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Inchenhofen

26.05.2015

Tausende pilgern nach Inchenhofen

Tausende Wallfahrer machten sich am Pfingstwochenende auf den Weg nach Inchenhofen. Unter ihnen waren auch Pilger (Bild) aus Unterumbach (Pfaffenhofen an der Glonn, Landkreis Dachau). Sie waren bereits um 4 Uhr in der Früh losgegangen.
Bild: Foto: Erich Echter

Tausende Wallfahrer kamen am Pfingstwochenende nach Inchenhofen. Einer von ihnen ist fast 90 Jahre alt und meistert den weiten Weg noch immer zu Fuß.

Das Fest der Erzbruderschaft des heiligen Leonhard in Inchenhofen ist nicht nur für den Markt Inchenhofen ein bedeutsames Ereignis. Es ist ebenso ein großer Tag für Wallfahrer aus der Region.

Auch der Abt der Benediktinerabtei von Kloster Weltenburg, Thomas Maria Freihart OSB, kam nach Inchenhofen. Er feierte mit Dekan Stefan Gast ein Pontifikalamt in der Wallfahrtskirche St. Leonhard. Der Abt war bereits 2007 zur Pfingstwallfahrt in die Marktgemeinde gekommen.

Über 2000 Gottesdienstbesucher dürften allein am Vormittag des Pfingstmontags dem „Bayerischen Herrgott“, wie der heilige Leonhard im Volksmund heißt, einen Besuch abgestattet haben. Am Pfingstmontag war Inchenhofen Ziel von 36 Wallfahrergruppen. Die meisten der Wallfahrer kamen, um Verpflichtungen ihrer Vorfahren einzulösen, die sich einst zum heiligen Leonhard verlobt hatten.

Im Mirakelbuch von 1657 sind über 80 Orte und Wallfahrergruppen aufgeführt, die am Tag der Erzbruderschaft nach Inchenhofen pilgerten. Die meisten kommen heute noch. So zum Beispiel Dasing. Einer der treuesten und ältesten Fußwallfahrer kam heuer aus Lindl (Dasing). Der 87-jährige Wendelin Röhrle erzählte: „Ich komme schon zum 50. Mal hier nach Leahad, um zum heiligen Leonhard zu beten. Die Strecke von 20 Kilometern gehen wir ohne Pause.“ Dabei zeigte er auf seine Stützstöcke. Pfarrer Stefan Gast begrüßte den rüstigen Senior vor dem Gotteshaus erfreut per Handschlag.

Aus allen Himmelsrichtungen des Landkreises, dem Ingolstädter und Dachauer Raum sowie aus Hohenkammern kamen Wallfahrer nach Inchenhofen. Nach altem Wallfahrerbrauch läuten die Glocken der Kirche, wenn sich eine Gruppe dem Gotteshaus nähert. Damit niemand übersehen wird, beobachten Elena Strobl, Samuel Schnur und Christoph Hartmann die Einfallsstraßen des Ortes.

Der Gottesdienst um 7 Uhr ist der meistbesuchte. Hier trafen sich die Wallfahrer aus Gachenbach, Peutenhausen, Weilach (alle Gachenbach, Kreis Neuburg-Schrobenhausen), Griesbeckerzell, Edenried, Unterschneitbach, Zahling, Sulzbach, Klingen, Ober- und Untermauerbach, Ecknach und Oberbernbach (alle Aichach), Taiting, Laimering, Rieden (alle Dasing), Obergriesbach und Thalhausen (Altomünster, Kreis Dachau).

Die Pilger hatten Glück. Das Wetter blieb trocken. Die Wallfahrer aus dem Raum Friedberg und Dachau waren schon seit aller Herrgottsfrüh auf Achse. Einigen von ihnen waren die Strapazen deutlich anzusehen. Bereits um vier Uhr in der Früh hatten sich die Wallfahrer aus Unterumbach (Pfaffenhofen an der Glonn, Kreis Dachau) auf den Weg gemacht, um ab 11 Uhr in der Wallfahrtskirche den Gottesdienst mit Pater Alois Mäntele zu feiern.

Die Gruppen gingen nach alter Wallfahrerformation. Voraus das Kreuz, es folgen die Männer, dahinter die Frauen. Während des ganzen Weges wird der Rosenkranz gebetet, immer wieder wird dabei die Bitte eingefügt: „Dass du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest, wir bitten dich, oh Herr!“

Vor dem Pontifikalamt hießen am Pfarrhof Bürgermeister Karl Metzger und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hans Schweizer Abt Thomas Maria Freihart OSB willkommen. Der Bürgermeister überreichte dem Abt zum Dank eine Kostprobe des Leonhardströpferls. In seiner Festpredigt ging der Abt auf das Leben des Einsiedlers Leonhard und das Mönchstum ein: „Wenn wir auf den heiligen Leonhard schauen, soll das nicht nur wegen des bayerischen Brauchtums und Folklore sein“, mahnte er. Leonhard solle ein Patron sein, „der uns anspricht“.

Der Wallfahrtstag sorgt in Inchenhofen für viel Betriebsamkeit. So lastet auf den Schultern der Mesnerfamilie Kaltenstadler viel Arbeit. Auch die Ministranten haben viel zu tun. Sie müssen die Glocken läuten, wenn die Wallfahrer ankommen und wenn sie wieder wegziehen. Ria Kaltenstadler ist der ruhende Pol der Familie. Ihre Aufgabe ist das Aufnehmen der Messen, die die Wallfahrtsführer dem Heiligen opfern.

Ehe die Pilger sich wieder auf den Rückweg machten, stärkten sie sich in den Gasthäusern Voglbräu und Baderwirt. Dabei standen unter anderem „Kreuzwürste“ auf der Speisekarte.

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