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Sielenbach

12.07.2019

Sielenbachs Bürgermeister weiter ehrenamtlich

Das neue Rathaus mit Bauhof vom Dorfplatz aus gesehen.
Bild: Erich Echter/Archiv

Sielenbacher diskutieren Für und Wider von haupt- und ehrenamtlichem Bürgermeister. Noch keine Kandidaten in Sicht

Hin- und hergerissen waren die Sielenbacher Gemeinderäte bei der Frage, ob der künftige Bürgermeister haupt- oder ehrenamtlich arbeiten soll. Schwer sei die Entscheidung, war der Tenor, der in der Sitzung am Mittwoch immer wieder zu hören war. Mit einer knappen Mehrheit fiel die Entscheidung schließlich für das Ehrenamt. Mit der Option, den Beschluss eventuell im Herbst noch mal zu überdenken. Abhängig davon, ob es Kandidaten für das Bürgermeisteramt gibt. Wie berichtet, wird Bürgermeister Martin Echter nach 18 Jahren im Rathaus bei der Kommunalwahl nicht mehr antreten.

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Das große Arbeitspensum war ein Thema

Das große Arbeitspensum, das mit dem Bürgermeisterposten verbunden ist, war in der Diskussion immer wieder Thema. Ob sich dieser immense Zeitaufwand mit einem Beruf koppeln ließe, bezweifelte Horst Pappenberger. Er sprach sich deshalb für einen hauptamtlichen Rathauschef aus. Josef Koppold sah das zwar genauso, glaubte aber nicht, dass die Gemeinde einen Kandidaten für einen hauptamtlichen Posten bekommen wird. Koppolds Überlegung war: „Wer gibt seinen Beruf auf, wenn er nicht weiß, ob er in sechs Jahren wiedergewählt wird?“ Er stimmte deshalb für das Ehrenamt. Josef Straßer konnte beide Argumentationen nachvollziehen. Er war der Meinung, dass sich für einen hauptamtlichen Bürgermeisterposten eher Kandidaten interessieren würden. Sein Einwand gegen die ehrenamtliche Variante war: „Welche Firma beschäftigt jemanden, der überstrapaziert ist?“

Bei den Kandidaten, die infrage kommen, würde sich die Gemeinde mit einem ehrenamtlichen Bürgermeister leichter tun, glaubte Jürgen Oswald. Rosi Lutz’ klare Meinung: „Der Bürgermeister hat so viel Arbeit, dass er das mit dem Ehrenamt nicht leisten kann.“ Heinz Geiling war unschlüssig, welche von beiden Alternativen die sinnvollere ist. „Ein Ehrenamtlicher hat brutal viel Arbeit“, war ihm klar. Er sei hin- und hergerissen, gab er zu.

Sielenbachs Bürgermeister weiter ehrenamtlich

Gefühlsmäßig tendierte Zweiter Bürgermeister Franz Moser zu einem ehrenamtlichen Rathauschef. Angesichts der Größe des „Betriebes“ Sielenbach sprach er sich jedoch für einen hauptamtlichen aus. Man solle es dem neuen Gemeindechef möglichst einfach machen, fand Moser. Seine Befürchtung bei einem ehrenamtlichen Job: „Wenn wir den neuen Bürgermeister am Anfang gleich so richtig reinlassen – wer weiß, ob er uns bleibt.“ Johann Finkenzeller war der Meinung, dass ein ehrenamtlicher Bürgermeister flexibler sei. Sein Vorschlag: „Ehrenamtlich lassen und eventuell bei der nächsten Wahlperiode hauptamtlich.“ Pappenbergers Einwand: „Wenn er bis dahin nicht verheizt ist.“ Finkenzellers Vorschlag gefiel auch Andreas Schneider.

Die Abstimmung geht knapp aus

Mit sieben zu fünf Stimmen entschied sich der Gemeinderat schließlich dafür, dass das Bürgermeisteramt auch künftig ehrenamtlich sein wird.

Mögliche Kandidaten sind bisher noch nicht aus der Deckung gekommen. „Man hört überhaupt nichts, während sie wo anders schon scharren“, wunderte sich Straßer. Sollte sich bis zum Herbst niemand finden, der als ehrenamtlicher Bürgermeister kandidieren will, will der Gemeinderat seinen Beschluss noch mal zur Diskussion stellen.

Bürgermeister Echter enthielt sich der Abstimmung. Er werde sich aus der Diskussion raushalten, hatte er angekündigt. Überrascht war Echter über die wenigen Besucher der Sitzung. Er habe damit gerechnet, dass mögliche Bürgermeisterkandidaten als Zuhörer kommen würden, sagte er.

Lesen Sie dazu auch: Sielenbach: Vom Schulden- zum Sonnendorf

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