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Aichach-Friedberg

11.09.2019

So entstehen Wärme und Strom aus Hackschnitzeln

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Dicht gepackt: So sieht es in einem Heizkraftwerk aus, das Energie für 1000 Haushalte produziert.

Ökologie wird im Aichacher Biomasse-Heizkraftwerk groß geschrieben. Es kann 1000 Haushalte mit Energie versorgen.

An der Bayerischen Klimaschutzwoche nimmt der Landkreis Aichach-Friedberg zum elften Mal teil. In diesem Rahmen finden verschiedene Aktionen statt. So konnte beispielsweise das Biomasse-Heizkraftwerk im Norden von Aichach an der Schrobenhausener Straße besichtigt werden. Geschäftsführer Richard Brandner erläuterte die wichtigsten Aspekte dieser Einrichtung, die viele Haushalte und öffentliche Einrichtungen mit Strom und Fernwärme auf Basis erneuerbarer Energie versorgt, und wies darauf hin, dass auch Einzelführungen durch das Gebäude möglich sind.

Aichach: Seit 2007 ist die Anlage ein Biomasse-Heizkraftwerk

Seit 1997 besteht die Einrichtung; 2007 wurde das Biomasse-Heizwerk zu einem Biomasse-Heizkraftwerkumgebaut: Zur Fernwärme kam auch Stromerzeugung dazu. Die Geschäftsanteile der Biomasse Wärmeverbund Aichach GmbH liegen bei der Stadt Aichach (63 Prozent) und beim Landkreis (37 Prozent). Brandner versicherte zu Beginn des Rundgangs, dass man in Aichach mit einer schwarzen Null arbeite: „Es ist nicht beabsichtigt, große Gewinne einzufahren.“ Es gibt seinen Angaben zu Folge in Deutschland aber auch Anlagen, die pleite gegangen sind oder davor stehen.

Jedes Jahr werden in Aichach rund 15000 Tonnen Biomasse verwertet, sie wird umgewandelt in Strom und Wärme. Die elektrische Leistung reicht, um 1000 Haushalte in Aichach mit Strom zu versorgen. Pro Jahr werden 35000 Schüttraummeter an Hackschnitzeln angeliefert. Das ist sicher im Sinne einer intakten Umwelt. Aber die Ausschreibung muss europaweit erfolgen. Das hatte schon zur Folge, dass am nicht weit entfernten Kreisverkehr ein Lastwagen-Fahrer aus Tschechien oder Polen hilflos sein Ziel suchte. Brandner ist entschlossen: „Diesem Tourismus müssen wir einen Riegel vorschieben.“ Daher hat man eine CO2-Komponente eingebaut. Wer Ware nach Aichach transportieren will, der muss zuvor angeben, welche Wegstrecke er zurücklegt und wie viel Kraftstoff er dabei zurücklegt.

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Ökologie: Keine Manipulationen bei den Messergebnissen möglich

Das Bemühen, ökologisch zu arbeiten, ist in vielen Bereichen zu erkennen. So wurde ein Fahrzeug gekauft, das vier Kubikmeter an Hackschnitzel transportieren kann; der Bedarf liegt eigentlich nur bei drei Kubikmetern. Auf diese Weise kann man die Fahrten ebenso reduzieren wie den verbrauchten Kraftstoff. Brandner versichert, dass man auch bei Putz- und Schmiermitteln sowie beim Treibstoff darauf achtet, dass nach Möglichkeit keine gefährlichen Bestandteile ins Haus gekommen. So soll verhindert werden, dass dem Wasser Gefahren drohen könnten. „Man darf die Entsorgung nicht vergessen“, mahnt er.

Das Betriebsgelände umfasst eine Fläche von 3500 Quadratmetern, die Fassade besteht aus unbehandeltem Holz. Sägeresthölzer werden nicht angenommen, sondern Waren, die draußen wachsen, in erster Linie in den Wäldern. Noch ein Detail, das als Beitrag für den Umweltschutz anzusehen ist: Ein Elektrofilter scheidet Asche aus, die in einen Salzstock eingelagert wird.

Richard Brandner versichert, dass bei den Messergebnissen keine Möglichkeit besteht, irgendwelche Manipulationen vorzunehmen: „Wir haben einen Emissionsrechner, da können wir nicht eingreifen. Das ist alles versiegelt. Der Bericht geht an die Genehmigungsbehörde.“ Nicht zu übersehen sind die hohen Kamine; wenn man an ihnen ganz oben keine Ausscheiden erkennen könne, dann laufe die Verbrennung optimal. Jedes Jahr steht die Anlage drei Wochen lang still, dann ist eine große Revision angesagt. 30, 40 Leute erledigen die anstehenden Arbeiten, es muss dazu ein Sicherheitskoordinator bestimmt werden. Und am Ende erfolgt eine große Abnahme durch den TÜV.

Am kommenden Montag, 16. September, ist das Wärmenetz des Biomasse-Heizkraftwerks außer Betrieb. Die angeschlossenen Haushalte müssen von 9 bis 18 Uhr damit rechnen, dass sie nicht beliefert werden. Als Grund nennt Geschäftsführer Richard Brandner eine „außerordentliche Reparatur“. Vor einigen Tagen wurden die Probleme provisorisch behoben. Nachdem nun das nötige Material angeliefert wurde, wird der Schaden behoben.

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