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Affing

08.09.2019

Sommer-Serie: Dafür ist der Affinger Ortsteil Bergen bekannt

Sommer in: Bergen  Affing Serie
7 Bilder
Der MB-Track-Doktor Sebastian Sturm vor einem kurierten Patienten, von dessen Reifen stolz Enkel Luca heruntergrinst.
Bild: Martin Golling

Plus Vier Hütten gibt es in dem Affinger Ortsteil Bergen. Weit über die Grenzen von Bayern hinaus ist er jedoch für etwas ganz anderes bekannt.

Auch der Sommer daheim hat viele tolle Seiten. Wie die in den Gemeinden im AN-Verbreitungsgebiet aussehen, zeigen wir auch heuer in unserer Sommerserie „Sommer in ...“. In unserer letzten Folge in diesem Jahr sind wir im Affinger Ortsteil Bergen.

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Wenn vom Affinger Ortsteil Bergen die Rede ist, geht es oft um die dortige Realschule, den Kindergarten oder um das Sportgelände des TSV Mühlhausen. Bergen lebt aber auch, wenn in der Schule während der großen Ferien mal kein Betrieb ist.

Bekannt ist das Dorf weit über die Grenzen Bayerns hinaus unter den Besitzern von MB-Tracks und Unimogs – als Ort der letzten Hoffnung. Dort am Fuß der Lechleite, an der Derchinger Straße, wohnt und arbeitet nämlich der MB-Track-Spezialist Sebastian Sturm. Im Moment hat er einen Unimog aus der Schweiz zerlegt und telefoniert gerade mit dessen Besitzer. Der Fehler sei gefunden und werde behoben. Sie seien gerade dabei, alles wieder zusammenzubauen, ist zu hören. Enkel Luca turnt auf den Tracks, ein Abenteuerspielplatz, um den ihn wohl viele Achtjährige beneiden dürften. Arbeit in Form von Unimogs und MB-Tracks steht noch genügend auf dem Hof rum. „Der da kommt aus Esslingen“, sagt Sturm und zeigt auf einen Truck, den Luca sofort in Bergsteigermanier in Beschlag nimmt.

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Mitten im Gespräch schweift der Blick nach oben. Nirgends entlang der Lechleite kommt einem der Hang so steil entgegen wie hier in Bergen. Manche der Gebäude recken ihre Seiten- und Giebelwände scheinbar direkt in den Abgrund. Oben lässt die Miederinger Straße den Höfen oft wenig Platz. Doch durch die Lücken im Häusernetz sind an diesem Tag die Umrisse von Zugspitze und Co. zu erkennen. Der Blick auf die Urlaubslandschaft ist in dem Affinger Ortsteil selbstverständlich.

Zwischen den Gebäuden in der Miederinger Straße kann man an Föhntagen die Alpen sehen.
Bild: Martin Golling

Affing-Bergen: Julian Staber trägt etwas zur Geselligkeit bei

Julian Staber geht gerade über die Straße und schaut, ob seine Mülltonne schon geleert ist. Vor zwei Jahren konnte er ein Haus an der Miederinger Straße kaufen. Zuvor lebte er schon als „Zuagroasta“ in Bergen. Er spricht ganz begeistert von den Menschen hier: „Einzigartig ist der Zusammenhalt. Der leiht dem was, der andere hilft dem. So sollte es sein.“

Staber trägt offensichtlich selbst etwas zur Geselligkeit bei. Er hat sich eine kleine Hütte auf seinem Grund errichtet und stellt sie als Treffpunkt zur Verfügung. „Hennawirt“ steht auf dem Schild. Julian Staber steht davor und grinst in seinen dichten Vollbart. Ein Schild am Eingang zur Hütte verspricht „artgerechte Bierhaltung“.

Ein paar Meter weiter dringt das Muhen von Rindern herüber. Hugo Heine schraubt in der Werkstatt des Lechner-Hofs an seinem Mini One. Kurz bevor die Straße zum Pfaffensteig abbiegt, sitzen zwei Familien im Hof. Auf die Frage, ob er ein waschechter „Böringer“ sei, sagt Manfred Binswanger: „Nein, wir sind vor 20 Jahren aus Augsburg hierher gezogen.“ Und? Gefällt’s ihnen hier? „Sonst wär’ ma ned scho so lang do“, lautet seine Antwort, in die er seine Frau Manuela und seinen Sohn Maximilian einschließt, während er einen gegrillten Maiskolben aus dem Kugelgrill holt. Andrea Lieb und Alexander Greiner wohnen ebenfalls hier und spielen gerade mit ihrem 16 Monate alten Sohn Paul.

Beim Schenk gießt Gertrud Lindermeir die Blumenpracht vor dem Haus. Samuel Fischer lädt ein zur Börringer Hittn.

Sommer in: Ein heißer Tag geht zu Ende

Ein heißer Tag geht zu Ende und Gertrud Lindermeir gießt beim Schenk die üppigen Blumen vor dem Haus. Die blaue Enzianblume zeigt sich voller Blüten, nur der Bux daneben ist – wie allerorten – vom Zünsler arg gezeichnet. Wer der Gasse zum Pfaffensteig folgt, kommt zum Matzenhof, einer von zwei verbliebenen Milchvieh-Betriebe in Bergen.

Samuel Fischer lädt ein zur Börringer Hittn.

Bäuerin Daniela Lichtenstern erzählt: „Wir haben vor zwei Jahren einen neuen Stall gebaut.“ Seitdem sei es für Mensch und Tier komfortabler geworden. Beim Matzen bleiben alle Kälber auf dem Hof. „Im alten Stall ist genug Platz für alle. Die Arbeit ist nicht weniger geworden, aber schöner“, sagt die Bäuerin und lächelt zufrieden. Die Milchtankstelle am Hof ist 24 Stunden lang allen zugänglich. An der Miederinger Straße in Bergen feiern die Menschen seit vier Jahren ein Straßenfest. Organisator Robert Fischer bestätigt, was andere vor ihm schon zum Besten gaben: „Heuer war’s so richtig gut.“

Sein Sohn Samuel hat mit seiner Clique Anfang 2019 einen alten Schuppen zur „Börringer Hittn“ ausgebaut. „Böring ist das Dorf mit den meisten Hütten“, erklärt Samuel und zählt auf: „das Böringer Bierstüberl, die Böringer Hüttn, wir und da Hennawirt“.

Lesen Sie auch die weiteren Teile unserer Serie Sommer in...: So schön ist der Sommer in Untergriesbach Sommer-Serie: Der Wilde Westen fängt in Bach an
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