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Landwirtschaft

31.03.2017

Skulptur aus Wilpersberg hat Auftritt in Hannover

Vertreter des Agrarbündnisses Niedersachsen überreichen Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne, rechts) vor dem Landwirtschaftsministerium in Hannover (Niedersachsen) symbolisch - mit einem übergroßen Teller, auf dem eine Gabel und Schweine liegen, ihre Forderungen für die Agrarministerkonferenz.
Bild: Peter Steffen / dpa

Zur Agrarministerkonferenz „reist“ Stephan Kreppolds vier Tonnen schweres Werk aus Berlin an.  

Aichach-Wilpersberg/Hannover Sie war schon in München, in Berlin – und jetzt in Hannover: Die vier Tonnen schwere Stahl-Skulptur „Wir haben es satt“ von Stephan Kreppold reiste zur Agrarministerkonferenz in Hannover. Der Biobauer und Künstler aus Wilpersberg (Stadt Aichach) nahm dort am Montag an einer Kundgebung des Agrarbündnisses Niedersachsen teil. Dem Agrarbündnis gehören 19 Organisationen an, darunter auch die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

Im Mittelpunkt stand, wie Kreppold berichtet, ein längeres Gespräch mit dem niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) vor dem Landwirtschaftsministerium über die Ziele der Agrarwende in Niedersachsen und Deutschland. Forderungen des Agrarbündnisses waren unter anderem, den Export zu Dumpingpreisen zu stoppen und die Agrarförderung so umzugestalten, dass kleinere und mittlere Betriebe mehr profitieren als bisher. Eine weitere Forderung war, das Ende der Kastenstandhaltung für Zuchtsauen. „In Form einer Überraschungsaktion haben wir die Skulptur, welche bis dato in Berlin stand, mit einem Tieflader vor dem Ministerium aufgefahren“, erzählt Kreppold.

Die drei Meter hohe und vier Tonnen schwere Stahlskulptur zeigt einen übergroßen Teller, auf dem eine Gabel und Schweine liegen. Der Teller steht laut Kreppold für das Ziel der Ernährungssouveränität: Der Verbraucher bestimmt, was auf seinem Teller landet. Auf dem Teller lägen in hohem Umfang Erzeugnisse aus Intensivtierhaltung mit einem zunehmend agrarindustriellen Zuschnitt. Die Gabel setzt sich zusammen aus der Heugabel des Bauern und der Besteckgabel des Verbrauchers und steht für deren Verantwortung. In Kreppolds Skulptur kommt sie von oben und räumt entschlossen die Schweinchen ab, die sich im Bild zur „Fabriksau“ entwickeln und deren Schnauzen in die Linie der Fabrikhallendächer übergehen.

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Angefertigt hat Stephan Kreppold die Skulptur für eine Großdemonstration im Januar 2012 in Berlin gegen die „Agrarindustrie“ und für eine Neuausrichtung der Agrarpolitik hin zu einer sozialeren Agrarförderung und mehr Tierschutz. Mit dem Traktor brachte er die Skulptur von einer Kundgebung in München in die Bundeshauptstadt.

Seit damals stand das Kunstwerk westlich auf dem Landgut Stober (ehemals Landgut Aborsig der Familie Borsig) in Nauen – ein Bildungs-, Kongress- und Kulturzentrum. Nach dem neuerlichen Einsatz in Hannover steht die Skulptur nun auf einem Hofgut in der Nähe von Hildesheim. Wie Kreppold berichtet, könnte es aber durchaus sein, dass sein Werk einen endgültigen Standort in Hannover findet. Derzeit laufen Verhandlungen mit dem Oberbürgermeister, sagt der Künstler. (bac)

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