1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. So will Aichach 2020 auch Einheimische begeistern

Landesausstellung 2020

06.12.2019

So will Aichach 2020 auch Einheimische begeistern

Im Juli dieses Jahres spielte die Stadtkapelle Aichach unter ihrem Dirigenten Eduard Augsburger zünftige Blasmusik und Unterhaltungsmusik auf dem Schlossplatz in Aichach. Eine ganze Reihe ähnlicher Freiluft-Veranstaltungen plant die Stadt Aichach auch während der Landesausstellung.
Bild: Francesco Calabró (Archiv)

Plus Im Januar wird das Programmheft zur Landesausstellung aufgelegt. Das Programm soll vor allem die Menschen im Landkreis einbeziehen. Was die Stadt Aichach plant.

In knapp fünf Monaten wird in Aichach und Friedberg die Landesausstellung 2020 eröffnet; sie dauert vom 28. April bis 8. November. Während die breite Öffentlichkeit davon noch nicht allzu viel mitbekommt, steigen bei den Organisatoren das Arbeitspensum und vor allem die Vorfreude. Christoph Lang, in Aichach als Leiter des Stadtmuseums und Stadtarchivar einer der maßgeblichen Akteure, sagt: „Noch nie hat ein Thema so gut für uns gepasst wie dieses.“

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Wie die Wittelsbacher einst die Stadt anlegten, funktioniert sie heute noch

Der Titel lautet „Stadt befreit – Wittelsbacher Gründerstädte“. Er bezieht sich darauf, dass ab dem 13. Jahrhundert der Adel – allen voran die ersten Herzöge aus dem Hause Wittelsbach – gezielt Städtegründungen förderten. Lang zufolge gründeten die Wittelsbacher im 13. Jahrhundert rund 25 Städte in Bayern. Die damals angelegte Struktur mit Kreisstädten und Landkreisen bestehe bis heute fort. Auch in Aichach hätten sich die grundlegenden Strukturen nicht groß verändert: Wo heute das Rathaus steht, stand schon im 13. Jahrhundert ein Gebäude mit vergleichbarer Funktion. Am Schlossplatz, wo heute das Amtsgericht ist, wurde bereits damals Recht gesprochen. Wie die Stadt einst angelegt wurde, funktioniere sie heute noch, so Lang. Vor diesem Hintergrund ist seine Aussage zu verstehen: „Wir bieten das größte Ausstellungsobjekt, das es je auf einer Landesausstellung gab: die Altstadt von Aichach.“

Aichacher Feuerwehrhaus als Ausstellungsort ergab sich zufällig

Die Geschichte der Stadt im 13. Jahrhundert zu erforschen, sei aufgrund fehlender schriftlicher Quellen jedoch schwer. Dazu seien Quellen aus ganz Bayern nötig. Diese Forschungsarbeit übernimmt das Haus der Bayerischen Geschichte. Die Ergebnisse werden im Wittelsbacher Schloss in Friedberg präsentiert. In Aichach dagegen wird derzeit das alte Feuerwehrhaus zum Ausstellungsort mit dem Namen „Feuerhaus“ umgebaut. Auf den Standort seien Vertreter der Stadt und des Hauses der Bayerischen Geschichte zufällig gestoßen, erzählt Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann. Eigentlich waren sie auf dem Weg zum Stadtmuseum. Wie das Feuerwehrhaus umgebaut wird und wie die Inhalte dort präsentiert werden, ist ebenfalls Sache des Hauses der Bayerischen Geschichte.

So will Aichach 2020 auch Einheimische begeistern

Was im Aichacher Feuerwehrhaus zu sehen sein wird

Ein paar Einblicke gewähren Bürgermeister Habermann und Stadtarchivar Lang aber doch: Fünf Stationen sind geplant, die multimedial die Stadtgeschichte von der Zeit der Wittelsbacher bis in die Gegenwart präsentieren. Ein Beamer projiziert Entwicklungsphasen der Stadt auf ein Modell. Auch eine Architekturwerkstatt soll es geben.

Für Individualbesucher, die Aichach erkunden wollen, werden unter der Woche täglich Führungen ab 14 Uhr und am Wochenende jeweils ab 11 und 14 Uhr angeboten. Für angemeldete Gruppen gibt es zusätzliche Termine. Mit insgesamt 600 bis 800 Führungen durch Aichach rechnet die Stadt. 18 Führer hat sie ausgebildet, zudem haben sich einige weitere gemeldet. Darüber hinaus sind Führer des Hauses der Bayerischen Geschichte tätig.

An anderer Stelle hingegen braucht die Stadt noch Helfer: Habermann zufolge wird unter anderem Aufsichts- und Kassenpersonal gesucht. Rund 30 Vollzeitstellen seien erforderlich. Weil auch Teilzeitkräfte willkommen sind, werden wohl circa 100 Menschen benötigt. Interessenten können sich beim Infobüro der Stadt melden.

Wittelsbacher Museum wird im April mit neuem Konzept wiedereröffnet

Die Stadtführungen sollen neben der Altstadt unter anderem das Wittelsbacher Museum im Unteren Tor einbeziehen. Bisher eine Zweigstelle der prähistorischen Staatssammlung (heute Archäologische Staatssammlung München), soll es in städtischer Trägerschaft und mit modernerem Konzept im April wiedereröffnen. Besucher sollen auch am Burgplatz in Oberwittelsbach Informationen über dessen reiche Geschichte erhalten – war die dortige Burg doch der Stammsitz der Wittelsbacher.

Ende Januar wird das Programmheft für die Landesausstellung aufgelegt. In das Rahmenprogramm werden bestehende Veranstaltungen aus dem Umland eingebunden, beispielsweise die historischen Marktfeste in Pöttmes und Inchenhofen. Das Rahmenprogramm soll, so hofft Aichachs Infobüroleiterin Martina Baur, vor allem die Menschen im Landkreis einbinden. Erst kürzlich erhielt die Stadt den Zuschlag für den Schwabentag am Pfingstwochenende.

Stadt Aichach plant eine neue Veranstaltungsreihe

Zudem plant die Stadt Aichach eine neue Veranstaltungsreihe. Baur zufolge soll immer am ersten Freitag im Monat nahe dem Rathaus „ein kleines, aber feines Musikprogramm“ unplugged zu hören sein. Möglicherweise öffnen die Geschäfte an diesen Abenden länger. An jedem dritten Sonntag im Monat soll am Schlossplatz ein themennahes Programm geboten sein: Baur nennt Theatervorführungen oder eine Art Frühschoppen nach der Messe als Beispiele. Sie erinnert an die erfolgreiche Premiere der Stadtkapelle, die im Juli Biergartenmusik spielte.

Das Programm und die Vorbereitungen sollen auf einer eigenen Internetseite sowie auf den neuen Auftritten der Stadt Aichach bei Facebook und Instagram präsentiert werden.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren