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Appell

18.05.2015

Sturmopfer ärgern sich über Gaffer

Robert und Tina Wallner von der Haunswieser Feuerwehr sowie Alexander Stefanovics aus dem Neu-Ulmer Stadtteil Hausen (von links) sind drei der vielen Helfer, die seit Tagen in Gebenhofen mit anpacken.
Bild: Evelin Grauer

Fremde reisen nach Affing, schießen Fotos und beleidigen die Helfer. Das soll aufhören

Robert Wallner ist richtig wütend. Seit Tagen arbeitet der Kamerad der Freiwilligen Feuerwehr Haunswies mit vielen anderen bis zur Erschöpfung in Gebenhofen, um den Tornado-Betroffenen zu helfen. Die Freiwilligen decken Dächer auf und ab, räumen die Felder auf, schleppen Bäume weg oder sichern den Verkehr ab. Und dann das: Schaulustige kommen in den Ort und behindern die Arbeiten. „Und beleidigen uns“, berichtet Robert Wallner.

Er hat erlebt, wie Autofahrer mit fremden Kennzeichen vorgeben, sich verfahren zu haben. Sie suchten die B300 oder die B2, gäben diese an. Als Wallner einen Autofahrer zurechtweist, dass er hier nichts zu suchen hat, pöbelt ihn dieser an, warum er sich so wichtig mache. „Und meine Schwester hat er als Zicke beschimpft“, erzählt Wallner.

In der Tat wurde in den vergangenen Tagen immer wieder von ungebetenen Gästen berichtet. Eigentlich hatte die Polizei die Zufahrtsstraßen in die betroffenen Gebiete abgesperrt, aber über Schleichwege oder Vortäuschung falscher Tatsachen kamen offenbar immer wieder Gaffer durch. „Dann laufen sie im Sonntagsgewand durch die Straßen und machen Fotos. Ich verstehe das nicht, warum packen sie nicht mit an?“, fragte gestern eine Bürgerin in Gebenhofen.

Während die Aichacher Polizei gestern auf Nachfrage mitteilte, dass die Gaffer zumindest kein riesiges Problem gewesen seien, sahen viele Bürger das anders. Ein Bewohner Affings, der ebenfalls vom Sturm betroffen war, schreibt in einer E-Mail an unsere Zeitung: „Leider ziehen die Folgen des Tornados die Schaulustigen an, wie der Mist die Fliegen. Leute laufen in unseren Gärten herum und machen „Ich-war-dort,-das-war-der-Waaaahnsinn“-Fotos.“ Als der Affinger einen Mercedesfahrer aus Dillingen zur Rede stellte, antwortete dieser nach Angaben des Betroffenen, dass es sich hierbei um ein „Jahrhundertereignis“ handle. Fotos-Schießen sollte also erlaubt sein. Der Affinger bemängelt in seiner Mail auch, dass Fahrschulen ihre Fahrten in den betroffenen Wohngebieten abhielten. Er hofft, dass all diese Auswüchse bald ein Ende haben.

Bezeichnenderweise wollte sich Kreisbrandrat Ben Bockemühl gestern nicht explizit zu diesem Thema äußern. „Fragen sie die Betroffenen. Für uns ist das normal, dass Gaffer kommen und uns behindern.“ (ull)

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