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Stichwahl II

30.03.2020

Stephan ist abgewählt

Harald Reisner von den Freien Wählern setzt sich im Duell um das Amt des Rathauschefs in Schrobenhausen durch.
Bild: Ute de Pascale

In Schrobenhausen setzt sich Harald Reisner (FW) in einem Erdrutschsieg gegen den Amtsinhaber von der CSU durch.

„Die breite Mehrheit der Wählerinnen und Wähler will den Wechsel im Bürgermeisteramt, das habe ich zu akzeptieren und das tue ich auch“, kommentiert der bisherige Amtsinhaber Karlheinz Stephan ( CSU) das Ergebnis der Bürgermeister-Stichwahl in Schrobenhausen am Sonntag. Mit 80,2 Prozent wurde Herausforderer Harald Reisner (FW) zum neuen Rathauschef gewählt, für Stephan stimmten 19,8 Prozent. Damit ergibt sich ein ähnlich deutliches Bild wie vor zwei Wochen: Während es der Amtsinhaber auf 22,2 Prozent der Voten gebracht hatte, war es Reisner mit 42,6 Prozent gelungen, fast doppelt so viele Wähler für sich zu gewinnen.

Die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Dass Karlheinz Stephan in seiner womöglich schwersten Stunde als Kommunalpolitiker coronabedingt in seinem Büro alleine war, verlieh diesem Abend einen besonders erbarmungslosen Charakter. Und er versuchte auch gar nicht, seine Gemütsverfassung zu überspielen. „Es ist natürlich eine heftige Watschn“, gestand Stephan. „Ich hatte jetzt 14 Tage Zeit, mich auf dieses Szenario einzustellen. Nach dem Wahlergebnis am 15. März war mir fast klar, dass das nichts mehr wird.“ Dennoch betonte er: „Dass ich die Geschicke meiner Heimatstadt in den letzten knapp 14 Jahren lenken durfte, empfinde ich als Ehre.“

Die Amtsgeschäfte Anfang Mai in einer derart schwierigen Zeit übergeben zu müssen, „ich wünschte, dass das unter anderen Vorzeichen über die Bühne ginge“, sagt Stephan. Noch den ganzen April hindurch, bis zu Reisners offiziellem Amtsantritt am 1. Mai, werde die Coronapandemie das beherrschende Thema sein. „Ich dränge mich Harry Reisner nicht auf, aber ich biete ihm an, meinen Beitrag zu leisten, dass wir gemeinsam diese gewaltige Herausforderung bestehen, auch, dass wir die Übergabe der Dienstgeschäfte bestmöglich hinbekommen“, sagte Stephan gestern Abend.

Beruflich dürfte es für den promovierten Chemiker nach der Niederlage nun bald zurück ins Bayerische Staatsministerium gehen. „Da werde ich die nächsten Tage mal anklopfen“, hat sich Karlheinz Stephan vorgenommen.

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