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Aichach-Sulzbach

20.11.2019

Sportporträt: Dieser Zwölfjährige hat Benzin im Blut

olle Konzentration: Elias Schwarzmaier ist Kartslalompilot beim MC Aichach. Der Sulzbacher wurde Zweiter beim Schwabenpokal. Der Zwölfjährige hat aber noch andere Hobbies.
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olle Konzentration: Elias Schwarzmaier ist Kartslalompilot beim MC Aichach. Der Sulzbacher wurde Zweiter beim Schwabenpokal. Der Zwölfjährige hat aber noch andere Hobbies.
Bild: Wilhelm Baudrexl

Plus Elias Schwarzmaier fährt erfolgreich Kartslalom. Was ein Brandfleck damit zu tun hat und warum der Sulzbacher eigentlich ein anderes Gefährt im Auge hat.

Groß waren die Schmerzen von Elias Schwarzmaier, doch anmerken lassen wollte sich der damals Sechsjährige das nicht. Bei seinem ersten Probetraining im Kart beim MC Aichach kam der Sulzbacher aus Versehen mit dem Arm an den heißen Motor. Mutter Karin erinnert sich: „Der Brandfleck war riesig. Er wollte aber unbedingt ins Team und hat deshalb nichts gesagt.“ Dennoch dauerte es noch drei Jahren bis Schwarzmaier dann wirklich am Steuer bei einem offiziellen Wettrennen gegen Fahrer aus anderen Teams saß. „Er wollte das schon immer machen, war damals aber noch zu jung. Dass er Talent hat, war in jungen Jahren schon zu sehen. Irgendwie haben wir das Kartfahren dann wieder aus den Augen verloren“, erklärt Vater Ingo.

Oft sah Elias Schwarzmaier die Piloten vom Auto aus, wenn er mit seinen Eltern am Trainingsgelände an der Augsburger Straße in Ecknach vorbeifuhr. „Das fand ich wirklich schon immer toll. Ich habe immer genau hingeschaut, wenn wir vorbeigefahren sind. Ich konnte es gar nicht erwarten.“ Dennoch stand zunächst der Fußball im Vordergrund. Seit seinem fünften Lebensjahr spielt Schwarzmaier für die SG Obergriesbach/Griesbeckerzell. Erst als Torhüter, mittlerweile in der D-Jugend als Außenbahnspieler. Zum Fußball kam er über seinen Vater: „Ich habe früher selbst gespielt und hatte die Anfrage, die Kleinen zu trainieren. Dann habe ich Elias mitgenommen.“

Wasser ist nur ein Element von Tibor Bolváry: Der 66-Jährige ist Triathlet und war früher sogar in der ungarischen Nationalmannschaft. Mehr als 40 Stunden trainierte er zu Hochzeiten pro Woche, bis ein Unfall seinen Traum vom Ironman auf Hawaii zerstörte. Der gebürtige Ungar, der 1989 nach Deutschland kam, kämpfte sich aber nach anderthalb Jahren Pause zurück.
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Bild: Sebastian Richly

Schwarzmaier steht auf Kartfahren und Fußball

Mit dem Kartfahren und dem Fußball, bleibt aktuell nicht viel Zeit für andere Hobbies. Könnte man meinen, doch der Siebtklässler der Aichacher Mittelschule, ist vielseitig. Er hat sogar eigene Hühner: „Jeden Tag füttere ich sie und hole die Eier.“ Laut Mutter Karin wollte ihr Sohn unbedingt die Hühner haben. „Unter der Bedingung, dass er es allein macht. Ab und zu helfen ihm die Großeltern, aber er hängt sich da schon rein. Er ist ohnehin der praktische Typ.“ Und tierlieb ist der Zwölfjährige auch. Im heimischen hilft er fleißig mit und ist sich auch nicht zu schade, auszumisten: „Ich lade am liebsten die Heuballen vom Hänger ab. Es macht mir Spaß, mitzuhelfen. Ich bin lieber bei den Tieren als vor dem Fernseher“, erklärt Elias Schwarzmaier. „Am liebsten würde ich später einmal Landwirt werden.“

