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Aichach

16.08.2019

Stadt hat Pläne für „Wittelsbacher Erinnerungsorte“

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Der Burgplatz in Oberwittelsbach soll zumindest teilweise bis zur Landesausstellung neu gestaltet werden. Problematisch sind die Eigentumsverhältnisse und die Bäume, die teils sehr nahe an der Kirche stehen, der derzeit generalsaniert wird.
Bild: Erich Echter

Bis zur Landesausstellung 2020 will Aichach das Wittelsbacher Museum deutlich attraktiver machen und den Burgplatz in Oberwittelsbach teils neu gestalten. 

Die Bayerische Landesausstellung 2020 in Aichach und Friedberg steht bekanntlich unter der Überschrift „Stadt befreit – Wittelsbacher Gründerstädte“. Eine wesentliche Rolle beim Entstehen der bayerischen Städte spielten die Herzöge des Hauses Wittelsbach, die ab 1180 Bayern regierten. Die Stadt Aichach will bis zur Landesausstellung Orte, die an die Wittelsbacher erinnern, in den Fokus rücken. Zu diesen „Wittelsbacher Erinnerungsorten“ zählen unter anderem der Burgplatz Oberwittelsbach und das Wittelsbacher Museum. Der Stadtrat war sich einig, für beide Projekte eine Leader-Förderung zu beantragen.

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Die Wittelsbacher stehen in einer besonderen Beziehung zu Aichach, war doch die Burg Oberwittelsbach ihr Stammsitz, nach dem sie sich auch benannt haben. Die Burg gibt es schon lange nicht mehr. Sie wurde im Jahre 1209 geschleift. In den Jahren 1978 bis 1981 fanden umfangreiche Ausgrabungen am Burgplatz statt. Die Ergebnisse sind neben Zeugnissen der Vor- und Frühgeschichte im Wittelsbacher Museum in Aichach zu sehen. 1989 war es als Zweigstelle der prähistorischen Staatssammlung (heute Archäologische Staatssammlung München) auf vier Etagen im Unteren Tor eröffnet worden. Im Juli hat die Stadt die Trägerschaft übernommen (wir berichteten).

Die Ausstellung im Wittelsbacher Museum wird neu konzipiert

Derzeit ist es geschlossen: Die Ausstellung wird neu konzipiert. Moderne Multimediatechnik soll zum Einsatz kommen, ebenso interaktive Ausstellungselemente. Ausgewählte Exponate sollen die wichtigsten Erkenntnisse zum Leben in einer mittelalterlichen Burg präsentieren – auch digital. Im obersten Stock sollen „Geschichtsfenster“ einen Blick in die Vergangenheit ermöglichen: zur Burg Wittelsbach in der Zeit um 1200, zum Grubet (um 950), zum Stadtplatz (um 1450) und zu den Wehranlagen der Stadt (um 1630).

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Einige digitale Medien, die für die Bayerische Landesausstellung erarbeitet werden, sollen nach der Schau ins Wittelsbacher Museum integriert werden. Damit bleiben wichtige Inhalte der Ausstellung dauerhaft in Aichach zugänglich. Bayernweit wird es das erste Museum sein, das sich mit mittelalterlicher Burgenarchäologie beschäftigt. Der Wittelsbacher-Land-Verein, der für die Leader-Förderung zuständig ist, habe ein neues Museumskonzept bereits befürwortet, hieß es. Für bauliche Maßnahmen wurden 115000 Euro in den Leaderantrag aufgenommen. Für die Neugestaltung des Museums sind 80000 Euro angesetzt.

Der Burgplatz in Oberwittelsbach bekommt einen Infopfad

Pläne hat die Stadt außerdem für die Neugestaltung des Burgplatzes. Diese gibt es schon seit Langem. Die dringend notwendige Generalsanierung der Burgkirche hat allerdings die Umsetzung bislang verhindert. Wie berichtet, dauert die Sanierung wegen unvorhergesehener Schäden deutlich länger als geplant.

Der Burgplatz aber soll zur Landesausstellung zumindest teilweise neu gestaltet werden. Geplant ist ein kurzer Infopfad, der an voraussichtlich sieben ausgewählten Standorten die Entstehungsgeschichte der Burg, wichtige Ergebnisse der Ausgrabungen und geschichtliche Ereignisse und den Bezug zur Stadt Aichach erläutert.

Ein Themenweg soll das Sisi-Schloss und den Burgplatz verbinden

Ein Themenweg „Wittelsbacher Erinnerungsorte“ soll außerdem das Sisi-Schloss in Unterwittelsbach mit dem Burgplatz in Oberwittelsbach verbinden. Dafür sollen die vorhandenen Wege genutzt und diese zum Teil neu beschildert werden. Für den Wegebau und die Ausstattung sind netto rund 83000 Euro veranschlagt, für das Infokonzept rund 55000 Euro. Die Stadt hofft auf einen Zuschuss in Höhe von 60 Prozent der förderfähigen Kosten.

Stadtrat Dieter Heilgemeir (CSU) aus Oberwittelsbach, der in die Planungen eingebunden ist, wies auf die Schwierigkeiten hin, die es am Burgplatz gibt. Bäume stünden so nah an der Kirche, dass sie Schäden verursachen. Sie würden aber als Naturdenkmal hohen Grades gelten. „Da kann man fast nichts machen“, bedauerte er. Bürgermeister Klaus Habermann wies dazu auf positive Signale der Unteren Naturschutzbehörde hin.

Probleme sah Heilgemeir zudem, wenn die Kirchgänger nicht mehr auf dem Burgplatz parken können. „Das gibt Ärger“, sagte er voraus. Insgesamt bleibe der Burgplatz nahezu unverändert, es gebe nur minimale Eingriffe, so Heilgemeir. „Es bleibt ein beschaulicher Platz, so wie wir ihn zeigen wollen.“

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