Newsticker

Fast ganz Österreich und große Teile Italiens sind nun Corona-Risikogebiete
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. So kreativ ist das Wittelsbacher Land

Kunstfesttage

20.04.2015

So kreativ ist das Wittelsbacher Land

Kunst im Mittelpunkt: Malerin Rita Höfler neben ihren Werken.
4 Bilder
Kunst im Mittelpunkt: Malerin Rita Höfler neben ihren Werken.
Bild: Anna Schmid

Rund 1000 Besucher sind im Sisi-Schloss von den Kunstfesttagen beeindruckt. 25 Künstler stellen dort aus. Sie zeigen verschiedene Stile, Handwerke, Materialien.

Sonniges Wetter umfängt das Sisi-Schloss in Unterwittelsbach. Ein paar vereinzelte Menschen schlendern draußen umher, doch die Mehrheit zentriert sich im Inneren des geschichtsträchtigen Gebäudes.

Sie besuchen die Kunstfesttage Kunstschaffender im Wittelsbacher Land. Sie sorgen am Wochenende in der sechsten Auflage und beim zweiten Gastspiel im Sisi-Schloss für großen Zulauf. Schlosskastellanin Brigitte Neumaier sprach gestern von geschätzt rund 1000 Besuchern an beiden Tagen.

Dieses Jahr sind 25 Künstler beteiligt, mit verschiedenen Stilen und Handwerken. Materialien wie Holz, Edelmetall, Stoff und Glas ziehen sich in einer bunten Vielfalt durch die Räume. Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag mit dem Gedicht „Farben der Erde“ von Gaby Hühn-Keller, das die Besucher auf ihren Aufenthalt einstimmt. Begleitet von Harfenklängen von der Musikerin Stephanie Morgenroth schlendern die Künstler und ihre Gäste durch das Schloss, plaudern entspannt und tauschen sich aus.

„Ich war Maurer. Meine Frau hat mich zum Drechseln gebracht“, schmunzelt Gerhard Neugebauer. „Damit ich eine Beschäftigung in der Rente habe.“ Vor ihm stehen allerlei Schüsseln und Teller auf dem Tisch, in Rot- und Brauntönen, mit markanten Maserungen und alle glatt geschliffen. „Nur aus einheimischen Hölzern“, sagt Neugebauer. So zum Beispiel aus Wildkirsche, Walnuss, Birne oder Flieder. Im Zimmer daneben zieht Klöppelkünstlerin Erika Erlinger die Umstehenden in ihren Bann. Mit fliegenden Fingern dreht und überkreuzt sie die unzähligen Klöppel, die klappernd umherschwingen. Nur langsam bildet sich ein Muster heraus. Sie stellt Hüte, Westen, Spitzenbänder, einen Schal aus Seide und Babyschuhe aus. „An dem habe ich ungefähr 45 Stunden gearbeitet“, erklärt sie und dreht einen farblich zu ihrem Dirndl passenden Hut in der Hand. Aufgrund der langen Arbeitszeit lohne es sich kaum, ihre Werke zu verkaufen.

In den oberen Stockwerken mischen sich Goldschmiedearbeiten, großformatige Leinwände, zarte Aquarelle und Fotografien. „Ich nehme meine Inspiration am liebsten aus der Natur“, erklärt Armin Hennig vor seinen Acryl- und Ölbildern. Nelken in leuchtender Kirchenfenster-Optik, eine Stunde im Leben eines Storches, eine Szene aus der Spargellandwirtschaft: Seine Werke strahlen Authentizität aus und vor allem die Freude an der Kunst. Im Raum gegenüber reihen sich Blumenaquarelle aneinander: Mohnblüten, Seerosen, Veilchen, das eine farbenprächtiger als das andere.

Renate Sedlmair führt ihre selbst genähten Dirndltäschchen vor, die in einer bunten Mischung aus bestickten Stoffen und glänzenden Knöpfen aneinandergereiht sind. Weiter geht es mit Rita Höflers imposanten Gemälden. Eine dreiteilige Waldstudie, ganz in Grüntönen und abstrakt anmutend, zieht die Besucher in ihren Bann, ebenso wie die vielen, geheimnisvollen Gestalten, die wiederholt in ihren Werken anzutreffen sind.

Hinaus geht man überwältigt von der geballten Ansammlung kreativen Schaffens und so mancher Besucher vielleicht mit einem Funken Inspiration, es den Künstlern aus dem Wittelsbacher Land einmal nachzutun.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren