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Denkmal

22.10.2017

St. Nikolaus in Unterzell steht wieder fest

So präsentiert sich das Innere der Kapelle nach der Renovierung. Am heutigen Sonntag wird das Gotteshaus geweiht.
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So präsentiert sich das Innere der Kapelle nach der Renovierung. Am heutigen Sonntag wird das Gotteshaus geweiht.
Bild: Rupert Pfau

Kapelle in dem Dasinger Ortsteil wird am heutigen Sonntag nach aufwendiger Renovierung geweiht. Nicht zum ersten Mal kam es zu unvorhergesehenen Zwischenfällen

Erinnern Sie sich noch an den „Schiefen Turm von Unterzell“? Nicht nur der ist seit gut einem Jahr Geschichte, die komplette Kapelle St. Nikolaus wurde mittlerweile – außen wie innen – aufwendig und kostenintensiv generalsaniert. Die offizielle Weihe findet am heutigen Sonntag, 22. Oktober, um 12 Uhr durch Domkapitular Pfarrer Walter Schmiedel statt. Im Anschluss sind die Besucher im Hof der benachbarten Familie Großmann zum gemeinsamen Mittagessen sowie zu Kaffee und Kuchen eingeladen.

Genau im Jahr 1400 finden wir bereits unter Papst Bonifatius IX. die Ersterwähnung eines Unterzeller Gotteshauses als Vorgängerbauwerk, und 14 Jahre später erfolgte – wegen der damals unzumutbaren Entfernung von 35 Kilometern – die Übertragung der Zuständigkeiten von der Paarer Mutterkirche auf den direkt benachbarten Pfarrer von Haberskirch. Der Altarraum der heutigen Unterzeller Kapelle, die auf einer kleinen Anhöhe vis-à-vis der nur einen Steinwurf entfernten einstigen Römerstraße thront, stammt aus der Zeit um 1590. Wesentlich später erst, nämlich 1756, erfolgte der Neubau des Langhauses in der noch heute erhaltenen Form.

Die letzte wirklich erwähnenswerte Außen- und Innenrenovierung der Kapelle zog sich über etliche Jahre hin und dauerte von 1966 bis 1973. Die Gesamtrenovierungskosten betrugen umgerechnet über 16000 Euro. Weil es auch bei der gerade erst beendeten Baumaßnahme zu nicht unerheblichen Schwierigkeiten kam, sei allen aktuell Verantwortlichen und Beteiligten zum Trost gesagt, dass damals – vor einem halben Jahrhundert – sogar die Südwand der Kapelle zur Straße hin herausbrach, da es sich um eine Hohlwand aus sehr porösem Tuffstein handelte.

Der eingangs schon erwähnte Kirchturm, der sich seit 1980 immer stärker nach Osten neigte, wurde zwar seinerzeit von den tatkräftigen Unterzellern selbst durch einen Stahlträger stabilisiert, doch das allein genügte nicht. Und ebenfalls noch vor der Jahrtausendwende hatte bereits – über viele Jahre hinweg – der falsche Walnussbaum direkt neben der Kapelle sein zerstörerisches Werk vollführt und allmählich die Grundmauern wie vor allem auch das Dachgebälk auf der Nordseite kaputt gemacht. Irgendwann wurde das Betreten des Gotteshauses zu gefährlich und 2006 schließlich ganz untersagt. Seitdem konnte darin natürlich auch kein Gottesdienst mehr gefeiert werden. Wegen bereits massiver Abplatzung des Deckenputzes – auch das imposante 250 Jahre alte Deckengemälde des Kirchenpatrons war leider betroffen – wurde von der katholischen Kirchenstiftung Haberskirch schließlich konsequenterweise eine Gesamtinstandsetzung eingeleitet, die jetzt nach eineinhalbjähriger Bauzeit abgeschlossen werden konnte.

Renovierungsbeginn war im Mai 2016, die Fertigstellung erfolgte allerdings erst Ende des vergangenen Monats, da es im Wesentlichen aus zwei Gründen zu nicht vorhersehbaren Zeitverzögerungen gekommen war. Nachdem ja die ursprüngliche 25-Zentimeter-Neigung des Turmes schon im August des Vorjahres per Hydrauliktechnik auf rund die Hälfte reduziert werden konnte, kamen nämlich mehr und mehr Fäulnisse im alten Dachgebälk zum Vorschein, und deshalb war natürlich dringender Handlungsbedarf angesagt. Und dann wurde auch noch (nach plötzlicher Krankheit mit Todesfolge) ein Architektenwechsel nötig.

So wundert es sicher niemanden, dass die ursprünglich kalkulierten Renovierungskosten für das denkmalgeschützte Kirchlein nicht mehr eingehalten werden konnten. Heute wird der gesamte Endausgabenstand vom engagierten Haberskircher Kirchenpfleger Anton Schweiger auf etwa 325000 Euro geschätzt, von denen allerdings der übliche Regelsatz von der Diözese übernommen wird.

Außer der Diözese Augsburg gilt der Dank für die Finanzierung natürlich auch allen Zuschussgebern und Spendern, von denen weitere überaus willkommen sind. Denn der noch fehlende Restbetrag muss von der Kirchenstiftung Haberskirch getragen werden.

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