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Wahl

20.09.2015

So verlief der Wahlabend in Affing 

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Sie können sich auch nach der Wahl in die Augen sehen: Carlos Waldmann (links) und Markus Winklhofer. Sie lieferten sich einen fairen Wahlkampf. Winklhofer wurde gestern mit 79 Prozent zum Affinger Bürgermeister gewählt. Mit ihm freuen sich (von rechts) Ehefrau Andrea und die Töchter Hannah und Eva; links Waldmanns Lebensgefährtin Silke Burkhardt.
Bild: Carmen Jung

Markus Winklhofer erhält in jedem Ortsteil die absolute Mehrheit. So hat sein Konkurrent Carlos Waldmann auf seine Niederlage reagiert.

Mit einem satten Votum im Rücken kann Markus Winklhofer am 1. Oktober das Amt des Ersten Bürgermeisters von Affing antreten. 79 Prozent der Wähler schenkten dem bisherigen Stellvertreter von Rudi Fuchs das Vertrauen. „Ich freue mich wahnsinnig über die große Unterstützung“, reagierte Winklhofer auf das Resultat. Konkurrent Carlos Waldmann erhielt immerhin 21 Prozent. Doch er denkt bereits an die nächste Wahl.

Beide Kandidaten erlebten einen, wie sie berichteten, entspannten und ruhigen Sonntag mit ihren Familien. Erst kurz vor Schließung der Wahllokale stellte sich doch etwas Nervosität ein. Das hatten beide Bewerber um das Bürgermeisteramt gemeinsam, wie sie offen zugaben. Eine gewisse Spannung machte sich auch bei den Bürgern breit, die sich an der Schule einfanden, um das Ergebnis aus erster Hand zu erfahren. Sie mussten sich länger gedulden als die Menschen, die daheim vor den Computern saßen. Im Internet präsentierte die Verwaltung mit Wahlleiter Markus Heidenreich die Resultate, sobald sie im jeweiligen Wahllokal feststanden. Es dauerte ein wenig, bis diese Arbeit erledigt und Heidenreich auch vor dem Publikum in der Schule das Ergebnis verkünden konnte. Die etwa 40-köpfige Runde, darunter viele Gemeinderäte, reagierte mit Beifall auf den Wahlsieg Winklhofers.

Der 52-Jährige, den die CSU-Ortsverbände und die Wählerlisten aus Affing, Aulzhausen, Haunswies und Mühlhausen unterstützt hatten, reagierte mit großer Freude auf das Resultat. Er umarmte innig seine Frau, bevor er sich an seinen Konkurrenten wandte: „Lieber Carlos, wir haben uns einen fairen Wahlkampf geliefert.“ Mit den knapp 80 Prozent sei er „äußerst zufrieden“. Sein größtes Anliegen sei es, dass man im Gemeinderat weiterhin kollegial zusammenarbeite. Nun sei er erst einmal froh, dass die einjährige Hängepartie zu Ende sei und geregelte Verhältnisse für ihn und die Gemeinde einkehrten. Den Anwesenden versprach Winklhofer: „Ich werde mich so was von bemühen, und ihr werdet mir dabei helfen.“ Einzig die Wahlbeteiligung hätte er sich höher gewünscht. Viele hätten sich wohl gesagt, „der wird’s ja sowieso“.

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Der 46-jährige Konkurrent Waldmann, für den sich eigens die Liste „Gemeinsam für Affing“ gegründet hatte, zeigte sich als fairer Verlierer. Er gratulierte Wahlsieger Winklhofer und kündigte zugleich weiterreichende Pläne an. „Es ist nicht die letzte Wahl, Markus, tut mir leid“, sagte er lachend und sorgte damit auch für ein Schmunzeln bei den Menschen. Insgesamt zeigte sich Waldmann zwar zufrieden, unter dem Strich aber hatte er doch „mit ein bissl mehr gerechnet“. Doch er fühle keine Traurigkeit, er akzeptiere alles. Verloren habe ohnehin nur der, „der nicht antritt“, gab er sich sportlich.

Markus Winklhofer hat in allen sechs Ortsteilen die absolute Mehrheit erreicht. Das beste Ergebnis erhielt er in Haunswies (88 Prozent) und Affing (86 Prozent). Am schlechtesten schnitt er in Anwalting (65 Prozent) und Gebenhofen (55 Prozent) ab, wo bekanntlich die Pläne für die Ortsumgehungen Affings und Mühlhausens auf Widerstand stoßen.

In der Schulaula gab es am Sonntag viele zufriedene Gesichter. Nicht wenige hoffen, dass nun endlich Ruhe einkehrt in der Gemeinde. Das betonte zum Beispiel auch Gemeinderat Gerald Eberl. Ratskollege Manfred Klostermeir stimmte ihm zu. Das Wichtigste sei, dass der Affinger Bürgermeister nun wieder hauptberuflich tätig sein könne und er mehr Zeit für die Amtsgeschäfte habe. Denn es sei doch viel liegen geblieben, ergänzte Andreas Widmann.

Über ein Jahr war Affing wegen der Erkrankung von Bürgermeister Rudi Fuchs ohne hauptberuflichen Bürgermeister. Als Stellvertreter hatte Winklhofer die Amtsgeschäfte neben seinem Beruf als Mediengestalter geführt.

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