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10.01.2009

Sonnenstrom aus einer Lehmgrube

Hegnenbach/Sielenbach "Ein Investitionsvolumen von rund 8,5 Millionen Euro wurde in sechs bis acht Wochen umgesetzt", erklärte Sepp Bichler seinen Zuhörern. 60 Prozent davon entfallen auf die Module, die im Solarpark Hegnenbach (Kreis Augsburg) auf sieben Hektar Fläche aufgestellt wurden. Seit Jahresbeginn ist die Anlage fertig. Zur Besichtigung vor Ort traf sich der Geschäftsführer der Energiebauern GmbH aus Sielenbach mit dem Bürgermeister von Altenmünster, Bernhard Walter, und Vertretern des Grundstückseigentümers, den Bayerischen Staatsforsten, Ralf Gang und Dieter Erhard, vom Forstbetrieb Zusmarshausen.

Ende 2006 kam Sepp Bichler, Projektentwickler für Solarparks, erstmals auf Bürgermeister Walter zu, der Gespräche mit den Bayerischen Staatsforsten vermittelte. Mit der Firma Hilber aus Österreich, einem Tochterunternehmen der Solon AG, war bald ein Investor gefunden, der den Bau und die anschließende Wartung durchführt und finanziert. Obwohl der Standort, eine mit Bauaushub wiederbefüllte Lehmgrube, für Sepp Bichler zuerst eine "verwegene Idee" schien, waren die Investoren vom Vorschlag angetan, da so kein wertvolles Ackerland verloren gehe. Der Pachtvertrag wurde für 30 Jahre geschlossen. Ralf Gang, stellvertretender Forstbetriebsleiter, erklärt: "Durch diese Zwischennutzung kann sich der mit gewachsenem Boden befüllte Grund wieder setzen."

Sepp Bichler ergänzt: "Es erfolgt nur eine leichte Wieseneinsaat, punktuell wird bepflanzt." Nach dem Abbau kann wieder Wald gepflanzt werden. Was geschieht dann mit den Modulen, die laut Sepp Bichler eine voraussichtliche Lebensdauer von 40 Jahren haben? "Der Solarpark ist ein riesiges Rohstofflager", so Florian Bichler, der zusammen mit seinem Bruder Martin die technische Planung und Konzeption von Solaranlagen erstellt. Glas, Silizium oder Eisen beispielsweise können über Recycling wieder verwendet werden.

Der Solarpark Hegnenbach entstand im Waldgebiet "Eige", in dem 60 Hektar für den Lehmabbau vorgesehen sind. Für den Solarpark sind insgesamt sieben Hektar eingeplant, das entspricht etwa elf Fußballfeldern. Mit rund 5700 Modulen ist er auf eine Einspeiseleistung von zwei Megawatt ausgerichtet. Das entspricht jährlich 2,5 Millionen Kilowattstunden, dem Durchschnittsverbrauch von 700 Haushalten. Die Bürger sind zufrieden. "Erneuerbare Energien sind von Haus aus ein positives Thema", meint Bürgermeister Walter. Private Waldbesitzer befürchten allerdings Windwurf. "Aus forstfachlicher Sicht ist dies nicht zu begründen", bestätigt der stellvertretende Forstbetriebsleiter Ralf Gang dem Bürgermeister. Nachdem der örtliche Energieversorger, in diesem Fall die Lechwerke, die ersten 20 Jahre gesetzlich verpflichtet ist, den Strom zu einem Preis von mindestens rund 35 Cent pro Kilowattstunde abzunehmen, kann künftig eine Spitzenleistung von zwei Megawatt ins Leitungsnetz eingespeist werden. Die Menge sei begrenzt durch das einzige bestehende Netz, welches auch die benachbarte Mülldeponie des Landkreises Augsburg mit Strom versorge. "Für die Gemeinde Altenmünster entstehen durch den Bau des Solarparks keine Kosten", stellt Bürgermeister Walter klar. Die Infrastruktur bestehe aufgrund der angrenzenden Mülldeponie.

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