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Aichach

03.03.2009

Statt Karten fürs EM-Finale kam nur wertloses Papier

Außer Spesen nichts gewesen: Für viel Geld hatten drei Männer im Juni 2008 im Internet über die Auktionsplattform "Ebay" Karten für das Europameisterschafts-Finale in Wien bestellt. Statt der erwarteten Originaltickets kamen per Post aber lediglich "Bildchen" davon.

Vor Gericht räumte der Angeklagte, der auf einen Verteidiger verzichtet hatte, die Vorwürfe weitestgehend ein. "Am liebsten möchte ich den ganzen Sch... rückgängig machen, das geht aber nicht", sagte er zerknirscht. "Mir tut das sehr leid." Er sei in Geldnot gewesen.

Zwei Karten für das EM-Finale hatte der 35-Jährige im Juni bei der Auktionsplattform angeboten, versehen mit dem Hinweis: ".Der Preis gilt für beide ausgedruckten Tickets." Ganz so wörtlich hatten das drei Käufer nicht genommen. "Die Karten waren unter der richtigen Kategorie eingestellt, der Preis war mit ähnlichen Angeboten vergleichbar", sagte ein 38-jähriger Geschädigter als Zeuge. Zudem habe er die Kontaktdaten des Verkäufers überprüft. Nachdem er auch mit ihm telefoniert hatte, überwies er für zwei Karten, die er für einen Bekannten erwerben wollte, 2500 Euro. Der Bekannte sei aber alles andere als erfreut gewesen, als er den Brief mit den vermeintlichen Tickets öffnete: Drin war ein Computerausdruck, der zwei Tickets zeigte. Der Angeklagte hatte Karten eingescannt, das Bild ausgedruckt und verschickt. Ebenso erging es einem 31-Jährigen, der 1200 Euro zahlte.

Einem 26-Jährigen wollte der Angeklagte dagegen tatsächlich vier Originaltickets geschickt haben. 4400 Euro sollte dieser dafür per Nachnahme bezahlen. Weil das aber nur bis maximal 1500 Euro geht, blieb er vor noch höherem Schaden bewahrt. Denn als der Kunde den Briefumschlag öffnete, enthielt dieser nur einen Zettel auf dem stand, wohin der Restbetrag überwiesen werden sollte. Dass der Briefumschlag keine Tickets enthielt, bestätigte der Postbote, der dabei war, als der Kunde ihn öffnete.

Statt Karten fürs EM-Finale kam nur wertloses Papier

Auch Notebooks "verkauft"

In der Verhandlung ging es außerdem um Notebooks, die der Angeklagte im Herbst 2008 ebenfalls mehrfach bei " Ebay" angeboten hat. Er habe diese jedoch nie besessen, gab er zu. Fünf Käufer hatten ihm dafür jeweils bis zu 1000 Euro überwiesen, ohne die Ware zu erhalten. Gesamtschaden: 4903 Euro.

Mehrfach versicherte der Angeklagte, den Schaden wiedergutmachen zu wollen. Er versuche gerade, mehrere Versicherungen zu kündigen, um Geld dafür aufzutreiben. Dies sowie die Tatsache, dass er nicht vorbestraft ist und Arbeit hat, hielt Staatsanwalt Daniel Burdach dem Angeklagten zugute. Allerdings habe er hohen Schaden verursacht. Er forderte eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung, Schadenswiedergutmachung und eine Geldauflage von 5000 Euro. Seiner Argumentation folgte Richterin Nadine Grimm weitgehend, minderte aber die Geldauflage auf 1500 Euro. Das Urteil ist rechtskräftig.

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