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Aichach-Friedberg

09.12.2020

Start der Corona-Impfungen in Aichach-Friedberg: Wer wird wann wie geimpft?

Unternehmer Johannes Ankner (Zweiter von rechts) mit Landrat Klaus Metzger (links), Sebastian Koch (Zweiter von links) und Bernd Burkhart (rechts) vom Landratsamt vor der Halle.
Bild: Wolfgang Müller

Plus Der Landkreis Aichach-Friedberg bereitet sich auf den Start der Corona-Impfungen vor. Wann es losgehen soll, wer zuerst dran ist und und wo geimpft wird.

Der Start der Corona-Impfungen im Wittelsbacher Land rückt immer näher. Fest steht: Zwei Impfzentren - von bayernweit mindestens 92 - sollen im Landkreis Aichach-Friedberg entstehen. Die Vorbereitungen auf diese organisatorische Mammutaufgabe laufen seit Wochen, doch bislang blieben wichtige Fragen offen. Jetzt gibt es Antworten. Eine Übersicht.

Vor Start der Corona-Impfungen: Wie ist der Stand der Vorbereitungen?

Nach Wunsch der Bayerischen Staatsregierung sollen die Corona-Impfzentren in allen bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten am 15. Dezember, also schon am kommenden Dienstag, startklar sein. Landrat Klaus Metzger sagt: "Bis zuletzt waren Kleinigkeiten zu klären, aber wir sind voll im Zeitplan."

Wo können sich Landkreisbewohner gegen Corona impfen lassen?

Dass ein Impfzentrum am alten Aichacher Krankenhaus entstehen wird, ist schon länger bekannt. Dort sollen nach Auskunft des Landratsamts jedoch nur medizinisches und pflegerisches Personal sowie Angehörige weiterer besonders relevanter Berufsgruppen geimpft werden. Für die Impfung aller Landkreisbewohner reichen die Kapazitäten im alten Krankenhaus nicht.

Ein Corona-Impfzentrum für den Landkreis Aichach-Friedberg entsteht im alten Krankenhaus in Aichach.
Bild: Erich Echter (Archivbild)

Der Landkreis hat deshalb einen zweiten Standort organisiert. Er liege, so gab es das Landratsamt am Mittwoch bekannt, im Gewerbegebiet Acht 300 zwischen Aichach und Dasing. Die Halle (Carl-von Linde-Straße 6, 86453 Dasing) wurde erst vor Kurzem fertiggestellt und gehört der Ankner GmbH. Geschäftsführer Johannes Ankner erklärt: "In der jetzigen Situation sollten alle an einem Strang ziehen. Als mir signalisiert wurde, dass die Halle gut geeignet ist, habe ich mich natürlich dahintergeklemmt, das auch zu ermöglichen."

Landrat Metzger zeigt sich mit dem zweiten Standort hochzufrieden: "Es hat sich gelohnt, auf diese Lösung hinzuarbeiten, denn wir wollten genau diese Halle, die praktisch in jeder Hinsicht ideal ist", erklärt er. Das Impfzentrum ist über die B300-Ausfahrt Gallenbach einfach zu erreichen und wird von dort dann auch ausgeschildert sein. Das Gelände ist ebenerdig, das Impfzentrum soll nach Auskunft des Landratsamts barrierefrei und "zweckmäßig" eingerichtet werden. Die Halle ist beheizt, es gibt Toiletten, ausreichend Lagerfläche und einen Bereich für das Personal. Auf dem Grundstück nebenan wird derzeit ein Parkplatz befestigt. Er soll zum Start zur Verfügung stehen.

Wie laufen die Impfungen am Standort im Gewerbegebiet ab?

