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Bebauungspläne

15.05.2015

Steil oder Freistil? Über die Dachform wird diskutiert

In Klingen sollen neun Bauplätze entstehen. Manchen Ausschussmitgliedern sind Vorgaben zu streng

In Klingen wird Baurecht für neun Wohnhäuser geschaffen. Die rund 7500 Quadratmeter große Fläche zwischen Bachstraße und Blumenthaler Straße galt rechtlich bisher als Außenbereich im Innenbereich. Der Entwurf für den Bebauungsplan „An der Bachstraße“ wurde jetzt im Aichacher Bauausschuss vorgestellt. Gebaut werden dürfen dort Einfamilienhäuser, in einem Teilbereich an der Blumenthaler Straße auch Doppelhäuser. Erschlossen werden die etwa 650 Quadratmeter großen Grundstücke überwiegend über eine Stichstraße von der Bachstraße aus.

Diskutiert wurde über die Dachform. Erlaubt sind nur steile Satteldächer, wie sie in Klingen und insbesondere um das Baugebiet herum üblich sind. Kristina Kolb-Djoka (SPD) hielt das nicht für sinnvoll. „Die Leute wollen anders bauen“, sagte sie. Es sei absehbar, dass jede Menge Befreiungen beantragt werden. „Für mich ist das ein Widerspruch, wenn sogar in der Altstadt modern gebaut wird“, sagte sie.

Illgner hielt dem entgegen, städtebaulich sei die Vorschrift schon sinnvoll. Besonders, weil es sich nur um neun Häuser handelt. „Das Quartier soll sich homogen in die Umgebung einfügen“, sagte sie. In der Altstadt liege der Fall baurechtlich anders. Dort gilt kein Bebauungsplan, sondern dort gilt § 34 des Baurechts. Bürgermeister Klaus Habermann plädierte dafür, die gewachsene, ländliche Struktur des Ortsteils zu erhalten. Wenn der Stadtrat den Entwurf wie empfohlen billigt, wird er ausgelegt.

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in Oberwittelsbach Ebenfalls ums Dach geht es in einem Änderungsantrag für das Baugebiet „Oberwittelsbach Nord-Ost“. Dort will ein Hauseigentümer das Dachgeschoss seines Hauses zum Vollgeschoss ausbauen, um dort eine weitere Wohnung einzurichten. Wie Bauamtsleiterin Martina Illgner erläuterte, ist in dem Bereich, in dem das Haus steht, wegen der Hanglage – die Häuser dort stehen auf einer Kuppe – nur ein Erdgeschoss mit halbem Untergeschoss erlaubt.

In dem Baugebiet sind bis auf vier Baulücken alle Grundstücke bebaut. Der Bebauungsplan stammt in seiner Urfassung allerdings aus dem Jahr 1978. Eine maßvolle Nachverdichtung sei im Sinne Gesetzgebers, merkte Illgner an. Das Potenzial dafür müsse aber auf der Basis eines schlüssigen städtebaulichen Konzepts für alle Grundstücke dort festgelegt werden. Das heißt: Für den gesamten Geltungsbereich könnte ein weiteres Vollgeschoss im Dachgeschoss zugelassen werden mit bestimmten Kriterien für die Gestaltung. der Gebäudegestaltung angepasst. Bei dem geplanten Dachausbau des Antragstellers gab sie aber zu bedenken, dass er wohl auch mit geändertem Bebauungsplan so nicht genehmigt würde. Gestalterisch bestehe da Nachbesserungsbedarf.

Habermann schlug vor, ein Gespräch zu führen und das Baugebiet insgesamt zu betrachten, bevor sich der Stadtrat mit dem Thema befasst. Damit waren alle Ausschussmitglieder einverstanden. (bac)

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