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Sielenbach

13.12.2019

Sielenbach rechnet beim Abwasser neu ab

Der Bau des Sozialwohnhauses ist schon sehr weit fortgeschritten. Inzwischen hat es einen Dachstuhl und wird voraussichtlich noch heuer eingedeckt.
Bild: Gerlinde Drexler

Plus Ab dem nächsten Jahr werden Schmutz- und Niederschlagswasser getrennt statt gemeinsam bezahlt. Bei den neuen Gebühren einigt sich der Gemeinderat auf einen Kompromiss.

Weg von der Einheits- und hin zur gesplitteten Abrechnung geht es für die Gemeinde Sielenbach beim Abwasser. Ab dem kommenden Jahr werden Schmutz- und Niederschlagswasser getrennt abgerechnet. In der Sitzung am Mittwoch einigte sich der Gemeinderat auf Gebühren, die eine minimale Rücklage aufbauen, vor allem aber den Bürger entlasten.

Höher als kalkuliert war in den vergangenen vier Jahren der jährliche Verbrauch von Abwasser. Anstelle der angenommenen 237000 Kubikmeter belief sich der Verbrauch pro Jahr auf rund 262000 Kubikmeter. Das brachte der Gemeinde eine Überdeckung von rund 100000 Euro beim Schmutz- und 50000 Euro beim Niederschlagswasser. Summen, die bei der neuen Kalkulation der Gebühren für die nächsten vier Jahre berücksichtigt werden müssen.

Sielenbach: Eine Alternative ist, die Gebühren für Schmutzwasser mit 2,08 Euro anzusetzen

Anstelle der bisherigen Einheitsgebühr von 2,46 Euro pro Kubikmeter gibt es ab dem kommenden Jahr eine gesplittete Abrechnung. Ohne die Überdeckung würde diese beim Schmutzwasser 1,96 Euro pro Kubikmeter und 0,25 Euro pro Quadratmeter versiegelte Fläche beim Niederschlagswasser betragen, hatte Dagmar Suchowski, Sachverständige für die Kalkulation von Beiträgen und Gebühren kommunaler Abwasser- und Wasserversorgungsanlagen, ausgerechnet. Da die zu viel eingenommenen Gebühren der Vorjahre jedoch bei der Neukalkulation berücksichtigt werden müssen, kam die Sachverständige auf 1,71 Euro beim Schmutz- und 0,27 Euro beim Niederschlagswasser. In den 0,27 Euro sind auch bereits die einmaligen Kosten für die Ermittlung der versiegelten Flächen enthalten.

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Als Alternative schlug Suchowski vor, die Gebühren für das Schmutzwasser mit 2,08 Euro und das Niederschlagswasser mit 0,34 Euro anzusetzen. Bei dieser Variante würde die Gemeinde Rücklagen in Höhe von insgesamt rund 150000 Euro aufbauen. Geld, das bei der Abwasserbeseitigung zum Beispiel für Investitionen, den laufenden Betrieb oder die Stabilisierung der Gebühren eingesetzt werden könne.

Im Rat gab es unterschiedliche Meinungen. Andreas Schneider war dafür, zumindest einen Teil der Überdeckung an die Abnehmer weiterzugeben. Josef Stocker wollte erst mal abwarten, wie kostendeckend die neuen Gebühren sind. Josef Kreppold vertrat die Meinung, die Gebühren lieber etwas höher anzusetzen und dann das zu viel Eingenommene zurückzuzahlen. Bürgermeister Martin Echter ging davon aus, dass das Kanalsystem der Gemeinde in Ordnung sei. Rücklagen seien also nicht unbedingt notwendig. Kämmerin Claudia Naßl wies darauf hin, dass bei größeren Investitionen die Abwassergebühren auch schon in einem kürzeren Zeitraum als den vier Jahren neu kalkuliert werden könnten. Der Vorschlag von Jürgen Oswald, die kostendeckenden Gebühren einfach aufzurunden, gefiel schließlich dem Gemeinderat. Er beschloss eine Abwassergebühr in Höhe von 1,80 Euro für das Schmutz- und 0,28 Euro für das Niederschlagswasser. Bis auf Stocker und Josef Straßer stimmten dem alle zu.

Sielenbach: Friedhofsgebührensteigen

Rund 1800 Euro an Kosten müssen jährlich mit den Friedhofsgebühren gedeckt werden. Die neu kalkulierten Gebühren sind 500 Euro für ein Einzelgrab (vorher 300 Euro), 960 Euro für ein Doppelgrab (450 Euro), 350 Euro für das Urnenrondell (200 Euro) und 490 Euro für ein Urnengrab. Der Gemeinderat stimmte der Satzung zu.

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