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Aichach-Friedberg

11.06.2019

Tablet-Klassen: Wieso das Arbeiten mit iPads so toll ist

Schulen nehmen sich des digitalen Wandels immer mehr an und schaffen iPad-Klassen, wie hier am Maria-Ward-Gymnasium in Augsburg. Das hat einige Vorteile.

Eva Treder arbeitet an der FOS Friedberg viel mit Tablets. Sie hat bemerkt, dass ihre Bekannten das skeptisch sehen, und stellt sich den Vorurteilen.

Es ist 17 Uhr, die Schule ist aus. Das heißt für mich: Hausaufgaben machen und mich auf den nächsten Schultag vorbereiten. Ich hole mein Tablet, ein iPad, aus meiner Tasche und schaue, was ich alles für morgen erledigen muss.

Ich gehe auf die Fachoberschule (FOS) in Friedberg und in eine iPad-Klasse. Im Unterricht arbeiten wir vor allem mit iPads, das heißt, wir bekommen alle Unterlagen auf das iPad geschickt und machen damit auch unsere Aufgaben. Wenn ich Bekannten erzähle, dass ich in eine iPad-Klasse gehe, höre ich dagegen oft Vorurteile. Einige sind wahr, aber die meisten sind falsch.

In iPad-Klassen gehen nur Kinder aus reichen Familien

iPads sind nun mal nicht billig, aber, dass nur Schüler aus wohlhabenden Familien in iPad-Klassen gehen, stimmt nicht. Die Schüler und Eltern müssen das iPad, zumindest an der FOS Friedberg, selbst kaufen. Jedoch spricht nichts dagegen, ein gebrauchtes zu kaufen, solange es für den Schulalltag geeignet ist. Das heißt, wenn es funktioniert, genügend Speicher hat und nicht zu alt ist, kann es auch gebraucht sein. Außerdem bekommen Schüler in Apple-Geschäften Rabatt für Hüllen, wenn sie angeben, dass sie eine iPad-Klasse der FOS besuchen. Reich sind auf keinen Fall alle Schüler einer iPad-Klasse!

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E-Books kosten viel

Hier kann ich nur für meine Schule sprechen: Die wenigen E-Books, also elektronische Bücher, die wir benutzen, mussten wir nicht bezahlen.

Die Schüler verlernen das handschriftliche Schreiben

Nein, wir verlernen nicht unsere Handschrift, da wir keine Tastaturen im Unterricht benutzen dürfen. In unserer Klasse gibt es zwei Arten von Schülern: Die, die den teuren Apple-Stift haben, und die, die mit einem billigeren Stift schreiben. Egal, mit was geschrieben wird, es muss auf jeden Fall per Hand sein. Der einzige Unterschied: Mit dem Apple-Stift kann die Hand auf dem Bildschirm abgelegt werden und mit den anderen Stiften nun mal nicht. Das heißt, wir schreiben unsere Hefteinträge, füllen Arbeitsblätter und erledigen Aufgaben alle handschriftlich, nur auf dem iPad und nicht auf dem Papier. Natürlich schreibt, wer eine Tastatur besitzt, ab und zu damit, wenn es sich anbietet. Außerdem schreiben einige Schüler in Schulfächern, in denen es für sie angenehmer ist, trotzdem noch auf Papier.

Schüler toben sich am iPad aus und vergessen dabei den Unterricht

Ich muss zugeben: Das ist mir auch schon passiert. Bei Hefteinträgen verlocken die Marker in Dutzenden Farben dazu, sich kreativ auszutoben. Jedoch verbringt keiner eine halbe Stunde damit, den Eintrag zu verschönern. Somit stellt das keine große Gefahr für die Konzentration dar. Es sollte eher als Ventil für die Kreativität der Schüler im Schulalltag gesehen werden.

Schüler spielen an den iPads nur Spiele

Die Regel ist, dass iPads ausschließlich für schulische Zwecke benutzt werden dürfen. In der Realität wird natürlich ab und zu auf dem iPad gespielt, aber nicht den ganzen Schultag über. Außerdem gibt es Apps, mit denen die Lehrer sehen können, was wir auf unserem iPad machen. Somit leidet eher die Mitarbeitsnote, wenn der ganze Schultag lang nur mit Spielen verbracht wird. Wenn wir spielen, dann in den Zwischenstunden oder Pausen.

Es herrscht nur Unordnung auf den iPads der Schüler

Auf dem iPad erstellen wir Hefte. Diese können dann in Ordnern, in Unterordnern oder auch einzeln organisiert werden. Die Verwaltungsmöglichkeiten sind mit dem eines Computers vergleichbar. Ob das iPad nun aufgeräumt ist oder nicht, ist abhängig vom Schüler.

Die Schüler lassen sich viel leichter ablenken

Die Versuchung ist immer da, egal ob in einer iPad-Klasse oder nicht. Jedoch ist es leichter, sich von dem iPad ablenken zu lassen als von Heften. Etwa wenn Meldungen von sozialen Netzwerken auftauchen. Wenn eine Nachricht von Instagram oder Facebook auftaucht, schaue ich kurz nach. Man ist schnell abgelenkt. Ich muss gestehen, dass dieses Vorurteil wahr ist.

Schüler machen keine Hausaufgaben mehr, da diese ganz leicht untereinander verschickt werden können

Ob die Hausaufgaben in der Früh vor Unterrichtsbeginn vom Sitznachbarn abgeschrieben werden oder ob sie per Air-Drop verschickt werden, macht keinen großen Unterschied. Jedoch sollte man das Ganze aus einem anderen Blickwinkel sehen: Ein Schüler hat einige Tage in der Schule gefehlt und muss verpassten Stoff nicht kopieren oder abschreiben, sondern kann sich die Unterlagen schicken lassen und ist gleich wieder informiert.

Schüler lernen nichts mehr, da sie alles googeln können

Die FOS Friedberg hat für die iPad-Klassen einen WLAN-Zugang und es ist nicht verboten, im Internet zu recherchieren. Das heißt, wenn wir etwas wissen wollen, können wir nachschauen. Jedoch können wir Schulaufgaben nicht im Internet machen. Nur weil wir Internet haben, bleibt uns das Lernen nicht erspart.

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