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Noch mehr Spaß würde dem Sulzbacher allerdings eine andere Sportart machen: „Eigentlich wollte ich immer Motocross-Fahren.“ Doch die Eltern waren damit nicht einverstanden. „Viel zu teuer und sehr gefährlich. Da ist uns Kartfahren schon lieber“, so Vater Ingo. Elias fährt dennoch öfter raus zur Motocross-Streck nach Griesbeckerzell, um den Fahrern zuzuschauen. Er selbst ist dann ganz ohne Motor, nämlich mit dem Fahrrad unterwegs. Mit dem nicht motorisierten Untersatz kann der Zwölfjährige mittlerweile auch gut leben. Er träumt von einem Mountainbike. „Das muss er sich dann aber selber kaufen“, sagt Mutter Karin.

Bis dahin konzentriert sich Elias Schwarzmaier aber auf den Kartsport. In dieser Saison war der Siebtklässler besonders erfolgreich. Beim Schwabenpokal wurde er in seiner Altersklasse in der Gesamtwertung Zweiter und holte beim Heimrennen in Aichach sogar den Sieg. Nur knapp verpasste er zudem die Qualifikation für die Südbayerische Meisterschaft. Mit der soll es 2020 klappen, auch wenn Schwarzmaier, dann in die höhere Altersklasse kommt. Während der Saison stehen einmal pro Woche Training und fast jede Woche ein Rennen auf dem Programm. Manchmal kollidiert das mit dem Fußball. Die Entscheidung ist eindeutig: „Kartfahren geht vor. Es ist aber meist so, dass ich am Samstag erst im Kart sitze und anschließend Fußball spiele.“ Das Kartfahren reicht dem Zwölfjährigen aber nicht. „Er steht auf alles, was schnell ist oder viel PS hat. Ab und zu darf er den Traktor vom Opa fahren, das mag er besonders. Er hat Benzin im Blut“, so Vater Ingo über seinen Sohn.

Der Sulzbacher Elias Schwarzmaier gehört zu den besten Kartslalomfahrern Schwabens. Der Zwölfjährige hat wahrlich Benzin im Blut.
Bild: Sebastian Richly

Gesundheitliche Probleme: Sulzbacher erleidet Rückschlag

Das haben wohl viele erfolgreiche Motorsportler. Dennoch fasziniert den Sulzbacher am Kartsport nicht nur die Geschwindigkeit: „Wir müssen ja Figuren fahren und es ist ein Wechselspiel aus Gasgeben und Bremsen. Die Taktik und das Gefühl für das Kart sind wichtig, das gefällt mir so an dem Sport. Die Kontrolle zu behalten ist wichtig. Nur Geradeausfahren und Gas geben, ist nicht so meins.“

Warum es in diesem Jahr so gut läuft, weiß Vater Ingo, der seinen Sohn als Betreuer zu den Rennen begleitet: „Er hat wirklich viel trainiert und ist total fokussiert. Außerdem lässt er sich von einem schlechten Durchgang nicht mehr so leicht aus der Ruhe bringen. Das war früher anders.“

Während der Vater die Rennen mit seinem Sohn analysiert, soll der Rest der Familie aber möglichst nicht bei den Wettkämpfen dabei sein. „Das würde mich total ablenken und ich könnte mich nicht konzentrieren.“

Sportporträt: Drei Fragen an Elias Schwarzmaier

Wen möchtest Du gerne einmal kennenlernen oder treffen?

„Beim Fußball mag ich den FC Bayern am liebsten. Da gefällt mir Serge Gnabry ganz gut. Er ist sehr schnell, flink und trickreich. Der könnte mir sicher was beibringen.“

Mit welcher Sportart kannst Du gar nichts anfangen?

„Ich weiß jetzt gar nicht, ob Schach eine Sportart ist. Für mich geht es um die Bewegung, das ist für mich wichtig beim Sport.“

Womit kann man Dich so richtig auf die Palme bringen?

„Wenn mich jemand stört. Egal ob beim Fernsehschauen oder vor einem Rennen. Da brauche ich meine Ruhe. Ich konzentriere mich total auf eine Sache. Wenn meine Mama dann fragt, ob ich die Hausaufgaben schon gemacht habe, regt mich das schon ziemlich auf.“

Lesen Sie dazu auch den ArtikelKartfahrer Elias Schwarzmaier ist AN-Sportler des Monats

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