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Gemeinderat

13.07.2018

Sielenbacher Bauherren müssen „Stallduft“ dulden

Wer auf dem Land lebt, muss mit einer gewissen Geruchsbelästigung durch die Landwirtschaft leben und diese auch dulden. Sielenbacher Bauern haben es jetzt sogar schriftlich – alle Vorgaben werden eingehalten.
Bild: Ralf Lienert (Symbolfoto)

Die Geruchsgutachten für zwei Bauvorhaben in Sielenbach liegen jetzt vor: Landwirtschaft hält Immissionsvorgaben ein.

Seit rund einem Jahr beschäftigt sich der Sielenbacher Gemeinderat mit den Einbeziehungssatzungen für geplante Bauvorhaben „An der Hauptstraße“ und dem „Rosenweg“ im Ortsteil Tödtenried. Grund war unter anderem ein Geruchsgutachten, das erstellt werden musste. In der Sitzung am Mittwochabend waren die beiden Satzungen erneut Thema. Diesmal ging es darum, die eingegangenen Stellungnahmen abzuwägen.

Umfangreich fiel vor allem die Stellungnahme des Landratsamtes aus, das auf drei Problempunkte hinwies. Das war zum einen der Immissionsschutz, weil in der Nähe der beiden potenziellen Bauareale landwirtschaftliche Betriebe sind. Darauf hatte das Amt die Gemeinde sowie Planerin Cornelia Sing bereits in Vorgesprächen hingewiesen.

Weil das Landratsamt wegen der Anzahl an Tierhaltungen und der Nähe zu den geplanten Wohnhäusern mit seinen Methoden nicht feststellen konnte, ob wegen des Geruchs eine Bebauung möglich ist, gab die Gemeinde ein Geruchsgutachten in Auftrag. Das Ergebnis teilte Sing in der Sitzung mit: „Es hat ergeben, dass in allen Bereichen der Satzungen die Vorgaben der Geruchsimmissionsrichtlinie eingehalten werden.“ Im städtebaulichen Vertrag zwischen Gemeinde und Bauherren wird außerdem aufgenommen, dass Geruchs-, Lärm- und Staubemissionen aus den angrenzenden landwirtschaftlichen Betrieben zu dulden sind.

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Weiterhin bemängelte das Landratsamt, dass in den beiden Satzungen relativ viele Festsetzungen enthalten sind, die unter anderem Dachform und -neigung oder Firsthöhe definieren. Damit würde die Satzung einem Bebauungsplan entsprechen, so das Amt. Es schloss sich der Ansicht des Kreisbaumeisters an, dass ein Bebauungsplan für den Gesamtbereich „hier das das geeignete Instrument der Bauleitplanung“ sei.

Es sei den Antragstellern schwer zu vermitteln, dass erst eine Einbeziehungssatzung genüge und dann ein Bebauungsplan notwendig sei, wandte Planerin Sing ein. Außerdem müssten, um den Dorfgebietscharakter zu erhalten, bei einem Bebauungsplan auch die angrenzenden Hofstellen mit aufgenommen werden. Der Gemeinderat folgte ihrem Vorschlag, die Zahl der Festsetzungen auf Dachneigung und Wandhöhe zu beschränken. Die geänderten Satzungen werden erneut ausgelegt.

Der dritte Punkt, den das Landratsamt ansprach: Der geplante Erschließungsweg für den „Rosenweg“, der mit rund 160 Metern doppelt so lange wie erlaubt wäre. Als problematisch sah das Amt, dass die geplante Zufahrt keine Wendemöglichkeit aufweist, aber zwei Kurvenbereiche mit mehr als 90 Grad hätte. Die Anregung des Amtes, die Erschließung über die Dorfstraße zu verwirklichen, griff die Planerin jetzt auf. Der Gemeinderat beschloss außerdem, dass die Zufahrt, ein Privatweg, statt der üblichen 6,50 nur fünf Meter breit sein und an den Kurven aber aufgeweitet wird.

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