliert laufen zu lassen. Vor allem der Hundekot sei ein Problem.

Eine intakte Natur sei ein Faktor für die Lebensqualität der Augsburger und Königsbrunner zugleich. Pantel führt vor Augen, dass ein Viertel der Stadtfläche von Augsburg Naturschutzgebiet ist. Keine andere Stadt in Europa, außer Wien mit 28 Prozent, könne da mithalten.

Auch der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes, Nicolas Liebig, freut sich über die ökologischen Erfolge der vergangenen zwei Jahre und die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Vor allem freut ihn die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, kurz DBU, die das Projekt finanziert. Er bezeichnet das als "Ritterschlag". Denn die DBU fördere nur besondere Projekte.

Wie die Finanzierung jedoch nach Ende der Projektzeit im Jahr 2011 aussehen wird, könne man laut dem Augsburger Umweltreferenten und Vorsitzenden des Landschaftspflegeverbandes, Rainer Schaal, trotz positiver Tendenzen noch nicht sagen. Nachdem die DBU nur Pilotprojekte finanziere, müssten alle Beteiligten, wie Forstverwaltung oder Trinkwasserschutz, über den weiteren Verlauf entscheiden. Schaal glaubt aber fest an den Erfolg des Beweidungsprojektes und dass es eine Fortsetzung geben wird.

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