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Premiere

01.12.2014

Spannung in Aindling bis zum Schluss

Alle sind verdächtig. Dorfpolizist Breitgruber versucht den Showdown, indem er alle – Gäste und Bedienstete – an der Rezeption des Hotels versammelt.
Bild: M. Golling

Volksbühne stellt mit dem Stück „Mord am Grauen Mann“ von Peter Haus einen Krimi auf die Bühne. Dabei verkörpern die Darsteller glaubhaft ihre Rollen

Der Volksbühne Aindling ist es mit dem Stück „Mord am Grauen Mann“ gelungen, einen echten Krimi auf die Bühne zu stellen. In ihrem Spiel hält sie die Spannung bis zum Schluss.

Ein Schneesturm tobt rund ums Berghotel, das bei solchem Wetter nur mit dem Lift zu erreichen ist. Zu den Gästen stößt die Familie Billbaum. Der Vater Sven, ein waschechter Unternehmer neukapitalistischer Prägung, droht als Erstes, das Hotel schließen zu lassen, weil er trotz persönlicher Einladung an der versprochenen Ausstattung Mängel entdeckt. Werner Riegl verkörpert den Kotzbrocken perfekt. Er droht seiner jungen Frau (Bettina Ettinger), Heirat und Scheidung könnten schnell Geschichte sein. Seiner Tochter (Lena Schmidberger) fährt er über den Mund: „Ohne mich und ohne mein Geld bist du nur eine dumme Göre.“ Ein Lawinenforscher (Stefan Ohm) und sein Assistent (Martin Held) geheimniskrämern um ihr neues Patent, das millionenschwere Aufträge bringen soll. Ausgerechnet Sven Billbaum hatte einst die Finanzierung des Projekts verweigert.

Für solch schwere Themen haben die beiden Skihaserl Tini (Simone Müller) und Trixi (Julia Riegl) keinen Blick, konzentrieren sie sich doch auf den feschen Skilehrer Sepp (Michael Weichenberger). Da wird der Lift sabotiert, kurz darauf fällt der Strom aus – und ein gellender Schrei kündet vom ersten Mord. Dorfpolizist Breitgruber (Isidor Held) nimmt sofort die Ermittlungen auf und stellt bald fest, dass eigentlich alle verdächtig sind. Auch der immer alles scharf beobachtende Kevin Smart (Christian Braunmüller), ein Krimiautor, der seit Jahren nichts mehr zu Papier gebracht hat. Und da ist ja auch noch Madame (Melanie Thum) und ihr zwielichtiger Butler Ralf (Josef Schoder).

Spielleiter Josef Schoder ist eine optimale Rollenverteilung geglückt. Auch die Neuen im Ensemble, Melanie Thum, Stefan Ohm und Lena Schmidberger, führten sich optimal ein. Die Charaktere in Peter Haus’ Stück „Mord am Grauen Mann“ sind bestens herausgearbeitet. Ob Melanie Thum eine alte, bedächtig redende, aber scharfsinnige Frau verkörpert oder die Skihaserl die Oberflächlichkeit mancher Touristen widerspiegeln, ob Stefan Ohm den verbissenen Forscher markiert oder sein Assistent den ehrgeizigen Nachrücker. Auch die Angst und Hilflosigkeit der Hotelleitung (Hannelore Wolf) und des Personals (Julia Marquart) vor Sven Billbaum kommt glaubhaft rüber. So wurde in der zweiten Pause fast an allen Tischen gerätselt, wer der Mörder sei.

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