Die Abwicklung der Corona-Impfungen im Gewerbegebiet hat der Landkreis dem externen Dienstleister Vitolus GmbH aus München überantwortet. Nach Auskunft des Landratsamts betreibt die Firma bereits eine Reihe von Testzentren mit medizinisch geschultem Personal. Termine für das Impfzentrum können im Vorfeld vereinbart werden - online, voraussichtlich aber auch telefonisch. Das Landratsamt rechnet entsprechend mit "geregelten Abläufen". In der Halle soll ein "Einbahnstraßen-System" umgesetzt werden, es gibt jeweils einen separaten Ein- und Ausgang. Vor der Injektion wird über die Impfung und mögliche Nebenwirkungen informiert.

Wer wird im Landkreis Aichach-Friedberg zuerst geimpft?

Das wird vom Freistaat Bayern vorgegeben, eine entsprechende Mitteilung hat der Landkreis Aichach-Friedberg noch nicht erhalten. Als Orientierung kann jedoch ein Entwurf der Ständigen Impfkommission (Stiko) gelten. Er schlägt vor, Personengruppen mit besonders hohem Risiko für schwere oder tödliche Krankheitsverläufe zuerst zum Zug kommen zu lassen. Erste Impfungen könnten demnach Ältere über 80, Pflegeheimbewohner und bestimmtes Personal mit hohem Infektionsrisiko bekommen. Danach wären Menschen mit "hoher Priorität" an der Reihe (zum Beispiel Senioren zwischen 75 und 80 Jahren oder demente Menschen), gefolgt von jenen mit dem Prioritäts-Status "moderat" (zum Beispiel Senioren zwischen 70 und 75, Vorerkrankte mit erhöhtem Risiko, Menschen in Asylunterkünften).

Wann sollen Corona-Impfungen im Wittelsbacher Land starten?

Voraussetzung dafür, dass überhaupt geimpft werden kann, ist die Zulassung eines Impfstoffs durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA). Das soll bis zum 29. Dezember geschehen. Mit einem Start der Impfungen vor dem neuen Jahr ist deshalb auch im Landkreis Aichach-Friedberg nicht zu rechnen, dann geht es aber zügig los. Das Landratsamt teilte mit, dass ab Anfang Januar am Standort im Gewerbegebiet geimpft werden könne.

Schon früher als im Gewerbegebiet könnten die Impfungen am zweiten Standort im alten Krankenhaus Aichach beginnen - und zwar unmittelbar, sobald die ersten Dosen da sind. In einem ersten Schritt wird dort das Personal der Kliniken an der Paar geimpft, anschließend sollen Beschäftigte "aus ähnlichen Berufsbranchen" aus dem Landkreis zum Zug kommen. Auch hier gilt die Reihenfolge, die der Freistaat Bayern noch festlegen muss.

Werden auch Menschen geimpft, die nicht in die Impfzentren kommen können?

Ja. Der Landkreis richtet mobile Impfteams ein, die zuerst gefährdete Einrichtungen wie Alten- oder Pflegeheime besuchen - und zwar schon ab 15. Dezember, sofern ein Impfstoff dann zugelassen und verfügbar ist. Die Impfbereitschaft in den Einrichtungen wird derzeit durch das Landratsamt abgefragt.

Wie viele Menschen können im Landkreis Aichach-Friedberg täglich geimpft werden?

Am Standort im Gewerbegebiet Acht 300 sollen täglich bis zu 200 Personen, im alten Krankenhaus Aichach bis zu 90 Personen geimpft werden. "Die tatsächliche Impfkapazität zu Beginn und die Öffnungszeiten der Impfzentren werden festgelegt, sobald die Anzahl der verfügbaren Impfdosen feststeht", teilte das Landratsamt mit. Auch welcher Impfstoff zum Einsatz kommt, ist noch offen. Bayernweit sind rund 30.000 Corona-Impfungen pro Tag geplant.

Wer soll die Impfungen vornehmen?

Ausschließlich qualifizierte Ärzte sowie geschultes medizinisches Fachpersonal - so sah es die Ausschreibung des Landkreises vor.

Ist eine Corona-Impfung Pflicht?

Nein. Die Impfung ist freiwillig.

Was kostet die Impfung?

Den Bürger nichts. Alle anfallenden Kosten übernehmen Bund und Freistaat Bayern.

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