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16.06.2009

Tägliches Lesen ist unverzichtbar

Aichach-Friedberg (AN) - Beratungsrektorin Brigitte Osen-Appel sprach auf einer Fortbildungsveranstaltung der BLLV-Kreisverbände Aichach und Friedberg zum Thema Lese- und Rechtschreibschwäche. BLLV-Vorsitzende Birgit Schubert konnte über 20 Kolleginnen im Lehrerzimmer der Grundschule Aichach-Nord begrüßen. Das große Interesse der Lehrkräfte zeigt, wie wichtig ihnen die Diagnose und vor allem die Förderung der betroffenen Kinder ist.

LRS? Was ist das eigentlich? LRS heißt Lese- und Rechtschreibschwäche. Es handelt sich um Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und Rechtschreibens. Zahlreiche Kinder sind von diesem Problem betroffen. Die rechtzeitige Diagnose kann sie vor jahrelangen schulischen Misserfolgen schützen. Man unterscheidet zwischen LRS (vorübergehende Lese- und Rechtschreibschwäche, bescheinigt für zwei Jahre) und Legasthenie (dauerhafte Störung). Bescheinigt werden muss beides entweder durch einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, den Beratungslehrer oder den Schulpsychologen. Grundsätzlich sind die meisten Kinder mit dieser Störung gut oder durchschnittlich begabt und für den Besuch jeder Schulart geeignet.

Darüber Aufschluss geben standardisierte Intelligenztests, Rechtschreibtests, Lesetests und die ärztliche Überprüfung. Die Ursachen von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten können vielseitig sein. Es kann sich um auditive oder visuelle Wahrnehmungsstörungen handeln oder auch um soziale Einflussfaktoren.

Elf Schritte empfohlen

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Beratungsrektorin Osen-Appel gibt elf Schritte zum gezielten Vorgehen bei lese- und rechtschreibschwachen Kindern vor. Am wichtigsten ist der Einbezug der Eltern. Unter anderem ist tägliches Üben in kleinen Schritten zu Hause unverzichtbar. Das Kind sollte kleine Lernerfolge erfahren, um die Lust am Üben nicht zu verlieren. In der Schule bieten sich dann der LRS-Förderkurs sowie Individualisierung und Differenzierung an. Ferner sollte der sogenannte Nachteilsausgleich gewährt werden, das heißt: Die Lese- und Rechtschreibleistungen sollen nicht oder nur zurückhaltend bewertet werden.

Vorbeugend darf auch die Prävention in vorschulischen Einrichtungen nicht unterschätzt werden. Je eher ein Kind gefördert wird, um so besser sind seine Chancen auf die rechtzeitige Heilung. Als außerschulische Maßnahmen leisten Logopäden und Ergotherapeuten wertvolle Dienste, die auch über das Jugendamt finanziert werden können.

Der BLLV sieht diese Veranstaltung auch als Beitrag zur BLLV-Aktion "Unsere Kleinen ganz groß - Grundschule stärken". Alle Eltern können sich an den Schulen in die Unterschriftenlisten eintragen. Unter anderem sollen mehr Mittel zur Förderung der Grundschüler bereitgestellt werden. Auch können in kleineren Klassen die Kinder besser gefördert werden.

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