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Aichach-Friedberg

02.07.2010

Standorte für Behördenfunk stehen

Eine wahre Freude richtete das bayerische Innenministerium bei den Bürgermeistern nicht an, als es im Herbst 2009 auf die Suche nach Standorten für den digitalen Behördenfunk ging. Jetzt sind die Entscheidungen gefallen. Von Carmen Jung

Aichach-Friedberg. Eine wahre Freude richtete das bayerische Innenministerium bei den Bürgermeistern nicht an, als es im Herbst 2009 auf die Suche nach Standorten für den digitalen Behördenfunk ging.

Neun Standorte für Basisstationen sollten im Landkreis Aichach-Friedberg gefunden werden. Kein ganz leichtes Unterfangen, zumal viele Bürger genervt abwinken, wenn es um weitere Funkmasten geht. Inzwischen stehen die neun Standorte für die rund 45 Meter hohen Masten praktisch fest: vier im Süden, fünf im Norden. Baubeginn soll laut Innenministerium bereits im September oder Oktober sein.

Ob sie wollten oder nicht: "Die Bürgermeister stehen in der Pflicht", hatte Susanna Bredemeier, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Projektgruppe DigiNet im Innenministerium im November betont. Es geht um nicht weniger als die Installation eines neuen, abhörsicheren Digitalfunks. Bis 2013 soll der störanfällige und in der Reichweite begrenzte Analogfunk, den Polizei, Rettungskräfte und Feuerwehr nutzen, bayernweit ersetzt werden. Grundsätzlich stellten die Gemeindechefs den Sinn des Unterfangens auch nicht in Frage. Es ging vielmehr um die Standorte an sich, die auf Kritik stießen. Und das Vorgehen der Firma Telent, die vom Innenministerium mit der Suche beauftragt worden war. "Ganz glücklich ist da keiner", formuliert es Schiltbergs Bürgermeister Josef Schreier zurückhaltend. Sein Aindlinger Kollege Tomas Zinnecker ergänzt: "Der Behördenfunk ist notwendig, keine Frage. Aber gerade darum hätte man es viel offener halten können."

Standorte für Behördenfunk stehen

Schiltberg Auch in der Holzlandgemeinde hatte sich die Suche schwierig gestaltet. Den Standort am Sportplatz lehnte die Kommune ab, drei weitere Vorschläge ließen sich nicht realisieren. Jetzt kommt der Mast in den Staatsforst zwischen Schiltberg und Ruppertszell an der Landkreisgrenze. Er liegt etwa 1,5 Kilometer von der Bebauung entfernt. Damit kann Schreier leben. "Die sind da selber draufgekommen", sagt er.

Von einem 300 Hektar großen Staatsforst könne der Freistaat schon mal 200 Quadratmeter - so viel sind für einen Funkturm nötig - abtreten, findet er.

Aichach Kein Ankommer war in Aichach der Telent-Vorschlag, den Masten direkt neben dem Edenrieder Feuerwehrhaus zu situieren, zumal die GmbH einfach einen Mietvertrag für das Grundstück geschickt hatte. Hier einigte man sich auf den Wasserturm bei Edenried (wir berichteten), wofür inzwischen ein Vorvertrag abgeschlossen wurde, so Roland Radler von der Projektgruppe DigiNet. Ein weiterer kommt auf den Antennenmasten bei Klingen.

Aindling Auch in der Marktgemeinde ist der Vorvertrag abgeschlossen: für ein Privatgrundstück im Wald bei Binnenbach. Bürgermeister Zinnecker bedauert, dass viel im Hintergrund gelaufen ist. Bei mehr Offenheit "würde man sich leichter tun mit der Akzeptanz in der Bevölkerung", sagt er.

Die Binnenbacher sollen deswegen bei einer Info-Veranstaltung über die Details aufgeklärt werden. Sie sei für Ende Juli oder Anfang August geplant.

Inchenhofen Nicht gleich dem erstbesten Standort stimmte der Markt Inchenhofen zu. Die Kommune wurde schließlich Anfang Juni im Wald zwischen Ried, Ainertshofen und Sainbach fündig.

Süden Für die Gemeinde Dasing wurde im Ortsteil Tattenhausen ein privates Grundstück gefunden. In Mering wurde laut Radler eine neue Alternative außerhalb der Wasserschutzzone gesichert. "In Kissing sind die Vertragsverhandlungen in den letzten Zügen", so Radler. Hier gehe es nur noch um ein Wegerecht. In Friedberg sei der Mietvertrag inzwischen verhandelt worden.

Radler verweist auf die "dringende Notwendigkeit der Errichtung". Der Digitalfunk liege "im Interesse der Sicherheit aller Bürger". Für die schnellere und verlässlichere Hilfeleistung in Notlagen benötigten die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben eine zeitgemäße Infrastruktur, argumentiert er. Die technische Verbesserung hält auch Aichachs Polizeichef Rudolf Rothhammer für notwendig.

Funklöcher machen im Handyzeitalter zwar kaum noch Probleme. Mit Digitalfunk habe die Polizei aber "wesentlich bessere Kommunikationsmöglichkeiten" und 100-prozentige Funkverbindung und das sei natürlich wünschenswert. Von Carmen Jung

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