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Aichach

06.07.2010

Stolperstein für die Praxisklasse

In Praxisklassen werden die handwerklichen Fähigkeiten der Jugendlichen geschult, in Neuburg (Archivfoto) entstehen unter Anleitung beispielsweise ansehnliche Kamine. Foto: Gabriele Sörgel
Bild: Gabriele Sörgel

Die zusätzliche Hilfe eines Sozialpädagogen an der Geschwister-Scholl-Hauptschule in Aichach soll wahrscheinlich auch im Schuljahr 2010/2011 weitergeführt werden. Wie es bislang gelaufen ist?

Die Praxisklasse an der Geschwister-Scholl-Hauptschule in Aichach wird seit dem Schuljahr 2001/2002 zusätzlich mit Hilfe eines Sozialpädagogen betreut. Diese Maßnahme wird teilweise aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert und soll - wohl nicht nur in Aichach - auch im kommenden Schuljahr 2010/2011 weitergeführt werden. Doch mit der erforderlichen Vergabe hatte der Finanzausschuss des Stadtrats so seine Probleme, weil drei Angebote verschiedener Träger auf dem Tisch lagen. Entscheidung: Keine.

Seit Beginn dieser Maßnahme wird durch die gfi (Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration) eine Halbtagsstelle zur Verfügung gestellt und die Betreuung übernommen. Die Schulleitung möchte dies fortgesetzt sehen. Nur legte diesmal nicht die gfi, sondern die katholische Jugendfürsorge der Diözese das kostengünstigste Angebot vor.

Die Angebote zum Vergleich: Katholische Jugendfürsorge 23 000 Euro, Kolping Bildungszentrum Augsburg 26 700 Euro, gfi 27 300 Euro. Der Finanzausschuss wäre gemäß den Vergabekriterien also an die Katholische Jugendfürsorge gehalten. Haken an der ganzen Sache: Bislang liegen laut Bürgermeister Klaus Habermann keinerlei entsprechende Referenzen vor. Habermann: "Die Jugendfürsorge hat keinerlei Erfahrung mit schulischen Problemen und kann, wenn die pädagogische Kraft mal ausfallen sollte, sechs Wochen lang keine Vertretung garantieren." Dies sei nicht "das gelbe vom Ei".

Stolperstein für die Praxisklasse

Durch verschiedene Fördertöpfe kompliziert

Konsequenz: Kurze Diskussion im Ausschuss. Helmut Lenz (FW), Schulleiter in Dasing: "Wir haben an meiner Schule im Zuge verschiedener Maßnahmen der Schulsozialarbeit durchaus mehrere Träger nebeneinander laufen." Da gebe es keine Probleme. Der Vorschlag von Stefan Stocker (CSU), bei einer Neuvergabe ein Gesamtpaket zu schnüren ("was sinnvoll wäre"), stößt wegen verschiedener Fördertöpfe auf Probleme. Ergebnis der einstimmigen Abstimmung (11:0): Vorerst kein Ergebnis. Es wird neu ausgeschrieben unter Berücksichtigung detaillierter Qualitätskriterien und der Bürgermeister soll dann eigenständig entscheiden, weil Fristen einzuhalten sind.

Die gfi kommt dennoch bei zwei weiteren Entscheidungen zum Zug. Erstens weiterhin bei der seit Oktober geltenden Ganztagsbetreuung (Kosten für die Stadt 28 400 Euro). Zweitens bei der ebenfalls weiter zu führenden Jugendsozialarbeit. Die Hauptschule gilt hier als sozialer Brennpunkt. Kosten für die Stadt: 11 100 Euro. Bei der Jugendsozialarbeit hat für diesem Bereich der Landkreis die Federführung.

Spendierhosen Die Stadt freut sich auch über Spenden für verschiedene öffentliche Maßnahmen aus dem eher privaten Bereich. Bisherige Beispiele aus dem Jahr 2010: Die Grubetfreunde spenden für die Maßnahme Eisenerzgruben 1000 Euro, die Alcoa Fastening Systems Aichach (Robert-Bosch-Straße) 2 415 Euro für den Unterhalt des Walderlebnispfades oder Manfred Losinger aus Friedberg 500 Euro für den Verkehrsübungsplatz in Aichach-Nord. Der Finanzausschuss darf Spenden bis zu 20 000 Euro selbst absegnen. Interessenskonflikte sieht das Gremium bei diesen Spenden nicht. (gps)

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