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Chronik

29.04.2020

Soldatenverein wird 100 Jahre alt – vorerst keine Feier

Georg Bals
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Georg Bals

Wegen der Corona-Krise ist das Fest in Ecknach verschoben. Die Kameradschaft hat bewegte Zeiten hinter sich

Der Krieger- und Soldatenverein Ecknach feiert heuer sein 100-jähriges Bestehen. Dieser runde Geburtstag sollte eigentlich Anfang Mai im Stadtteil gefeiert werden – doch kürzlich musste der Termin aufgrund der Corona-Krise verworfen werden. Ein Ersatztermin steht noch nicht fest.

Das Gründungsdatum des Ecknacher Krieger- und Soldatenvereins ist der 2. Februar 1920. Die Heimkehrer des Ersten Weltkriegs wollten die Kameradschaft, die sie während der Kriegsjahre erlebt hatten, auch zu Hause nicht missen und gründeten deshalb den Verein. Das fand im Lokal Kugler (Unterer Wirt) statt. Vorsitzender des Vereins wurde der Leutnant der Reserve Michael Mayr vom Postbauernhof. Der Wahlspruch der Gründer des Ecknacher Kriegervereins lautete damals: „Fürsorge für die Kriegsopfer und Pflege des vaterländischen Gedankens.“

Um die Tradition zu pflegen, beriefen die Gründer den damals einzigen lebenden Veteranen des 1870er- Kriegs, Martin Schäffer (Simmalbauer), zum Ehrenvorsitzenden.

Soldatenverein wird 100 Jahre alt – vorerst keine Feier

Bald darauf wurde eine Vereinsfahne angeschafft. Am 5. Juni 1922 feierte der Verein die Weihe. Vertreter von 36 Vereinen bildeten damals einen stattlichen Festzug, der von Mayr und Reitergeneral a.D., Freiherr von Gebsattel angeführt wurde. Der Aichacher Kurier berichtete damals von mehreren Tausend Menschen, die der Festrede des Freiherrn gelauscht hätten.

Fünf Jahre später wurde bei einer Gemeinderatsveteranenversammlung gemeinsam mit Bürgermeister Simon Kneißl und den Räten beschlossen, für die 17 Gefallenen des Ersten Weltkriegs ein Ehrenmal zu errichten. Den Auftrag für das Kriegerdenkmal erhielt damals die Firma Rehle aus Aichach, die mit 1100 Mark das günstigste Angebot unterbreitet hatte. Für jeden eingemeißelten Namen wurden weitere 6,50 Mark fällig. Das bedeutete: Wegen der damals schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse verlangte das Ehrenmal der noch selbstständigen Gemeinde Ecknach eine enorme finanzielle Leistung ab. Am 6. Juni 1927 wurde das Denkmal geweiht.

Im Juli 1933 kam dann eine schwere Wende: Der Verein hatte sich durch die sogenannte Gleichschaltung der nationalsozialistischen Diktatur umzustellen. Die bisherigen Vorstandsmitglieder traten zurück und der Verein wurde der SA-Reserve eingegliedert. Fortan wurde bei vielen Versammlungen die Formulierung: „Unser Frontkamerad Adolf Hitler hat uns unsere Ehre als Soldaten wiedergegeben, indem er den Reichskriegerbund Kyffhäuser gründete.“ Damit sollten ehemalige Frontkämpfer des Ersten Weltkrieges gewonnen werden, die ihre damalige Niederlage nie verkraften konnten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Krieger- und Soldatenvereine verboten, erst im Jahr 1952 wurde der Ecknacher Krieger- und Soldatenverein wieder aktiviert und spontan traten 33 Männer bei.

Im Jahr 1954 ließ der Verein eine Ehrentafel mit den Porträts der Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkrieges am Kirchenportal anbringen. Ein Jahr später fanden diese Namen durch eine Neugestaltung auch auf dem Denkmal Platz.

Im Jahr 1995 feierten die Ecknacher Krieger unter ihrem damaligen Vorstand Josef Schmidberger das 75-jährige Gründungsfest und im Jahr 2017 schaffte der Verein den Generationswechsel. 32 Jahre hatte Josef Schmidberger als Vorsitzender an der Spitze des Vereins gestanden, so lange wie kein anderer vor ihm. Er übergab das Amt an Georg Bals, der den Verein seither leitet.

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