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Pöttmes

27.12.2019

Sternstunden-Küche aus Pöttmes für rumänische Kinder

Der Verein Blindenvision aus Pöttmes betreibt seit 2009 ein Förderzentrum für behinderte Kinder in Rumänien. Im Sommer wurde ein neue Küche gebaut. Dank der Aktion "Sternstunden", die den Verein mit einem größeren Geldbetrag bedacht hat, konnte das Projekt realisiert werden. Ehrengäste bei der Einweihung waren die Pöttmeser Bernd Wagner und Silvia Eckart-Wagner, Thomas und Gitta Huber sowie Kathi und Josef Fischer.
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Der Verein Blindenvision aus Pöttmes betreibt seit 2009 ein Förderzentrum für behinderte Kinder in Rumänien. Im Sommer wurde ein neue Küche gebaut. Dank der Aktion "Sternstunden", die den Verein mit einem größeren Geldbetrag bedacht hat, konnte das Projekt realisiert werden. Ehrengäste bei der Einweihung waren die Pöttmeser Bernd Wagner und Silvia Eckart-Wagner, Thomas und Gitta Huber sowie Kathi und Josef Fischer.
Bild: Bernd Wagner

Plus Der Verein Blinden-Vision betreibt seit 2009 ein Förderzentrum für behinderte Kinder in Rumänien. Nun wurde eine neue Küche eingebaut. Wie das Geld zusammenkam.

Pünktlich zum zehnten Geburtstag des Pöttmeser Vereins Blinden-Vision und des damit verbundenen Aufbaus eines kleinen Förderzentrums für behinderte Kinder in der rumänischen Stadt Alba Julia, fand die Einweihung des neuen Küchenanbaus im Oktober statt. Bernd Wagner und seine Frau Silvia Eckart-Wagner hatten 2009 mit einer Handvoll Gleichgesinnter den Verein gegründet. Mit zwei befreundeten Ehepaaren aus Pöttmes erlebten sie die Einweihungsfeier direkt vor Ort.

Ermöglicht hat der dringend benötigte Neu-und Ausbau einer Küche die Aktion Sternstunden des Bayerischen Rundfunks. 2017 war der Verein mit einer großzügigen Spende bedacht worden. „Es hat allerdings zwei Jahre gedauert, bis alle Genehmigungen für den Neubau seitens der rumänischen Ämter vorlagen“, bemerkt Bernd Wagner.

Der Verein Blindenvision aus Pöttmes betreibt seit zehn Jahren ein Förderzentrum für behinderte Kinder in Rumänien. Im Sommer dieses Jahres wurde ein neue Küche gebaut. Der überdachte Vorraum wie auch die anderen Räume sind zum Großteil dank vieler ehrenamtlicher Helfer entstanden.
Bild: Bernd Wagner

Küchenanbau ging nach einigen Monaten in Betrieb

Dass der Küchenanbau samt der kompletten Einrichtung innerhalb einiger Monate fertiggestellt und in Betrieb genommen werden konnte, ist dem Engagement und dem fachlichen Können der vielen Ehrenamtlichen vor Ort geschuldet. „Die können alles“, sagt Wagner und meint damit vor allem Nico Bolea, Marias Ehemann, die beide von Beginn an sehr eng mit dem Werdegang des Förderzentrums verbunden waren. Sie hatten vor vielen Jahren ein blindes Zwillingspaar im Kleinkindalter adoptiert. Deren Schicksal war letztendlich ausschlaggebend für das Projekt Blinden-Vision. Zurzeit werden 19 Kinder zwischen drei und 20 Jahren tagsüber in dem Zentrum betreut. Sie sind körperlich oder geistig stark beeinträchtigt. Sie sind blind, sehbehindert, haben autistische Störungen oder leiden am Down-Syndrom.

Sternstunden-Küche aus Pöttmes für rumänische Kinder

In dem Zentrum arbeiten sieben professionell qualifizierte Vollzeitkräfte nebst mehreren Teilzeitkräften sowie einige Mütter der betreuten Kinder. Das heilpädagogische Lern- und Förderangebot kommt den unterschiedlichen Beeinträchtigungen der Kinder entgegen und ist entsprechend breit gefächert.

Die derzeit 19 Kinder und Jugendliche werden von mehreren professionellen Fachkräften und einige Ehrenamtlichen betreut.
Bild: Bernd Wagner

Gemüsegarten, Spielplatz und Kleintiergehege im Freien

Im Außenbereich gibt es einen großen Gemüsegarten, ein Spielplatz und ein Kleintiergehege. Zum Gebäudekomplex gehören ein Musikzimmer, ein Gymnastikraum, mehrere Lern- und Unterrichtsräume sowie der sogenannte sensoring room mit speziellen Ton-und Lichtinstallationen.

Die geschützte Umgebung gibt den Kindern Halt und stärkt ihr Selbstbewusstsein. Abgesehen von den individuellen Anwendungen seitens der Therapeuten, nehmen die Kinder aktiv am Alltagsgeschehen teil. Sie kümmern sich um die Tiere, basteln, filzen, malen, musizieren und ernten. Ihre Produkte werden regelmäßig vermarktet. Vereinzelt arbeiten jetzt bereits Jugendliche im Team mit, die als Kinder ins Zentrum gekommen waren. Eine ehemalige Helferin absolviere zurzeit eine pädagogische Ausbildung mit dem Wunsch, später eine Anstellung im Haus zu bekommen, sagt Wagner.

Je zur Hälfte finanziert sich das Projekt über Spenden und Mitgliedsbeiträge

Es braucht einen langen Atem und ein intensiv gelebtes Engagement auf beiden Seiten, um ein Projekt in dieser Vielfalt und Dimension zu leiten und langfristig zu finanzieren. „Zur Hälfte finanzieren wir das Ganze samt der Gehälter der Angestellten über die Mitgliedsbeiträge, zur Hälfte über Spenden“, sagt Bernd Wagner.

Der Pöttmeser Verein zählt zurzeit insgesamt 45 Mitglieder, entsprechend ist der Verein auf Spenden angewiesen. Neuerdings habe der rumänische Staat heimischen Firmen erlaubt, gegen Spendenquittung bestimmte Projekte finanziell zu unterstützen, betont Wagner. Bisher habe man von offizieller Seite keinerlei Förderung bekommen. Mindestens ein Mal im Jahr ist Bernd Wagner mit seiner Frau vor Ort. Es sei jedes Mal eine große Freude, mitzuerleben, wie fröhlich die Kinder seien. „Denen geht es hier sehr gut“, sagt er.

Nähere Informationen gibt es hier im Internet oder per E-Mail an kontakt@blindenvision.de. Spendenkonto: Projekt Blinden Vision, IBAN: DE24 7205 1210 0006 0544 72.

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