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Aichach

10.09.2019

So haben Lehramtsanwärter ihren ersten Schultag erlebt

Nicht nur für viele Schulkinder ist es der erste Schultag, auch einige Lehrer stehen das erste Mal vor einer Klasse. (Symbolbild)
Bild: Alexander Kaya

Drei Lehramtsanwärter an der Geschwister-Scholl-Mittelschule in Aichach erzählen, wie sie sich vorbereiten. Und mit welchen Gefühlen sie in das Jahr starten.

Viel Vorfreude und bestimmt auch Aufregung gab es am Dienstag unter den Erstklässlern, die ihren ersten Schultag erlebten. Mit gemischten Gefühlen sahen auch einige Lehrer, die zum ersten Mal vor einer Klasse stehen, dem Tag entgegen. Wir haben mit drei Lehramtsanwärtern der Geschwister-Scholl-Mittelschule in Aichach gesprochen. Sie erzählen, wie sie sich auf den ersten Unterricht vorbereiten und mit welchen Gefühlen der Schulstart verbunden ist.

Aichach: Gut vom Kollegium aufgenommen

Als „auf jeden Fall spannend“ beschreibt Wilken Dörr den ersten Schultag. Sein erster Eindruck von der neuen Schule: „Ich wurde vom Kollegium herzlich aufgenommen.“ Seine Betreuerin machte mit ihm einen Rundgang, zeigte ihm die Räume und die Ausstattung der Schule. Dem ersten Schultag sah er mit einer Mischung aus Nervosität und Vorfreude entgegen. Die ersten Tage im neuen Schuljahr werde er vor allem mit organisatorischen Sachen beschäftigt sein, sagt Dörr. Richtig ernst wird es für ihn am Freitag, wenn er zum ersten Mal vor einer Klasse stehen wird. Seine erste Unterrichtsstunde ist Werken in einer siebten Klasse. Der 26-jährige Fachlehramtsanwärter hat sich schon Gedanken darüber gemacht, wie er die Stunde gestalten will. Die Schüler sollen einen Schlüsselanhänger gestalten. „Ohne große Benotung“ sollen sie sich an dem Werkstück austoben und austesten können, so Dörr. Auf die Art und Weise möchte er ganz zwanglos seine Schüler kennenlernen, bevor es dann mit einem richtigen Werkstück losgehen wird. Der 26-Jährige ist zuversichtlich, dass er mit den Teenagern gut zurechtkommen wird. „Ich kriege das hin“, sagt er mit Blick auf Praktika und Lehrproben.

Auch für Jacqueline Blank ist es das erste Mal, wenn sie am Freitag ganz alleine vor der Klasse steht. Ein Moment, dem sie mit einer gewissen Aufregung entgegensieht. Die Schüler würden das erste Mal anders erleben, glaubt sie: „Die schauen, wer das da vorne ist und versuchen, herauszufinden, wo dessen Stärken und vor allem die Schwächen sind.“ Blank glaubt: „Es ist eher der Lehrer, der vorne steht und bibbert.“

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Schulstart: Ein paar schlaflose Nächte hat Vera Schmidt-Bilkenroth hinter sich

Sie unterrichtet als Fachlehrerin in verschiedenen Klassen und Jahrgängen Soziales, Gestalten, Kommunikationstechnik und Tastschreiben. Am Freitag, ihrem ersten richtigen Unterrichtstag, hat die 22-Jährige zwei Doppelstunden: Sie unterrichtet Werken in der sechsten und Soziales in einer siebten Klasse.

Was sie besonders beschäftigt ist die Frage: „Wie kriegt man diesen ersten Moment in der Klasse hin?“ Schafft sie es, einen Ordnungsrahmen aufzustellen, damit die Schüler wissen, wie sie sich verhalten sollen? Von ihren Kollegen kam die Empfehlung, am Anfang lieber streng zu sein und dann die Zügel lockerer zu lassen. Aus ihrer eigenen Schulzeit weiß sie, dass das „die besten Lehrer überhaupt“ waren. Blank hofft, dass sie das auch hinkriegen wird.

Ein paar schlaflose Nächte vor Aufregung hat Vera Schmidt-Bilkenroth hinter sich. „Das Studium war dagegen gar nichts.“ Die 24-jährige Lehramtsanwärterin erinnert sich, dass sie während des Studiums auch vor den Prüfungen Bammel und Respekt gehabt habe. „Aber so wie vor dem ersten Schultag war es nie.“

Um sich vorzubereiten, hat sie sich schon im Vorfeld die Bücher an der Mittelschule für ihre Fächer besorgt und sich die ersten Kapitel angesehen. Für die ersten Stunden habe sie sich schon Spiele rausgesucht, die zu den Fächern passen, erzählt sie. Als Hauptfach unterrichtet Schmidt-Bilkenroth Deutsch als Zweitsprache. Außerdem Deutsch, Englisch und Sport.

Am Freitag wird sie zum ersten Mal alleine 45 Minuten im Unterricht auf sich gestellt sein, wenn sie in einer siebten Klasse Englisch unterrichtet. Die 24-Jährige hatte eher damit gerechnet, dass sie eine fünfte oder sechste Klasse bekommen würde. Von ihren Kommilitoninnen hatte sie erfahren, dass diese ebenfalls in siebten Klassen eingesetzt werden.

Von ihren Freunden bekam Schmidt-Bilkenroth eine Schultüte geschenkt. Die sei vor allem mit Rotstiften, aber auch Radiergummis in allen Formen und Farben oder Spaßartikeln wie einem Tesafilmabroller in Form eines Schuhs gefüllt gewesen, erzählt sie. Den wird sie zum Unterrichtsbeginn vielleicht auf ihren Schreibtisch stellen.

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