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Musikalische Lesung

26.11.2018

"Tatort"-Kommissar Udo Wachtveitl in Aichach

Ergänzten sich perfekt: Die Stimme von Erzähler Udo Wachtveitl und die Gitarrenklänge von Christian Gruber und Peter Maklar (von links).
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Ergänzten sich perfekt: Die Stimme von Erzähler Udo Wachtveitl und die Gitarrenklänge von Christian Gruber und Peter Maklar (von links).
Bild: Manfred Zeiselmair

Der „Tatort“-Kommissar und die Gitarristen Christian Gruber und Peter Maklar nehmen das Publikum mit auf eine Traumreise durch die Geschichte der Welt.

Jimi Hendrix in Woodstock: strömender Regen. Vor 30000 Festivalbesuchern stimmt er die amerikanische Nationalhymne an, um das Sternenbanner im nächsten Augenblick mit seiner E-Gitarre musikalisch zu zerfetzen. Der begnadete Gitarrist, der nur ein Jahr später an den Folgen seiner Drogensucht stirbt, prangert damit den Krieg in Vietnam an. Dem Aichacher Gitarren-Virtuosen Peter Maklar gelingt es am Samstagabend in der Grundschule Aichach-Nord, die Stimmung von 1969 noch einmal zum Leben zu erwecken. Wie bei Hendrix glaubt man die Sirenen heulen, die Bomben fallen und die Maschinengewehr-Salven einschlagen zu hören.

Das ist nur eine von neun Episoden einer Traumreise durch die „Geschichte der Welt in 9 Gitarren“ – erzählt mit der Stimme von Udo Wachtveitl und den Gitarren von Christian Gruber und Peter Maklar. Etwa 280 Besucher erleben bei der Veranstaltung der Aichacher Kulturszene in der restlos ausverkauften Schulaula eine ganz besondere musikalische Lesung.

Udo Wachtveitl, der Münchner Schauspieler und Synchronsprecher, ist bei den Krimifans vor allem als Kommissar Franz Leitmayr aus der ARD-Krimireihe „Tatort“ bekannt. An diesem Abend in der Grundschule Aichach-Nord steht ihm jedoch kein Ermittler namens Batic, sondern mit Gruber & Maklar ein herausragendes Gitarren-Duo zur Seite. Zehn Gitarren warten an dem Abend darauf, in Szene gesetzt zu werden. Den beiden Virtuosen gelingt das vortrefflich.

Ein altes Instrument schleicht sich in die Träume eines jungen Mannes

Die Franzosen Erik Orsenna und Thierry Arnoult haben sich diese Zeitreise ausgedacht: Ein junger Mann erbt eine alte, wertvolle Gitarre. Da er das Instrument nicht spielen kann, möchte er es dem Gitarrenbauer zurückgeben. Dieser rät ihm jedoch, Unterricht zu nehmen und die Gitarre beim Schlafen neben sich zu legen. Und so schleicht sich das alte Instrument in die Träume des jungen Mannes und erzählt von berühmten Gitarristen und dem Einfluss der Musik auf die Weltgeschichte. Die musikalische Traumreise nimmt ihren Anfang bei den Pharaonen im alten Ägypten und führt zum Gold der Inkas ins Hochland von Peru. Die Geschichte erzählt von den Bemühungen des Sonnenkönigs Ludwig XIV., das Gitarrenspiel zu erlernen, und wie dieser aber mit „seinen königlichen Wurstfingern nur die Saiten quälte“. Sie handelt von den Sklavenschiffen, die nach Amerika unterwegs sind, und von der Geschichte des Blues. Sie erzählt vom Paris der 30er-Jahre und dem Jazz-Gitarristen Django Reinhardt. Und endet schließlich mit einer Hommage an Jimi Hendrix.

Das Stück gibt den beiden Gitarristen Gelegenheit, eine große musikalische Bandbreite darbieten zu können. Gruber und Maklar harmonieren dabei in abwechselndem Zusammenspiel mit der sonoren Erzählerstimme von Wachtveitl. Dieser schlüpft mühelos in die unterschiedlichsten Rollen, hebt und senkt dabei seine Stimme, mal jung und fordernd, mal gebrechlich und dem Tode geweiht. Sichtlich Gefallen findet er am virtuosen Spiel der beiden Gitarristen, trommelt leise den Rhythmus mit, insbesondere als deren Stücke zum Blues und Jazz wechseln.

Die Musiker zeigen ihre große musikalische Virtuosität

Christian Gruber und Peter Maklar beweisen an dem Abend ihre große musikalische Virtuosität. Scheinbar mühelos lassen sie ihre Finger über die Saiten tanzen und bestechen durch perfektes Zusammenspiel. Wie Wachtveitl mit den Worten erzeugen die beiden mit ihren Instrumenten ständig neue Gefühlsausbrüche, nehmen dabei Fahrt auf oder verlangsamen, um in sanften Tönen zu enden. Aufmerksam lauschen die Besucher dem melodiösen Wechselspiel zwischen Stimme und Musik. Man meint, eine Stecknadel fallen zu hören.

Zwischendurch spontaner und begeisterter Applaus, der am Schluss in Ovationen endet. Einziger Wermutstropfen: Eine Zugabe haben die Protagonisten nicht eingeplant. Dazu Wachtveitl: „Was soll nach Jimi Hendrix noch kommen?“

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