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Aufführung

08.11.2013

Sprachliches Feuerwerk auf Piazza in Venedig

Volkstheater in Aichach: Volpone (Robert Predasch) ist ein reicher Levantiner. Sein Diener Mosca (Alexander vom Stein) ist die Schmeißfliege, die von ihm schmarotzen will.
Bild: Gerlinde Drexler

Das Aichacher Volkstheater hat ein neues Stück: Es spielt „Volpone“ nach einer Neubearbeitung von Stefan Zweig. Die Premiere ist am Samstag in einer Woche. Eine Vorschau.

Es geht um betrogene Betrüger, die Lust an der List und den Genuss der Maßlosigkeit. Ben Johnson, ein Zeitgenosse Shakespeares, schrieb die Komödie „Volpone“. Das Aichacher Volkstheater spielt die von Stefan Zweig völlig freie Neubearbeitung des Klassikers. Regie führt erstmals Florian Kreis, ein Schauspieler und Theaterpädagoge aus Augsburg. Premiere ist am Samstag, 16. November.

Die Suche nach dem richtigen Stück ist für ein Theaterensemble immer der schwierigste Teil. Das ging auch den Akteuren des Volkstheaters nicht anders. „Das ist eine harte Nuss, die man zu knacken hat“, sagt Claudia Flassig, die in diesem Jahr zusammen mit Elisabeth Lauterbach und Claudia Nefzger für das Bühnenbild zuständig ist.

Wichtig ist den Spielern des Amateurtheaters, dass sie vielseitig sind. „Wir möchten uns nicht auf einer Schiene einfahren“, so Regieassistentin Ingrid Predasch. Auch bayerische Stücke werden deshalb in die Überlegungen mit einbezogen. „Wir finden keine, die zu uns passen“, bedauert Predasch. Die Stücke seien entweder nur auf lustig gemacht oder zu schwierig. Bevor sich die Theatergruppe für das aktuelle Stück entschied, hatte sie lange „Faust“ favorisiert. „Die fantastische Sprache“ von Stefan Zweig in seiner Neubearbeitung von „Volpone“ hatte sie dann jedoch überzeugt. „Das ist ein Feuerwerk, das da sprachlich abgeht“, sagt Robert Predasch. Er spielt Volpone, den reichen Levantiner, der sich todkrank stellt, damit er mit Geschenken überschüttet wird. Sein listenreicher Diener Mosca ist Alexander vom Stein, der dieses Jahr zum ersten Mal beim Volkstheater auf der Bühne steht. Er hat schon beim Pegasus-Theater Schauspielerfahrung sammeln können.

Bon Johnsons Komödie entspricht der Tradition der Commedia dell’Arte, einer beliebten Form der italienischen Volkskomödie. Italienisch sind auch die Namen, die er seinen Protagonisten gegeben hat. Volpone ist der Fuchs, Mosca die Schmeißfliege und Voltore, der Notar, heißt übersetzt Geier.

Seit Mai proben die 13 Darsteller an dem Stück. Regisseur Florian Kreis hat dabei besonders viel Wert auf das Spiel gelegt. „Es war mir wichtig, jeden Einzelnen in seiner Spielweise zu sehen und zu unterstützen.“ Eine Arbeitsweise, an die sich die Schauspieler erst gewöhnen mussten und die auch eine Herausforderung war. „Er hat viel mit uns entwickelt und es war wenig vorher festgestanden“, beschreibt Inge Predasch die Entwicklung.

Ebenso wie die Charaktere hat sich auch das Bühnenbild im Laufe der Probenarbeit entwickelt. Das Stück spielt auf einer Piazza in Venedig. Unklar war lange, ob es in der Renaissance oder in der aktuellen Zeit spielen solle. „Es wird wohl eine Mixtur werden“, meint Flassig.

Sehr minimalistisch ist das Bühnenbild angelegt. Das Farbkonzept schwarz-rot-weiß wiederholt sich nicht nur beim Flyer, sondern auch auf der Bühne. „Je mehr Pracht es gibt, umso weniger kommt der Schauspieler raus“, sagt Kreis. Die Möglichkeit, sich hinter einem pompösen Bild zu verstecken, hätte er seinen Darstellern nicht gegönnt, meint er schmunzelnd. Neben der Hauptbühne wird es auch zwei Nebenbühnen geben. Sie sollen dem Publikum das Gefühl vermitteln, Teil der Szene zu sein.

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