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20.06.2009

Tagesstätte feiert einjähriges Bestehen

Aichach Lang, lang hatte es gedauert, bis das Projekt einer Tagesstätte in Aichach Wirklichkeit wurde. Vor fast einem Jahr feierte die "Tagesstätte zur Förderung der seelischen Gesundheit" an der Münchener Straße offiziell ihre Eröffnung. Den Betrieb hatte die Einrichtung der Caritas schon ein paar Monate vorher in provisorischen Räumen aufgenommen. Zum "Tag der offenen Tür" am Sonntag, 21. Juni (siehe Infokasten), haben Tagesstätte und Trauercafé gemeinsam ein buntes Programm auf die Beine gestellt.

Das Angebot kommt bei den Betroffenen gut an

Mehr als 30 Klienten nutzen inzwischen regelmäßig das Angebot der Tagesstätte. Die hohe Akzeptanz, mit der Betroffene in kürzester Zeit Räumlichkeiten und Angebote angenommen haben, ist für Rosa Straub, Leiterin der Tagesstätte, ein Indiz dafür, wie sehr diese Einrichtung im Landkreis gefehlt hat. "In Zeiten immer knapper werdender öffentlicher Haushaltsmittel stellt die neu gebaute Tagesstätte in Aichach ein Novum dar", sagt sie. Denn nur durch eine Bündelung der finanziellen Leistungen von Landkreis, Kommune, Stiftungsgeldern, Spenden und der Eigenleistung des Caritasverbandes konnte der 755 000 Euro teure Neubau errichtet werden.

Fast 280 Klienten kamen im vergangenen Jahr in die Tagesstätte. Die meisten gehören zur Altersgruppe der 56- bis 65-Jährigen, heißt es im Jahresbericht von Straub. Die zweitstärkste Gruppe bilden die 41- bis 50-Jährigen. Depressionen war die am häufigsten gestellte Diagnose bei der Aufnahme. Oft waren es jedoch auch Schlafstörungen oder Angst- und Panikerkrankungen. Die Klienten selbst nannten oft Einsamkeit oder den Wunsch nach einer gemeinsamen Freizeitgestaltung als Grund für den Besuch der Tagesstätte.

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"Der wesentliche Teil unserer Arbeit ist, neben der psychosozialen und sozialpsychiatrischen Behandlung, tragfähige Kontakte und Beziehungen aufzubauen und den betroffenen Menschen aus ihrer sozialen und gesellschaftlichen Isolation heraus zu helfen", sagt Straub.

Neben handwerklichen Beschäftigungen, beispielsweise in der Holzwerkstatt von Ergotherapeutin Anne Alischer, bietet die Tagesstätte auch Raum für künstlerische Tätigkeiten. So werden unter anderem kreatives Werken, Trommeln, Malen mit Acryl oder das Konzipieren der hauseigenen Zeitschrift "Regenbogen" angeboten. Nicht zu kurz kommen zudem therapeutische Gespräche oder Entspannungsphasen im separaten Ruheraum.

Auch die Küche, in der täglich in Eigenregie die Mahlzeiten zubereitet werden, ist mehr als nur eine Kochstelle. Hier lernen die Klienten, Verantwortung zu übernehmen und bekommen Fähigkeiten vermittelt, die später sogar einmal für einen Übergang ins Berufsleben genutzt werden könnten.

Für dieses Jahr sind in der Tagesstätte einige Aktivitäten geplant. Zusammen mit den Klienten sollen eine dringend benötigte Holzhütte gebaut sowie der Gartenbereich verschönert, und damit ein weiteres Betätigungsfeld angeboten werden. Sportlich wird es im Sommer, wenn auch von anderen Tagesstätten Klienten zum Tischtennisturnier nach Aichach kommen. Die neue Boulebahn ist bereits fertiggestellt und die aktuelle Ausgabe der hauseigenen Zeitschrift wird rechtzeitig zum Tag der offenen Tür am 21. Juni (11 bis 16 Uhr) aufliegen.

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