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Nach dem Tornado

20.05.2015

So bekommen Tornado-Opfer finanzielle Hilfe

Hier in Gebenhofen stand bis vor kurzem noch der Stierstall von Marlen und Stefan Haas.
Bild: Evelin Grauer

Das bayerische Kabinett beschließt Soforthilfen für Tornado-Opfer. Nicht versicherte Betroffene sollen nicht um ihre Existenz fürchten müssen. Wie Sie Hilfsanträge stellen können.

Hilfe tut Not nach dem Tornado – vor allem finanziell. Der Freistaat hat am Dienstag Geld zugesagt für die Betroffenen. Die wichtigste Nachricht: Wer nicht versichert ist, muss nicht um seine Existenz fürchten. Das Kabinett hat einen Härtefonds beschlossen. Über den können Betroffene, deren Existenz gefährdet ist, bis zu maximal 100 Prozent des Schadens ersetzt bekommen.

Wirtschaftsministerin Ilse Aigner betonte: „Es kommt jetzt darauf an, den Betroffenen schnell und unbürokratisch zu helfen.“ Abgesehen vom Härtefonds gibt es bei persönlicher, individueller oder wirtschaftlicher Notlage ein Sofortgeld von 1500 Euro. Unternehmen oder Vereine können mit 5000 Euro rechnen. Darüber hinaus sind Soforthilfen vorgesehen. Versicherungsleistungen werden auf die Hilfen angerechnet (siehe unten).

Laut Landratsamt soll das Sofortgeld rasch überwiesen werden

Landrat Klaus Metzger dankte am Dienstag der Staatsregierung „für die schnelle Hilfe“. Doch wie kommen die Menschen an das Geld? Laut Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes, soll das Sofortgeld rasch überwiesen werden. „Die Prüfung geht ganz schnell“, versicherte er. Anträge können die Affinger ab Mittwoch vor Ort einreichen. Dafür kommen Mitarbeiter der Kreisbehörde in die Gemeindeverwaltung. Bei Soforthilfen werde die Prüfung etwas länger dauern. Bei Fällen für den Härtefonds muss die Bedürftigkeit natürlich ebenfalls exakt nachgewiesen werden.

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In Affing wird es „ein paar Härtefälle“ geben, ist sich amtierender Bürgermeister Markus Winklhofer sicher. Er freute sich über das Signal aus München. Für ihn hat es die Bedeutung: „Es geht weiter“. Er sei optimistisch, dass die Mittel vom Freistaat vor Ort ankommen, erklärte er. Nach Einschätzung von Verwaltungschef Markus Heidenreich werden die Gelder für viele Menschen wichtig sein. Etwa ein Viertel, so schätzt er, sei gar nicht versichert. Manche hätten nur eine Hausratversicherung.

Schäden werden in vier Kategorien eingeteilt

Heidenreich und mehrere Mitarbeiter der Verwaltung gingen am Dienstag von Haus zu Haus, um eine Schadensliste zu erstellen. Schäden werden in vier Kategorien eingeteilt: angefangen von heruntergerissenen Dachplatten bis hin zu abbruchreifen Gebäuden. Die Verteilung der Spenden und Gelder vom Freistaat wird laut Winklhofer noch ein Kraftakt für die Verwaltung. Doch bislang sei alles „sehr kulant und bürgerfreundlich“ gelaufen, lobt er die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt. Tagesthemen müssten derweil warten, denn „jetzt geht’s einfach um die Leute“, sagt Winklhofer.

Diese Hilfen gibt es für die Tornado-Opfer:

Sofortgeld: Privathaushalte bekommen ein Sofortgeld von 1500 Euro, Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeiter und Vereine 5000 Euro. Das Geld ist zur Ersatzbeschaffung von zerstörtem Hausrat oder Betriebsvermögen gedacht. In Härtefällen sind laut Landratsamt höhere Beträge möglich. Wer Versicherungsleistungen erhält, muss das Sofortgeld zurückzahlen.

Soforthilfen: Sie betragen für Haushalt und Hausrat bis zu 5000 Euro, bei Versicherbarkeit gibt es einen Abschlag von 50 Prozent. Unternehmer und Freiberufler mit bis zu 500 Mitarbeiter bekommen bei einem Schaden über 5000 Euro einen Zuschuss von 50 Prozent (maximal 100 000 Euro). Bei Existenzgefährdung können es bis zu 200 000 Euro werden. Land- und forstwirtschaftlichen Betrieben werden Aufwuchs- und Ernteschäden und sonstige nicht versicherbare Schäden ab 1000 Euro mit 50 Prozent bis maximal 50 000 Euro, bei Existenzgefährdung bis 100 000 Euro vergolten.

Härtefonds: Ist die Existenz gefährdet, erhalten Privatleute, Firmen und Landwirte je nach finanzieller Leistungskraft bis maximal 100 Prozent.

Förderbank: Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums teilte am Dienstag mit, dass sich die LfA Förderbank Bayern um geschädigte Unternehmen kümmern wird. Sie werde vor Ort Kontakt mit Betroffenen aufnehmen.

Steuern: Sie können für Privatleute und Firmen gestundet, Vorauszahlungen gestreckt werden. Ansprechpartner ist das jeweilige Finanzamt.

Vor Ort: Betroffenen stehen in der Affinger Gemeindeverwaltung am heutigen Mittwoch von 10 bis 16 Uhr, am Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und am Freitag von 8 bis 12 Uhr Mitarbeiter von Landratsamt und Gemeinde als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie helfen beim Ausfüllen der Anträge und nehmen sie entgegen. Antragsformulare sind unter www.lra-aic-fdb.de zu finden.

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