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Sielenbach-Schafhausen

05.12.2010

Sielenbacher steigt in Russland aufs Siegertreppchen

Mal ging es durch unwegsames Gelände, dann wieder über Teerstraßen oder es mussten Flüsse überquert werden. Für die Teilnehmer der Silk Way Rallye war die Strecke auf jeden Fall eine Herausforderung und eine gute Vorbereitung für die Rallye Dakar. Fotos: Gerlinde Drexler
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Mal ging es durch unwegsames Gelände, dann wieder über Teerstraßen oder es mussten Flüsse überquert werden. Für die Teilnehmer der Silk Way Rallye war die Strecke auf jeden Fall eine Herausforderung und eine gute Vorbereitung für die Rallye Dakar. Fotos: Gerlinde Drexler

Es war eine staubige Angelegenheit, sich mit dem Lkw von St. Petersburg quer durch Russland über Wolgograd bis nach Sotchi am Schwarzen Meer durchzuschlagen. Dazwischen liegen rund 5000 Kilometer, die der Schafhausener Franz Echter mit seinem Team innerhalb von acht Tagen zu bewältigen hatte.

Sielenbach-Schafhausen. Es war eine staubige und schweißtreibende Angelegenheit, sich mit dem Lkw von St. Petersburg quer durch Russland über Wolgograd bis nach Sotchi am Schwarzen Meer durchzuschlagen. Dazwischen liegen rund 5000 Kilometer, die der Schafhausener Franz Echter mit seinem Team innerhalb von acht Tagen auf der sogenannten "Silk Way Rallye" zu bewältigen hatte. Genau wie die etwa 2500 Kilometer Wertungsprüfungen durch Steppen, Wüsten und Wälder. Am Ende stand der 52-Jährige auf dem Siegertreppchen. Das Privatteam um Echter hatte die Amateuerwertung gewonnen und nur um ein paar Minuten den vierten Platz bei der Lkw-Wertung verpasst.

Rallyefahren ist eine Leidenschaft von Franz Echter. Das kann man ohne Weiteres so sagen. Was sonst bringt einen 52-jährigen Familienvater dazu, sich jedes Jahr in einem Truck durch Wüsten und unwegsames Gelände zu kämpfen, im Biwak zu schlafen, sich über Pannen und zu wenig Schlaf zu ärgern und am Ende doch zu strahlen, wenn er am Ziel angekommen ist. Seine Leidenschaft ist eigentlich die "Rallye Dakar". Bei der ist er schon zehn Mal mitgefahren, hat sich als Amateur unter den Profis einen Namen gemacht und viel Erfahrung gesammelt. Seine erste Wüstenrallye fuhr Echter 1997. Seitdem hat ihn das Rallyefieber nicht mehr losgelassen.

An der "Silk Way Rallye" nahm er mit seinem Team, seinem bewährten Beifahrer Detlef Ruf aus Giggenhausen (Landkreis Freising) und Mechaniker Hans Balleis aus Kiemertshofen (Gemeinde Altomünster), jedoch zum ersten Mal privat teil. "Wenn am 11. September 48 Geländewagen und 16 Trucks die zweite Auflage der "Silk Way Rallye" im Rahmen der "Dakar Series" unter die Räder nehmen, ist ein privat eingesetzter MAN des Teams MMMP - Maurer MAN Motorsport Performance - am Startort St. Petersburg dabei", schrieb das Auto Motor Sport Magazin. Die Nennung des privaten Teams sei aus deutscher Sicht eine Sensation.

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Echter selbst hatte gar keine Zeit, sich darüber Gedanken zu machen. Die Entscheidung, an der Rallye teilzunehmen, war kurzfristig gefallen. "Fast ein Jahr Vorbereitung braucht man, um optimal dabei zu sein", weiß der Schafhausener aus Erfahrung. Für den Aufbau des 700 PS starken Rallyefahrzeugs, das der Spezialfahrzeugbauer Toni Maurer in Türkheim auf die Räder stellte, blieben jedoch nur drei Monate Zeit.

Mit einem "jungfräulichen" Fahrzeug, das es vorher aus Zeitgründen nicht mehr testen konnte, war das Team nach Russland gereist. Größere Pannen gab es trotzdem keine. Nur die Heckklappe ging schon ziemlich bald nach dem Start verloren. "Wir waren noch keine 30 Kilometer gefahren", erzählt Echter. Die Klappe hätten sich Fans als Souvenir unter den Nagel gerissen, hat er mitbekommen.

Von St. Petersburg ging es Richtung Wolgograd und weiter nach Astrachan am Kaspischen Meer. Ein Ort, der eine deutsche Vergangenheit hat. "Jeder war stolz, wenn er einen auf Deutsch ansprechen konnte." Wahnsinnig viele Zuschauer hätten an den Kontrollpunkten gestanden, erzählt der 52-Jährige. Besonders hoch im Kurs standen die Teilnehmer, die nicht aus Russland kamen. Es kam sogar vor, dass sich um seinen Truck mehr Leute drängten als um die der führenden Teams. Wobei sich Echter gut hielt.

Erst 35 Kilometer vor dem Ziel in Sotschi, wo 2014 die Olympischen Winterspiele stattfinden werden, machte ihm ein geplatzter Reifen einen Strich durch die Rechnung. Der Zwischenfall kostete das Team entscheidende 15 Minuten. "Und das ausgerechnet einen Tag, nachdem wir Etappen-Zweiter waren", ärgert sich Echter. Ähnlich hart wie die Rallye Dakar, nur kürzer und mit weniger Sand, beschreibt der Schafhausener die Silk Way Rallye. Die hat ihren Namen der Seidenstraße, einer besonders im Mittelalter wichtigen Handelsroute, die durch Russland verlief, zu verdanken.

Besonders beeindruckt hat Echter das Land selber. Wahnsinnig beliebt sei Regierungschef Wladimir Putin. "Ganz leger in Lederjacke und Jeans" sei der am vorletzten Tag im Camp der Rallyeteilnehmer aufgetaucht und hätte eine Rede gehalten. Kaum zurück in der Heimat, bereitet sich das Echter-Team schon wieder auf die nächste Herausforderung vor: Im Januar geht es nach Südamerika zur Rallye Dakar.

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