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Petersdorf

15.03.2020

Tauben aus Petersdorf sind Olympia-Teilnehmer

Adam und Maria Wambach sind stolz auf die Auszeichnungen, die ihre Tauben im Jahr 2019 eingeflogen haben: Das Tier mit der Nummer 06455-19-588 erhielt die Auszeichnung als beste Jungtaube 2019; Adam Wambach erhielt zwei Pokale als Jungflugmeister.
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Adam und Maria Wambach sind stolz auf die Auszeichnungen, die ihre Tauben im Jahr 2019 eingeflogen haben: Das Tier mit der Nummer 06455-19-588 erhielt die Auszeichnung als beste Jungtaube 2019; Adam Wambach erhielt zwei Pokale als Jungflugmeister.
Bild: Stefanie Brand

Plus Adam Wambach aus Petersdorf ist von Kindesbeinen an begeisterter Taubenzüchter. Seine Vögel können lange Flüge meistern. Damit schaffen sie es sogar zu Olympia.

Die Strecke von Heilbronn nach Petersdorf scheint den Tauben von Adam Wambach zu liegen. 2019 starteten seine Tiere zweimal im baden-württembergischen Heilbronn. Am 25. August flog eine seiner Tauben als erste von 168 gestarteten Tauben nach Hause. Sie hatte 157 Kilometer zurückgelegt. Am 1. September landete ein anderes Tier ebenfalls als erste von 410 Tauben und nach 159 Flugkilometern wieder in Petersdorf. Das zeigt ein Blick auf die Ergebnisse der Jungreise des Regionalverbandes Am Lech, an der Wambachs Jungtiere teilnahmen. Wambachs Tauben flogen im Vorjahr 25 Preise ein. Das ist nur ein Bruchteil der Auszeichnungen von Adam und Maria Wambach.

Strahlend erklärt Wambach, dass er schon vor 50 Jahren in seiner früheren Heimat Rumänien mit der Taubenzucht begonnen hat. Von Vater, Onkel und Großvater habe er dieses Hobby übernommen, berichtet der 55-Jährige und verrät lachend: „Ich hoffe sehr, dass einer meiner Enkel auch Taubenzüchter wird.“ 1996 zog Wambach nach Deutschland, seit einigen Jahren lebt er in Petersdorf. Dort und in einer Schrebergartensiedlung in Augsburg leben seine Tauben – viele preisgekrönt. Ärger mit den Nachbarn gab es bis dato nie. Und für diejenigen, die den Taubenkot fürchten, hat Wambach einen guten Tipp: „Der Taubenkot ist ein sehr guter Dünger für den Garten.“

Petersdorf: So viele Tauben hält Adam Wambach

Seine vier Enkel sind Wambachs einziges Hobby neben der Taubenzucht, denn diese ist recht zeitintensiv. Zur Winterzeit ist der Aufwand noch überschaubar. Während der Woche kümmert sich Wambach jeweils morgens und nachmittags eine Stunde um seine Tiere. Am Wochenende, wenn der selbstständige GLS-Kurierfahrer nicht arbeitet, nimmt er sich mehr Zeit. Wenn Junge auf die Welt kommen – jährlich sind es etwa 65 bis 70 –, dokumentiert er die Geburten und legt den Tieren ihre Ringnummer an.

25 Zuchtpaare hält Wambach aktuell. Wenn ein Vogel einige Jahre Siege einfliegen konnte, wird er zur Zuchttaube. In den ersten Lebenswochen gewöhnt Wambach seine Tiere an die Tränke und an die Transportkörbe, in denen sie später zu ihrem „Auflassort“ gefahren werden. So wird der Abflugort im Fachjargon genannt.

In Petersdorf leben Adam Wambachs Flugtauben; in Augsburg-Pfersee befinden sich die Zuchttauben des Wahl-Petersdorfers.
Bild: Stefanie Brand

Die Jungtiere, die für Wambach starten, sind ein halbes Jahr alt, die Alttiere zwei. Mit den Jungtieren trainiert Wambach zunächst in der Region. Der erste Flug startet in Langweid (Kreis Augsburg). Dann fliegen die Tiere ab Ellgau, Donauwörth, Nördlingen und Aalen (Baden-Württemberg). Klingelt der Züchter an der Glocke am Stall, finden die Tiere in der Regel schnell zurück. Denn sie wissen, dass Wambach mit Futter auf sie wartet. Wie weit die Tiere die Glocke hören, weiß Wambach nicht. Allerdings konnte er bereits einen Taubenschwarm beobachten, der in 200 bis 300 Meter Entfernung geflogen sein muss. Als der Glockenklang den Schwarm erreichte, lösten sich zwei Tiere und flogen zurück. Verloren hat Wambach im vergangenen Jahr nur zwei Tauben, berichtet er.

Mitte April beginnen die ersten Trainingsflüge mit den Alttauben. Ab dem ersten Maisonntag wird regelmäßig geflogen – jedes Wochenende abwechselnd eine kürzere und eine längere Strecke. Heilbronn ist der erste Startpunkt. Frankenthal (Rheinland-Pfalz), Kusel (Rheinland-Pfalz) und Arlon (Belgien) folgen. Das Saisonfinale bedeutet für die Vögel, einen Flug von 630 Kilometer zurückzulegen.

Zuchttaube: Flug von London nach Petersdorf

Der längste offizielle Flug von Wambachs Tauben war der Olympiaflug am 11. August 2012. Die Tiere starteten in London und legten 896 Kilometer zurück. In der Gruppe der Tiere, die 800 bis 900 Kilometer geflogen sind, belegte Wambach Platz 22 (von 438). In der nationalen Gesamtwertung der über 550 deutschen Züchter kam Wambachs Tier auf Platz 205 (von 1972).

Diese Täubin meisterte den Olympia-Flug von London nach Petersdorf.
Bild: Adam Wambach

Zwei der vier Tiere des Wahl-Petersdorfers meisterten den Flug. Gestartet war Wambachs beste Olympia-Taube um 9.15 Uhr in London. Am nächsten Tag um 17.39 Uhr kam sie zu Hause an. Im Schnitt brauchen die Tiere etwas 60 bis 90 Minuten für 100 Kilometer. Das sei abhängig vom Wind. Nachts fliegen die Tiere nicht. Zudem legen sie Trinkpausen an Flüssen ein.

Deutlich länger muss eine Taube unterwegs gewesen sein, die Wambach einem Freund in seiner alten Heimat Rumänien geschenkt hatte. Weit über 1000 Kilometer muss das Tier für die Strecke von Rumänien nach Augsburg geflogen sein. Doch dieser Rekord ist inoffiziell.

Im Jahr 2019 hat Wambach an 17 offiziellen Flügen teilgenommen. Elf Alt- und sechs Jungtauben gingen für den Wahl-Petersdorfer an den Start. Heuer sollen es mehr Flüge werden mit 13 Alt- und acht Jungtauben. Wambachs Tauben stammen teilweise aus seiner eigenen Zucht, teilweise aus Zukäufen. Um zu erkennen, ob eine Taube für weite Flüge geeignet ist, muss der 55-Jährige seinen Tieren tief in die Augen blicken. Um die schwarze Pupille herum sieht er sogenannte Wertringe. Die Linien darin geben Auskunft darüber, ob das Tier überhaupt für die weiten Flüge und die Rückkehr gemacht ist.

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