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Aichach-Friedberg

03.06.2020

Spargel-Verbandschefin zu Corona-Fällen: "Da fühle ich mit"

Die Spargelsaison ist in diesem Jahr auch ohne Corona-Fälle unter den Arbeitern außergewöhnlich.
Bild: Roland Weihrauch, dpa (Symbol)

Plus Ein Spargelhof in Aichach-Friedberg kämpft mit Corona-Erkrankungen unter den Mitarbeitern. Die Vorsitzende des Erzeugerverbandes verrät, wie Corona die Saison beeinflusst.

Auf einem Spargelhof im Landkreis Aichach-Friedberg sind zwei Saisonarbeitskräfte positiv auf das Coronavirus getestet worden. Rund 50 Kontaktpersonen – ebenfalls Erntehelfer – stehen derzeit unter Quarantäne. Überrascht und auch betroffen war Claudia Westner, Vorsitzende des Spargelerzeugerverbandes Neuburg-Schrobenhausen, als sie von den infizierten Arbeitern erfuhr.

„Da fühle ich mit. Es geht hier um die Gesundheit von Menschen, das macht mich persönlich betroffen“, so Westner, die selbst Spargel auf ihrem Hof in Haslangkreit (Gemeinde Kühbach) anbaut. „Ich habe es aus den Medien erfahren. Der Hof gehört nicht zu unserem Verband. Laut meinen Informationen gibt es keine bestätigten Fälle innerhalb des Verbandes von Neuburg-Schrobenhausen“, so die Haslangkreiter Bäuerin. „Das örtliche Gesundheitsamt wird die richtigen Vorgaben machen. Ich hoffe, dass die Maßnahmen greifen und die Tests negativ sind.“

Corona auf Aichacher Spargelhof: Außergewöhnliche Spargelsaison

Auch ohne positive Corona-Tests war die diesjährige Spargelsaison außergewöhnlich, wie Westner erzählt. Das begann schon vor der eigentlichen Ernte. Dürfen die Arbeiter aus Osteuropa aufgrund der Corona-Krise überhaupt einreisen und welche Regeln gelten dann? Fragen, die auch Claudia Westner beschäftigten. „Wir hatten Angst, dass die Spargelstecher nicht einreisen dürfen.“ Die polnischen Arbeitskräfte hatten dann aber kein Problem, dennoch musste Westner Abstriche machen. „Wir haben anstatt 16 nur neun Helfer auf dem Hof, weil wir ansonsten deutlich mehr Aufwand gehabt hätten. Ab einer gewissen Zahl müssen die Arbeiter in Gruppen eingeteilt und auch getrennt untergebracht werden.“

Claudia Westner ist die Vorsitzende des Spargelerzeugerverbandes Neuburg-Schrobenhausen.
Bild: Gerlinde Drexler (Archiv)

So konnten nicht alle geplanten Felder in Haslangkreit geerntet werden. „Die jungen Felder haben wir gar nicht geerntet. Auf den älteren Feldern, die dieses Jahr letztmals hätten Spargel haben sollen, haben wir Mais angesät.“ Und noch etwas war anders: „Wir haben die Einkäufe für die Arbeiter erledigt, damit sie nicht in den Supermarkt müssen“, so Westner, die die meisten ihrer Erntehelfer schon lange kennt: „Einige sind schon seit 15 Jahren bei uns. Ich bin froh, dass die Spargelsaison nun bald zu Ende geht, ohne dass es bei uns Probleme gab.“ Im Gegenteil, aufgrund der schwierigen Bedingungen ist Westner sogar sehr zufrieden: „Für die Umstände ist alles sehr gut gelaufen. Jetzt haben wir noch rund eine Woche.“

Anders ist die Situation auf dem Spargelhof im Wittelsbacher Land mit den zwei positiv getesteten Erntehelfern. Dort sollen die 50 Kontaktpersonen, die sich in Quarantäne befinden, laut Gesundheitsamt im Laufe der Woche auf das Coronavirus getestet werden.

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