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Musikkabarett

31.03.2014

Sie singt, sie kreischt, sie rappt

Über sich und andere entblößt Andrea Geis humorvoll ihre eigenen Gedanken.
Bild: Manuela Rieger

Andrea Geis beleuchtet in Aichach in ihrem Soloprogramm allerlei Neurosen und die kuriosesten Typen

In ihrem Solo begeistert die Augsburger Ausnahmekünstlerin Andrea Geis nicht nur wie gewohnt mit erfrischendem Witz, messerscharf pointierten Texten und bis zur absoluten Kenntlichkeit entlarvenden Typendarstellungen. Virtuos in Szene gesetzt, entspinnt sich entlang der Irrungen und Wirrungen des postmodernen Lebens eine abendfüllende Geschichte im Spannungsfeld zwischen menschlichen Abgründen, handfesten Desastern und urkomischen Momenten für die absurde Ewigkeit. Auf der Bühne: eigentlich nur eine Frau, aber irgendwie auch die ganze Welt.

Sie singt, sie kreischt und sie rappt – und mit all dem begeistert Andrea Geis das Publikum im Aichacher Pfarrzentrum St. Michael. Ein satirisch-ironisches und überdies musikalisches Programm präsentiert die Kabarettistin dort auf Einladung des Katholischen Frauenbundes. „Ich bin anders“, so der Titel, beschert den rund 150 Gästen im Pfarrsaal einen ausgesprochen kurzweiligen Abend.

Schon bei ihrem ersten Besuch im Jahr 2012 hatte die Kabarettistin zusammen mit Ulla Meyer als „Die Neuros’n“ die Zuschauer im Pfarrsaal begeistert. Und auch dieses Mal zieht sie mit spitzer Zunge, ausdrucksstarker und unnachahmlicher Mimik ihr Publikum schon früh in ihren Bann. Als „Rose Neu“ steht Andrea Geis nun alleine auf der Bühne und bietet ein Programm voller kurioser Typen, die ebenso liebenswert wie „durch den Wind“ sind. Musikalisch verwöhnt sie dabei gekonnt mit einer Rezeptur aus bekannten wie auch selbst geschriebenen Stücken.

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Ob Schneewittchen, Spanierin mit Burn-out oder Botox-Geliftete: Die wandlungsfähige Künstlerin schlüpft gekonnt in die unterschiedlichsten Rollen und strapaziert die Lachmuskeln beiderlei Geschlechts einen ganzen, energiegeladenen Abend lang.

Dass sie auch über eine sehr variable, kräftige und manchmal falsetthafte Gesangsstimme verfügt, zeigt Andrea Geis schon früh im Programm. Dialoge mit dem Publikum wechseln mit Gesangseinlagen ab und auch als Instrumentalistin brilliert Geis. Bissig und schlagfertig kommen ihre Pointen. Als ein Zuschauer auf die Frage, ob er sich amüsiere, mit „Ja“ antwortet, erwidert sie prompt: „Dann sag einmal deinem Gesicht Bescheid!“ – und heimst dafür herzhaftes Lachen des Publikums ein.

„Oh lieber Himmelsvater, schütze die Psychiater“, singt die Kabarettistin und plaudert spaßig über Biokost. Letztere lehne sie ab, denn sie benötigt die Konservierungsstoffe in der Fertignahrung, damit sich das Bindegewebe nicht selbstständig macht. Den bunten Strauß an Neurosen textet die Kabarettistin zum größten Teil selbst. Großartig die zu Medleys zusammengefassten deutschen Schlager, die mit neuen Texten zum Schmunzeln anregen. Egal ob Janis Joplin oder Edith Piaf, Andrea Geis lebt ihre sangliche Vielfalt aus und begleitet sich selbst auf Gitarre und Akkordeon.

Nach zwei Stunden ist der Strauß an Neurosen schließlich zerpflückt. Die Kabarettbesucher zeigen mit lang anhaltendem Applaus, dass der freche, frivole, teils makabre Witz bestens bei ihnen angekommen ist, und Brigitte Weber, Vorsitzende des Aichacher Frauenbunds, bedankt sich bei Andrea Geis mit einem kleinen Präsent.

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