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Kirche

21.01.2019

Stadt Aichach feiert ihren Patron

Zum Sebastiansfest zog am gestrigen Sonntag eine Prozession von der Stadtpfarrkirche durch die Stadt zur Kapelle St. Sebastian an der Donauwörther Straße.
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Zum Sebastiansfest zog am gestrigen Sonntag eine Prozession von der Stadtpfarrkirche durch die Stadt zur Kapelle St. Sebastian an der Donauwörther Straße.

Bei klirrender Kälte wird das Sebastiansfest mit einer Andacht und einer Prozession von der Stadtpfarrkirche durch die Stadt zur Kapelle St. Sebastian begangen. Die Verehrung des Heiligen hat eine lange Tradition

Der heilige Sebastian gilt aus Stadtpatron Aichachs. Der Namenstag des Heiligen am 20. Januar wird deshalb mit dem Sebastiansfest entsprechend gefeiert. Am gestrigen Sonntag zog die Sebastiansprozession nach einer feierlichen Andacht in der Stadtpfarrkirche mit Gebet und Gesang zur Kapelle St. Sebastian an der Donauwörther Straße. Nach alter Tradition wurde die Darstellung des heiligen Sebastian, nackt an einem Baumstamm gebunden und mit Pfeilen durchbohrt, von vier Männern mitgetragen.

Angeführt wurde die Prozession am Sonntag von den Aichacher Vereinen mit ihren Fahnen und der Aichacher Geistlichkeit. Stadtpfarrer Herbert Gugler trug eine Reliquienmonstranz. Die Fürbitten und Gebete trug Beate Rappel vor. In die Reihen der Betenden hatten sich neben Bürgermeister Klaus Habermann und Altbürgermeister Heinrich Hutzler einige Stadträte eingereiht.

Seit dem 14. Jahrhundert wird der heilige Sebastian in Aichach verehrt. Nicht immer beteiligten sich die Aichacher am Gedenken ihres Stadtpatrons so zahlreich. 1984 zählte man noch 17 Teilnehmer, die zur Kapelle pilgerten. Anlässlich des Jubiläums „750 Stadt Aichach“ 1985 wurde die Prozession neu belebt.

Der heilige Sebastian war Hauptmann der Prätorianergarde am kaiserlichen Hof von Diokletian (284 bis 305 nach Christus). Dieser verurteilte ihn wegen seines öffentlichen Bekenntnisses zum christlichen Glauben zum Tode und ließ ihn von numidischen Bogenschützen erschießen. Im Glauben, er sei tot, ließ man ihn liegen. Doch er überlebte. Die heilige Irene pflegte ihn gesund. Danach kehrte er zu Diokletian zurück und bekannte sich erneut zum Christentum. Diokletian befahl daraufhin, ihn mit Keulen im Zirkus zu erschlagen. Zu den Attributen des Heiligen gehören Pfeile, die seine Brust durchbohren.

In Aichach wird Sebastian seit 1320 verehrt und als Stadtpatron in Notlagen angerufen. Weihbischof Ulrich von Augsburg weihte 1484 die Sebastiankapelle anstelle eines Vorgängerbaues an der Stadtmauer. Der „Schwarze Tod“, die Pest, suchte 1656 die Stadt heim. Im März starben 33 Menschen, im April waren es schon 51. 42 Todesfälle waren dann im Mai zu beklagen. Pfarrer Mathias Müller (Molitor) ließ die Sebastiankapelle neu erbauen, und die bereits bestehende Bruderschaft wurde durch Papst Alexander VII. neu bestätigt.

Auch die Schützen erkoren Sebastian zu ihrem Schutzheiligen. Schon von alter her gab es nahe der Aichacher Sebastiankapelle einen Schießstand, wie auf einem alten Stich auszumachen ist. Die Aichacher Schützen und die Sebastianbruderschaft hatten deshalb ein besonderes Verhältnis. Bei der Hundertjahrfeier bezüglich der Wiedererrichtung der Bruderschaft 1756 feierten die Aichacher Bürger ihre Sebastianbruderschaft, und die Schützenkompanie hatte sich dabei besonders engagiert. Während der gesamten Parade in Uniform wurde auf den Wällen der Befestigungsanlage Salut geschossen.

Auch am gestrigen Sonntag gab es einen Ehrensalut der Aichacher Schützen für den Heiligen.

Bei uns im Internet finden Sie eine Bildergalerie zur Sebastiansprozession in Aichach unter

www.aichacher-nachrichten.de/aichach

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