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Aichach-Friedberg

14.09.2019

So viele Frauen sitzen in Ihrem Gemeinderat

In Friedberg und Aichach ist der Anteil von weiblichen Kommunalpolitikerinnen am höchsten. Anderswo spielen sie kaum eine Rolle.

77 von 394 Sitzen in Aichach-Friedbergs Stadt- und Gemeinderäten sind von Frauen belegt – weniger als ein Fünftel. Eine Erste Bürgermeisterin hat keine der 24 Kommunen. Vor allem auf dem Land herrscht eine extrem ungleiche Verteilung. Zum Vergleich: Im Bundestag liegt der Frauenanteil bei immerhin 31,2 Prozent und bekanntlich regiert seit 2005 mit Angela Merkel (CDU) eine Kanzlerin das Land.

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Ist der Landkreis Aichach-Friedberg in der Region eine Ausnahme? Ja und nein. Im Landkreis Augsburg gibt es immerhin fünf Rathauschefinnen – das allerdings bei 47 Kommunen. Iris Harms (Bürgerliste Kühlental) in Kühlental, Cornelia Thümmel (CSU) in Mittelneufnach, Silvia Kugelmann (Unabhängige Gesamtgemeinde) in Kutzenhausen, Margit Jungwirth-Karl (CSU) in Walkertshofen und Erna Stegherr-Haußmann (SPD) in Adelsried machen somit auch gerade einmal rund zehn Prozent der Bürgermeisterstellen aus.

Innerhalb des Landkreises Aichach-Friedberg wiederum gibt es strukturelle Unterschiede. Der Frauenanteil im Landkreissüden liegt mit 22,5 Prozent über dem in den Gemeinden rund um Aichach mit 17,3 Prozent. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich: Dieser Umstand begründet sich vor allem darin, dass der Altlandkreis Friedberg weniger, aber größere Kommunen besitzt.

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Denn ein Trend zieht sich durch: Je kleiner die Kommune, desto geringer der Anteil an weiblichen Räten – so sitzen in den Gemeinderäten von Steindorf (970 Einwohner) und Schmiechen (1362) gar keine Politikerinnen. Drei der vier größten Kommunen in Aichach-Friedberg befinden sich im Altlandkreis: Friedberg, Kissing und Mering. In deren Stadt- und Gemeinderäten machen Frauen mindestens 25 Prozent der Räte aus, in Friedberg sogar 40 Prozent. In Aichach ist es ein gutes Drittel.

Martin Maus, CSU Mering, schreibt zur Frage, wieso die Gemeinderatssitze vor allem an Männer gehen: „Zum Beispiel, weil so wenig Frauen mitarbeiten wollen?“ Die CSU Mering habe es mit Mühe geschafft, etwa jeden dritten Listenplatz mit einer Frau zu besetzen. Petra von Thienen von den Meringer Grünen schrieb: „Definitiv braucht es mehr Frauen in Gemeinderäten. Sie direkt anzusprechen, haben wir mit unserem ‚damischen Picknick‘ versucht und viele positive Rückmeldungen erhalten. Es liegt nicht daran, dass Frauen nicht mitarbeiten ‚wollen‘.“

Von der benachbarten Großstadt Augsburg kann sich der Landkreis Aichach-Friedberg im Übrigen auch wenig abschauen – noch nie führte eine Frau als Oberbürgermeisterin dort die Amtsgeschäfte. Das könnte sich allerdings bald ändern: Eva Weber (CSU) gilt als aussichtsreiche Kandidatin für die Nachfolge ihres Parteifreundes Kurt Gribl bei der Kommunalwahl im März. Bei den großen Fraktionen in Augsburg zeigt sich zudem ein Bild, das auch für Aichach-Friedberg zutrifft: Die CSU weist mit einem Frauenanteil von unter 20 Prozent ein enormes Missverhältnis auf, während die SPD beinahe paritätisch besetzt ist, und die Grünen sich mit fünf Frauen und nur einem Mann sogar in einer umgekehrten Schieflage befinden.

Bei der Kommunalwahl sind die Aussichten darauf, dass in Aichach-Friedberg Frauen in die Rathäuser gewählt werden, eher gering. In Mering tritt wie erwähnt Petra von Thienen für die Grünen an, doch nur mit Außenseiterchancen. In Friedberg erklärte sich Cornelia Böhm bereit, für die FDP als Rathauschefin zu kandidieren. Favorit dürfte aber Amtsinhaber Roland Eichmann (SPD) sein.

Anders stellt sich die Situation in Aindling dar. Dort bewirbt sich die Zweite Bürgermeisterin und CSU-Ortsvorsitzende Gertrud Hitzler als gemeinsame Kandidatin von CSU und Freier Wählergemeinschaft (FWG). Für diese Gruppierungen hat auch Amtsinhaber Tomas Zinnecker kandidiert, der 2020 nicht mehr antritt. Die CSU-FWG-Fraktion stellt derzeit neun der 16 Marktgemeinderäte. Hitzler gilt als Favoritin. Die einzige Kandidatin wird sie aber nicht sein. In dieser Woche warf Bernd Aichele (Bürgerwille), der 2014 schon einmal angetreten war, seinen Hut in den Ring. Ob es weitere Kandidaten gibt, ist derzeit noch offen.

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