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Todtenweis-Bach

05.09.2019

Sommer-Serie: Der Wilde Westen fängt in Bach an

Der Stopp beim Westernreiten ist legendär. Annika Schlüter und ihr Pferd Barbie meistern ihn bilderbuchreif.
3 Bilder
Der Stopp beim Westernreiten ist legendär. Annika Schlüter und ihr Pferd Barbie meistern ihn bilderbuchreif.

Plus Erst ist es fast schon einsam in dem Todtenweiser Ortsteil, dann aber trifft der Autor doch noch Menschen. Zum Beispiel eine Frau, die wie ein Cowboy reitet.

Auch der Sommer daheim hat viele tolle Seiten. Wie die in den Gemeinden im AN-Verbreitungsgebiet aussehen, zeigen wir auch heuer in unserer Sommerserie „Sommer in ...“. Heute sind wir im Todtenweiser Ortsteil Bach.

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Für unsere Serie „Sommer in…“ Menschen zu finden, die gerne erzählen, was sie in der Urlaubszeit in ihrem Wohnort so treiben, hat bisher keine Schwierigkeiten bereitet. Dann kommt Bach. Der Todtenweiser Ortsteil liegt wie ausgestorben da – selbst nachdem das Auto mit 20 Kilometern pro Stunde vier Mal auf und ab gefahren ist. Ein lauer Sommerabend, kaum Wind, doch nirgends riecht es nach Grill. Doch halt, da ist eine junge Frau unterwegs mit ihrem Beagle Frodo. Juliana Wenger geht gerade zu ihren beiden Pferden. Sie rät, sich mit Christian Riemensperger in Verbindung zu setzten. Der wisse, was hier so läuft, und außerdem sei das der Mann, der sich um die Kirche kümmere.

Das Kirchlein Maria Königin hat die gekrönte Gottesmutter mit ihrem Sohn auf dem Arm als Altarbild.

Christian Riemensperger erzählt von der Kirche in Bach

Und es stimmt. Christian Riemensperger ist Gesprächsbereit. Das Ehrenamt für die Kirche sei überschaubar, sagt er und grinst. Denn schließlich findet nur nur zwei Mal im Jahr ein Gottesdienst in Bach statt, sagt er. Mehr Aufwand bereite es, das kleine Gärtchen um die Kirche zu pflegen. Maria Königin, so ihr Name, hat nicht mal eine Sakristei, so muss sich der Pfarrer vis à vis das Messgewand überstreifen, um anschließend direkt über die Straße hinweg ins Kirchlein einzuziehen.

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Warum die Späths gerne in Bach leben

Ganz am westlichen Ortsanfang haben sich Carina und Alexander Späth vor 14 Jahren ein Haus gebaut. „Es ist schön hier und wir sind gerne da“, sagen sie lachend. Sie sind froh darüber, dass sie hier bauen konnten. „Bach hat sich gut entwickelt“, findet der aus Aindling stammende Späth und zählt einige Faktoren auf: Viele der maroden Häuser, Schuppen und Ställe seien abgerissen, neue Häuser prägten den Blick auf das Dorf. Und noch ein Kriterium hat Alexander Späth: „Es gibt viele Kinder hier, und in der Kirche in Todtenweis sind die meisten der Ministranten mittlerweile aus Bach.“

Die Reitanlage der Prölls in Bach ist in diesen Tagen gefragt

Der Ort liegt südlich des Edenhausener Bachs. Nur ein Gebäudekomplex liegt nördlich davon: die Reitanlage der Familie Pröll. Als sich der Schreiber dieser Zeilen dort vorstellt, müssen Elisabeth und Roland Pröll lauthals loslachen. „Gerade ist das Team des Bayerischen Rundfunks (BR) vom Gelände gefahren, da steht schon wieder einer von der Presse da“, schiebt Roland Pröll als Erklärung ein. Ein Dutzend Menschen sitzen noch beisammen und sehen zu, wie auf dem Sandplatz eine junge Frau Westernreiten trainiert. „Die gehören zu unserer Reiterfamilie“, sagt Elisabeth Pröll und verweist auf diese Zahlen: 20 Pferde stehen bei den Prölls in den Boxen und den weitläufigen Koppeln. Nur drei davon gehören den Prölls selbst. „Ja wir sind mit unserer Tochter Annika und mit zwei Einstellerinnen samt ihren Pferden auf der Americana vertreten“, bestätigen Elisabeth und Roland Pröll. Vom Engagement auf der Augsburger Messe, die seit Mittwoch noch bis einschließlich Sonntag läuft, rührt auch das Interesse des BR her.

Vater Alexander Späth und sein Sohn Linus genießen die letzten Strahlen der Abendsonne auf der Haustreppe.

Reiterin und Pferd harmonieren in Bach

Am nächsten Morgen trainiert ihre Tochter Annika Schlüter auf ihrem Pferd Barbie. Beeindruckend, wie Mensch und Tier in dieser Sportart harmonieren müssen. Jede Übung sieht leicht aus, egal, ob die beiden eine vierfache Drehung (Spin) absolvieren oder auch nur im Galopp einen großen Kreis ziehen, abrupt stoppen und einige Meter rückwärtsgehen. Barbie ist zwölf Jahre alt und seit zehn Jahren sind die beiden ein Team. Annika Schlüter lebt inzwischen in Landsberg, arbeitet in München und trainiert auf dem Pferd Frost M Pep bei Uli Kofler in Markt Indersdorf (Landkreis Dachau).

Auf der Americana 2011 schaffte sie den zweiten Platz – „als Non-Prof“, wie sie selber sagt. Die vergangenen Jahre musste sie pausieren. Tochter Emily kam zur Welt. Doch die Erfolge in Europa und in Amerika, die vielen errungenen Pokale, die Freude an der bisher so erfolgreichen Arbeit mit Pferden spornen an. Und das alles hat angefangen – in Bach.

Lesen Sie dazu auch die weiteren Folgen unserer Sommer-Serie:

Sommer-Serie: Was Willprechtszell so lebenswert macht

Sommer-Serie: In Pichl wird an der Tanke politisiert

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