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Aichach

01.10.2020

Suizid-Versuch oder „Show“? Kritik an Polizei nach Einsatz in Aichach

Der angebliche Suizid-Versuch eines 32-Jährigen in Aichach sorgt für Aufsehen.
Bild: Marc Tirl, dpa (symbolbild)

Plus Hat die Polizei in Aichach einen Suizid vor laufender Kamera verhindert oder überzogen reagiert? Kritik am Einsatz mehrt sich. Die Polizei bleibt bei ihrer Version.

Der Polizeieinsatz in einer Aichacher Wohnung, um einen live im Internet angekündigten Suizid zu verhindern, schlägt Wellen im Internet. Offenbar haben viele Nutzer den Stream eines 32-Jährigen am Dienstagabend in einem sozialen Medium verfolgt. In einigen Kommentaren wird die Polizeiaktion als völlig überzogen bezeichnet.

Der Mann habe sich nicht umbringen wollen und sich versehentlich und nicht absichtlich selbst verletzt, so Rückmeldungen aus dem Netz. Die Tür sei aufgebrochen worden und der Mann wie ein Schwerverbrecher festgenommen worden. Einige behaupten auch: Der Mann habe überhaupt kein Messer in der Hand gehabt und wollte lediglich eine Zigarette „stopfen“. Die Polizei bleibt dagegen bei ihrer Darstellung. Inspektionsleiter Erich Weberstetter betont, dass der Mann ein Messer in der Hand hatte, als die Beamten in die Wohnung eindrangen und ihn überwältigten.

Polizei verfolgte angeblichen Suizid-Versuch in Aichach live

Wie berichtet, wurde die Aichacher Polizei am Dienstag gegen 18 Uhr von einer 27-jährigen Frau aus Oberfranken alarmiert. Sie war auf den Livestream ihres Chat-Bekannten aus der Kreisstadt gestoßen, den offenbar eine dreistellige Zahl von Nutzern verfolgte. Was sie dort in der Aichacher Wohnung sahen, bezeichnen einige als „Unterhaltung“ für die Zuschauer. Für die Polizei, die den Stream nach der Info der Frau auch verfolgte, stellte sich die Situation dagegen ganz anders, und zwar sehr gefährlich dar, so Weberstetter.

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Der junge Mann habe sich während der Filmaufnahme, die direkt ins Internet übertragen wird, mit einem großen Küchenmesser diverse Schnitte zugefügt und auch seinen eigenen Suizid angekündigt. Vom „Publikum“ wird der Ablauf anders beschrieben: Der Mann habe sich versehentlich an seinem Tisch die Hand verletzt, weil er während der Aufnahme von einigen Zuschauern in Kommentaren provoziert worden sei. Von einem Suizid sei nie die Rede gewesen, behaupten Nutzer.

Kritik an Aichacher Polizei: War der Einsatz übertrieben?

Der Mann ist der Polizei in Aichach namentlich bekannt. Die Beamten ermittelten die Adresse des 32-Jährigen und trafen gegen 18.30 Uhr vor dessen versperrter Wohnung in der Innenstadt ein. Die Kollegen hätten handeln und die Tür schnell öffnen müssen, betont Weberstetter. Der völlig desorientierte 32-Jährige wurde nach der Erstversorgung der Schnittwunden in ein Bezirkskrankenhaus eingeliefert. Der Mann wurde aber bereits am Mittwoch wieder aus der Klinik entlassen, so Inspektionsleiter Erich Weberstetter.

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02.10.2020

Hätte die Polizei nichts gemacht und er hätte sich tatsächlich live das Leben genommen - was wäre das für ein Aufschrei gewesen. Aber nach wie vor ist es gerade total "in", gegen die Polizei zu wettern. Gut, dass die ein dickes Fell hat. Und die, die da zugeschaut haben - war's cool????? Oder war das Ende nicht nach ihrem Geschmack?

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01.10.2020

Was erwartet er wenn er live "Messerschnitzereien" im Internet überträgt.... Er soll froh sein dass die Aichacher Polizei das Treiben beendet hat.

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