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Kirche

21.02.2018

Sie gehen für Jesus von Haus zu Haus

Rund 40 Jugendliche aus ganz Deutschland kamen nach Pöttmes und nehmen an der Missionarischen Woche „Wach auf, mach auf“ teil. Täglich ziehen sie von Haus zu Haus und suchen das Gespräch mit den Bewohnern.
Bild: Andreas Dengler

Teresa Weigand und Vincent Weber sind zwei Teilnehmer der Missionarischen Woche. Seit Montag suchen sie das Gespräch mit Katholiken aus der Pfarreiengemeinschaft Pöttmes.

Die winterlichen Temperaturen halten die beiden jungen Missionare Teresa Weigand und Vincent Weber nicht auf. Dick eingepackt mit Schal und Winterjacke gehen sie von Haustür zu Haustür und suchen das Gespräch mit den Bewohnern. Seit Montag ziehen rund 40 Jugendliche aus ganz Deutschland durch die Straßen der Pfarreiengemeinschaft Pöttmes. Mutig klingeln sie an den Eingangstüren, um mit den Bewohnern über Gott und ihren Glauben zu reden. Die Hausbesuche sind das Herzstück der Missionarischen Woche „Wach auf, mach auf“, die derzeit als diözesanweit einzige in Pöttmes stattfindet. Neben den Gesprächen an den Haustüren sind auch Themenabende und Messfeiern geplant.

Ohne zu wissen, wer sie auf der anderen Seite der Schwelle erwartet und wie die Bewohner auf den unangekündigten Besuch reagieren, arbeiten sich die jungen Missionare durch die Wohnsiedlungen. So landen Teresa und Vincent auch bei Silke Schmalhofer und ihrer kleinen Tochter Lucia. Die 40-jährige Pöttmeserin freut sich über den Besuch und bittet die beiden Missionare herein. Dort erklären sie ihrer Gastgeberin die Missionarische Woche und laden Schmalhofer und ihre ganze Familie zu den verschiedenen Veranstaltungen ein. „Wir haben uns über den Besuch der jungen Leute gefreut“, sagt Schmalhofer nach dem Gespräch. Ein Termin wird gleich fest in den Kalender eingetragen: der Abschlussgottesdienst unter der Leitung von Weihbischof Florian Wörner am Sonntag.

Für jeden gibt es eine Kerze

Neben dem Veranstaltungsplan überreichen die Missionare all ihren Gesprächspartnern eine Kerze, die während des Abends der Versöhnung am kommenden Samstag in der Pfarrkirche St. Peter und Paul entzündet werden kann. Außerdem können auf kleinen Zettelchen Fürbitten notiert werden, für die die „Basicals“ beten werden.

Ganz neu sind solche Hausbesuche für Teresa jedoch nicht mehr, denn die 21-jährige Studentin nimmt bereits zum dritten Mal an der alljährlichen Aktionswoche des Bistums Augsburg teil. Ihre Hauptaufgabe sei, die Freude am Glauben mit den Mitmenschen zu teilen, sagt die junge Frau. Durch ihre Teilnahme am „Basical“-Orientierungsjahr vor zwei Jahren lernte sie die Missionarische Woche kennen, erzählt sie. Die gebürtige Stadtbergerin nahm an dem Freiwilligenjahr teil und fand dadurch auch ihr jetziges Studienfach. Seit Herbst studiert sie katholische Theologie an der Universität München.

Unter „Basical“ versteht man ein Orientierungsjahr für junge Katholiken zwischen 18 und 25 Jahren. Die Teilnehmer leben für neun Monate in einer Wohngemeinschaft in Augsburg. Das Modell ist derzeit einzigartig in Deutschland und wird erst nach und nach auch in anderen Bistümern angeboten. Der Schwerpunkt in dem Jahr liegt auf der intensiven Auseinandersetzung mit dem Glauben und der christlichen Lebensgestaltung. Auch eine Hilfestellung für Zukunftsentscheidungen wird den jungen Menschen dort geboten. Neben ehrenamtlichen Diensten, gemeinsamen Gebetsstunden, Bibelkreisen und Messfeiern nehmen sie auch an der alljährlichen Missionarischen Woche teil.

Für Vincent aus Pfaffenhofen an der Roth sind die Hausbesuche ganz neu. Der 17-Jährige absolviert derzeit das Orientierungsjahr „Basical“ in Augsburg und ist zum ersten Mal bei der Missionarischen Woche dabei. Vor allem bei den ersten Hausbesuchen war er froh, dass er eine erfahrene Begleiterin dabei hatte. Nach seinem Schulabschluss wusste er nicht genau, welchen Beruf er erlernen wollte. Von dem „Basical“ erhoffte er sich Antworten auf seine Zukunftsfragen.

Die jungen Katholiken sind gut vorbereitet

Bereits vor der Aktionswoche trafen sich die jungen Katholiken und tauschten sich über die Herangehensweise bei den Haustürgesprächen aus. Die jungen Menschen sollten bei den Gesprächen auf gar keinen Fall hartnäckig und lästig sein, betonte der Theologe und Mitorganisator, Andreas Theurer vom Institut für Neuevangelisierung. Die Hausbesuche seien keine „Zwangsmissionierung“. Bei den Gesprächen gehe es vielmehr um ein bewusstes Zuhören, weiß Teresa aus eigener Erfahrung. Oft werde die Unterhaltung sehr privat und aus Fremden werden Vertraute. Ob ein gemeinsames Beten für einen Kranken oder einfach ein lockeres Gespräch über die Veranstaltungen – alles sei möglich und entwickle sich immer ganz spontan.

Aus früheren Aktionswochen weiß Theurer, dass vor allem zu Beginn der Missionarischen Woche viele Hausbesucher skeptisch sind. Aber nach ein paar Tagen lege sich das und die jungen Leute würden oft bereits erwartet. Federführend für die jährliche Missionarsaktion sind das Institut für Neuevangelisierung, das Bischöfliche Jugendamt und die Teilnehmer des Orientierungsjahres „Basical“.

Bevor die Teilnehmer zu zweit durch alle Ortsteile ziehen, findet in der Pöttmeser Pfarrkirche eine Anbetung statt, die erst endet, wenn alle Teilnehmer von ihrem Rundgang zurückgekehrt sind. Auch heute trotzen Teresa und Vincent den kalten Temperaturen und streifen unermüdlich durch die Straßen der Pfarreiengemeinschaft.

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